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Großeinsatz rund um Dosse und Jäglitz

Hochsaison bei der Gewässerpflege Großeinsatz rund um Dosse und Jäglitz

Die Gewässerpflege strebt jetzt ihrem Saisonhöhepunkt entgegen. „Wir sind bemüht, in den Ackerbereichen direkt nach der Ernte aktiv zu werden – noch vor der Herbstbestellung“, sagt der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Dosse-Jäglitz Gernot Elftmann. Schließlich wolle man die Landwirte möglichst wenig bei der Arbeit behindern.

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Technisch hat der Wasser- und Bodenverband „Dosse-Jäglitz“ in den vergangenen Jahren deutlich aufgerüstet – beispielsweise auch mit einem Amphibienfahrzeug.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Neustadt. Spätestens mit Einbruch der Dämmerung kehren die Außenteams von ihren Einsatzorten zurück zu dem weitläufigen Gelände des Neustädter Gewerbegebietes. Dafür, dass sie nur 23 sind – und nur die Hälfte davon im Außeneinsatz – machen die Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes „Dosse-Jäglitz“ ganz schön viel Betrieb.

Wie in jedem Jahr strebt die Gewässerpflege nach dem Beginn im Juli jetzt ihrem Saisonhöhepunkt entgegen. „Wir sind bemüht, in den Ackerbereichen direkt nach der Ernte aktiv zu werden – noch vor der Herbstbestellung“, sagt der Verbandsgeschäftsführer Gernot Elftmann. Schließlich wolle man die Landwirte möglichst wenig bei der Arbeit behindern und auch nicht etwa junge Saat mit der schweren Einsatztechnik zerfahren.

Ansonsten gehe es natürlich darum, den Gräben und Bächen die Regulierung des Wasserhaushaltes zu ermöglichen. Rund 2000 Kilometer solcher Wasserläufe gehören zum Verbandsgebiet, das sich entlang der Einzugsgebiete von Dosse und Jäglitz von Meyenburg im Norden bis nach Großderschau im Süden erstreckt. Etwa Dreiviertel davon werden jedes Jahr von Bewuchs, Totholz und anderem Schwemmgut befreit – also funktionsfähig gehalten. Damit erfüllt der Verband seinen eigentlichen Zweck, für den die Grundeigentümer in der Region über die Kommunen zur Kasse gebeten werden.

Zunehmend Sorgen bereitet den Gewässerunterhaltern dabei inzwischen übrigens der Biber. „Er ist im ganzen Verbandsgebiet flächendeckend aktiv“, schätzt Gernot Elftmann ein. Gerade jetzt rüsteten die Tiere für den Winter auf. „Wir bekommen dauernd Anrufe, dass Flächen unter Wasser stehen.“ Allerdings seien Eingriffe in den Lebensraum der streng geschützten Art stets mit den Naturschutzbehörden abzustimmen. „Die Zusammenarbeit ist aber unproblematisch und sehr konstruktiv.“ Nichtsdestoweniger verursachen die Biber zusätzliche Kosten, die sich früher oder später auch auf die Beiträge der Grundeigentümer auswirken könnten.

Hoffnungen setzt Gernot Elftmann nun auf eine neue Förderrichtlinie der Landesregierung, die unter bestimmten Voraussetzungen eine teilweise Kostenübernahme bei Biberschäden ermöglichen soll. Erst in der vergangenen Woche machten die beiden neuen Landesbiberbeauftragten ihren Antrittsbesuch im Verbandsgebiet. „Wir haben uns ein paar Schwerpunkte angesehen“, berichtet Elftmann und nennt als Beispiel den Goldbecker Weg bei Sieversdorf, der regelmäßig von Bibern untergraben wird. „Die Kollegen wirkten recht aufgeschlossen und engagiert. Ich finde es schon gut, dass sie auf uns zukommen.“

Das Arbeitsfeld des Verbandes reicht noch viel weiter. Im Laufe der Jahre hat das Land mehr und mehr Aufgaben an die Wasser- und Bodenverbände übertragen. So kümmert sich der Neustädter Verband im Auftrag und auf Rechnung des Landes mittlerweile auch um die Dosse und die Jäglitz selbst, um den Rhinkanal, den Bültgraben oder den Torfkanal. Dazu gehört beispielsweise die Pflege der Deiche. „Die dritte Mahd des Jahres schließen wir jetzt bald ab“, sagt Gernot Elftmann und lobt, dass man sich mit dem Land auf so viele Einsätze einigen konnte. „Die Hochwasserschutzanlagen sind in sehr gutem Zustand.“ Auch die Kooperation mit der Neustädter Nebenstelle des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz laufe ausgezeichnet.

In diesem Jahr hat der Verband wieder mehrfach stellvertretend die Bauherrenrolle übernommen – beispielsweise für die Neubauten der Wehre an der Dosse bei Saldernhorst und an der neuen Jäglitz bei Krüllenkempe. Unterhalb von Wusterhausen wurden alte Entnahmebauwerke aus dem Dossedeich entfernt. Und für die Renaturierung der Dosse-Altarme bei Wittstock läuft aktuell das Planfeststellungsverfahren. Der Fluss soll dort wieder sein ursprüngliches Bett nutzen. Die einst zur Begradigung angelegten Abkürzungen bleiben allerdings erhalten: als Sicherung im Hochwasserfall. „Ziel ist es, einen guten ökologischen Zustand der Gewässer herzustellen“, sagt Gernot Elftmann. Im kommenden Mai wolle der Verband auch die Einwohner offiziell über das Vorhaben informieren. Grundlage sei die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, über die es voraussichtlich noch bis 2027 Geld für solche Naturschutzprojekte gibt. „Da wird noch was folgen“, kündigt Elftmann an. In Vorbereitung seien Renaturierungsprojekte südlich von Wittstock sowie zwischen Teetz und Wulkow (bei Kyritz).

Wie es darüber hinaus mit dem Verband weitergeht, hängt nach Auffassung seines Geschäftsführers maßgeblich von politischen Entscheidungen ab. „Es steht ja die Novellierung des Wassergesetzes an. Das könnte natürlich Veränderungen mit sich bringen.“ Derzeit seien beispielsweise ausschließlich Kommunen Mitglied in den Wasser- und Bodenverbänden. Von Seiten einiger Grundbesitzer werde aber die Einzelmitgliedschaft gefordert. „Das hieße, dass wir keine 30 Mitglieder mehr hätten, sondern 17 000.“ Von dem damit verbundenen Verwaltungsaufwand ganz abgesehen, befürchtet Gernot Elftmann auch, dass bei solch einer Konstellation irgendwann das Gemeinwohl hinter Privatinteressen zurückstehen könnte: „Gewässerunterhaltung ist Daseinsvorsorge und die sollte da bleiben, wo sie hingehört: bei den Kommunen.“

Von Alexander Beckmann

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