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Ostprignitz-Ruppin Großer digitaler Sprung für die Region
Lokales Ostprignitz-Ruppin Großer digitaler Sprung für die Region
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17:51 10.11.2017
Alutrim-Geschäftsführer Lutz Klinkner (3.v.r.) erklärt Minister Gerber (2.v.r.) neueste Abläufe im Werk, in dem Zierteile für Autos und Haushaltsgeräte hergestellt werden. Quelle: Matthias Anke
Kyritz

Mai 2016, November 2016, November 2017. Dass Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) derart oft eine Firma besucht, ist nicht selbstverständlich, wie er am Freitag bei seiner jüngsten Stippvisite in den Werkshallen von Alutrim in Kyritz selbst betonte. Doch wenn es um Vorreiter geht, sei das eben Chefsache. Gemeint war das neue Förderprogramm „Brandenburger Innovationsgutschein Digital“ (Big Digital). Reinhard Göhler von der Landeswirtschaftsförderung WFBB erklärte: „Alutrim gehört nicht nur zu den ersten überhaupt, die das nutzen, sondern sie schöpfen als bisher einiges Unternehmen die Maximalsumme aus.“

Gefördert werden Ausgaben für innerbetriebliche Digitalisierungsprozesse jedweder Art, wobei es vorrangig um neue Software geht. Die Fördersumme beträgt bis zu 500 000 Euro bei einem Fördersatz von 50 Prozent. Zudem gibt es Geld für Personalschulungen in diesem Bereich. Insgesamt beläuft sich die Investition damit auf über eine Million Euro. Allerdings: Was die Digitalisierung „nach außen“ hin betrifft, herrsche im Gewerbegebiet am Leddiner Weg Steinzeit, sagte Alutrim-Geschäftsführer Lutz Klinkner mit Blick auf ein viel zu langsames Internet.

Landrat zuversichtlich, dass Tiefbauarbeiten noch 2018 beendet werden

Doch der Ostprignitz-Ruppiner Landrat Ralf Reinhardt (SPD), der Minister Gerber ebenso begleitete, versprach eine Verbesserung, die ab Ende nächsten Jahres spürbar sein werde: „Auch dieses Gebiet ist für den geplanten Ausbau vorgesehen. Wir sind gerade dabei, die Bewerbungen für die auszuführenden Arbeiten zu prüfen“, sagte Reinhardt und gab sich nach dem beendeten Interessenbekundungsverfahren mehr als zuversichtlich: „Der Zuschlag erfolgt Anfang nächsten Jahres, dann kann es mit den Tiefbauarbeiten losgehen.“

Für Einrichtungen wie Schulen sind bis 800 Mbits pro Sekunde möglich

Dabei ist jetzt nicht mehr nur die Rede von 50  Mbits je Sekunde wie für die Ostprignitz-Ruppiner Privathaushalte, sondern Übertragungsgeschwindigkeiten von 500 bis 800  Mbits je Sekunde. Am Beispiel Kyritz, wo vier Schulstandorte betroffen sind, wird der Grund deutlich: Wenn etliche Klassen parallel surfen, sollte noch immer eine angemessene Leistung abrufbar sein.

Schon im Sommer hatte Minister Gerber verkündet, dass 160 Millionen Euro für den Breitbandausbau in Brandenburg zur Verfügung stehen werden. Für Ostprignitz-Ruppin konnte Reinhardt seinerzeit auf mehr als 18 Millionen Euro verweisen. Gut 10,6 Millionen Euro hat davon der Bund spendiert, weitere 5,7 Millionen Euro kommen vom Land. Der Kreis muss lediglich einen Eigenanteil von zehn Prozent, etwa 1,6 Millionen Euro, beisteuern. Zuletzt hieß es nun auch, das wegen Einsparungen nach der abgesagten Kreisreform weitere Millionen in den Breitbandausbau fließen können. „500 Millionen Euro werden im Land verbaut, und das ist noch nicht das Ende“, sagte Gerber nun am Freitag. Damit sei man in den neuen Bundesländern zwar führend, international aber noch immer „weit hinten“.

„Alutrim“ als Aushängeschild

Der Metallbauer formt Zierteile aller Art für Automarken wie BMW, Rolls Royce, Audi, Porsche, Ford oder VW. Auch die Konsumgüterindustrie setzt auf Teile aus Kyritz, von Bosch Siemens bis Panasonic.

Als Repräsentant des „Clusters Metall“ im Land Brandenburg sieht die Wirtschaftsförderung Alutrim. Ein Cluster umfasst die gesamte Branche. Metall ist eines von neun Clustern in Brandenburg, die bundesweit ausstrahlen.

Die Kreisverwaltung suchte zuletzt mit Hilfe der Öffentlichkeit auch nach Funklöchern in der Region. Denn mit dem Breitbandausbau ließe sich auch der Handyempfang verbessern, da Funkstationen mit Glasfaser angeschlossen sind, quasi Brücken geschlagen werden könnten. Vor allem ein riesiges Loch entlang der Bahn zwischen Neustadt und Nauen soll geschlossen werden. Es strahlt bis über die B 5 und einen Teil der A 24 aus. „Auf der einen Seite gab es Probleme beim Flächenerwerb, auf der anderen mit dem Naturschutz“, erklärte Reinhardt, weshalb jahrelang nichts in Sachen Funkmasten passierte. In Absprache mit seinem havelländischen Amtskollegen Roger Lewandowski (CDU) und den eingebundenen Baubehörden seien jetzt auch hierbei Lösungen in Sicht.

Von Matthias Anke

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