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Ostprignitz-Ruppin Großes Interesse an alter Wäscherei
Lokales Ostprignitz-Ruppin Großes Interesse an alter Wäscherei
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00:17 26.04.2017
Bauamtsleiterin Katharina Iredi (l.) und ihre Mitarbeiterin Marita Fricke (r.) hatten am Sonnabend viele Fragen zu beantworten und mussten manchmal passen. Quelle: Alexander Beckmann
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Kyritz

Einen Mangel an Neugier kann man den Kyritzern nicht vorwerfen. Zahlreich folgten sie am Sonnabend der Einladung der Stadtverwaltung zur Besichtigung der ehemaligen Wäscherei im Klosterviertel. Am Ende waren es über 70 Besucher. Immerhin handelte es sich wahrscheinlich um die letzte Gelegenheit, das Areal in seinem heutigen Zustand zu erkunden. Die Stadt hat große Pläne damit.

„Wir sind seit dem 22. März Eigentümer dieser Immobilie“, erklärte Bürgermeisterin Nora Görke. „Die Verhandlungen waren langwierig.“ Seit den 90er Jahren bemühe man sich um eine Lösung für das bislang wenig ansehnliche Gelände direkt am mittelalterlichen Klosterflügel.

Anfang März hatten die Stadtverordneten ein Konzept zur künftigen Gestaltung des Viertels verabschiedet. Vorausgegangen waren jahrelange Planungen, umstrittene Entwürfe und sogar ein Bürgerbegehren. Die aktuellen Pläne sehen für das Hauptgebäude der Wäscherei, das ursprünglich im 19. Jahrhundert als Brennerei errichtet worden war, die Nutzung als Stadtbibliothek vor. Die anderen, später entstandenen Bauten sollen abgerissen und unter anderem durch einen Veranstaltungsneubau ersetzt werden.

Die Stadt Kyritz hat großes mit dem Klosterviertel vor. Quelle: Alexander Beckmann

Dass auf dem Gelände dringender Handlungsbedarf besteht, wurde den Besuchern am Sonnabend schon bei der Begrüßung verdeutlicht: Jeder musste per Unterschrift erklären, dass er auf eigene Gefahr an dem Rundgang in kleinen, geführten Gruppen teilnimmt. „Wir können keine Haftung übernehmen“, betonte die Bürgermeisterin. „Es ist an einigen Stellen gefährlich. Wir gehen nicht ins Dachgeschoss. Das ist nicht sicher.“ Dort hatte es seit Jahren durchgeregnet. Fußböden und Balken sind vermodert.

Überhaupt zeigte sich bei dem Rundgang, dass man in den Gebäuden schon vor langer Zeit viel Geld hätte investieren müssen, um sie weiterhin gewerblich zu nutzen. Auch die Maschinen und Anlagen haben ihre besten Jahrzehnte offenbar hinter sich. Interessenten gab es dafür nicht mehr. Die Stadt erwarb faktisch das gesamte Inventar zusammen mit der Immobilie. Sogar Kleidungsstücke und Geschäftsunterlagen blieben in erheblicher Menge zurück.

Erste Aufgabe ist die Entsorgung von Schadstoffen

Die Stadt werde sich jetzt umgehend an die Arbeit machen, versicherte Marita Fricke vom Bauamt. Erste Aufgabe sei die Entsorgung von Schadstoffen. Die überall zurückgebliebenen Reste von Reinigungschemie gelten als nicht unbedenklich.

Im Anschluss, so Marita Fricke, werde man alle Gebäude so weit wie möglich leerräumen, um dann mit den Abrissarbeiten beginnen zu können. „Vielleicht können wir im Herbst damit anfangen.“ Bauliche Überraschungen und damit Verzögerungen seien allerdings nicht auszuschließen. „Wir werden alle unser Bestes geben, dass wir hier etwas Schönes schaffen“, sagte die Hochbauexpertin. Die Stadt habe sogar schon vor dem Kaufabschluss Geld investiert und zumindest das Dach der alten Brennerei notdürftig gesichert.

Nach der einmaligen Besichtigung der Wäscherei wird das Klosterviertel schon am Sonnabend, dem 13. Mai, erneut im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Die Stadt bietet zum dritten deutschlandweiten „Tag der Städtebauförderung“ eine Reihe von Aktionen an.

Weitere Aktionen im Klosterviertel geplant

Nach der Eröffnung um 13 Uhr gibt es eine Führung durch das gerade sanierte Haus Johann-Sebastian-Bach-Straße 6, das unter anderem die Heimatstube aufnimmt. Im Anschluss will die brandenburgische Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ die Häuser Nummer 2, 4, 6 und 8 als „Denkmal des Monats“ würdigen. Um 15 folgt die Eröffnung der Ausstellung „Das Kyritzer Franziskanerkloster nach der Reformation“. Um 16 Uhr werden noch einmal die Pläne für die Umgestaltung des Viertels zum Kyritzer Kulturstandort vorgestellt. Dazu gibt es noch Musik mit den „Kyritz-Musikanten“ und ein kleines gastronomisches Angebot.

Von Alexander Beckmann

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