Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Großkontrolle auf der Autobahn
Lokales Ostprignitz-Ruppin Großkontrolle auf der Autobahn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 15.07.2017
Die Beamten legten den Fokus auf den Ferienreiseverkehr. Quelle: Björn Wagener
Rossow

Ladungssicherung? „Na klar, das können Sie sich gern angucken. Alles total gesichert. Mein Mann ist Polizeibeamter. Wenn er nicht ständig alles sichern würde, könnten wir schon viel weiter sein“, sagt eine Frau aus Ostfriesland. Sie hat seit 1975 ihren Führerschein, ist aber noch nie in eine Polizeikontrolle geraten – bis Mittwoch. Da war der Parkplatz Rossower Heide an der A 24, kurz vor der Abfahrt Herzsprung in Richtung Hamburg, fest in der Hand von Kontrollorganen. Die Sonderüberwachungsgruppe Verkehr, verstärkt von einem Zug der Bereitschaftspolizei sowie Zoll-Beamte und Vertreter der Bußgeldstelle waren angerückt. Das Augenmerk der insgesamt 61-köpfigen Mannschaft lag speziell auf dem Ferienverkehr.

Wohnmobile waren kontrollgefährdet

Wer ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen fuhr, Fahrräder im Gepäck hatte, ladungsbedingt sichtbar tief hing oder einen Anhänger hinter sich herzog, war potenziell kontrollgefährdet. An vorderster Front an der Autobahn stand Polizist Dirk Telschow, der die Auswahl traf, wer „herausgezogen“ werden soll. Wenig später auf dem Parkplatz hieß es dann immer wieder: „Guten Tag, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte. Darf ich den Verbandskasten und das Warndreieck sehen?“ Dabei ließen die Beamten ihre Blicke rings um das jeweilige Fahrzeug wandern. Ist alles ordnungsgemäß verstaut und befestigt, ist das Auto oder Gespann nicht überladen?

Die Bilanz: Von 8 bis 13 Uhr wurden 352 Fahrzeuge kontrolliert und dabei 19 Verstöße festgestellt. In zwei Fällen war der Fahrradträger nicht richtig befestigt, ein Wohnmobil war überladen. Ein Fahrer hatte keine Fahrerlaubnis fürs Wohnmobil. Fahrzeugpapiere fehlten ohnehin öfter. Das Tempo war an der Kontrollstelle auf von 130 auf 40 km/h reduziert worden. Von 5554 gemessenen Fahrzeugen waren nur 16 zu schnell. Höchstwert: Tempo 70. Ein Fahrer versuchte, 400 Zigaretten und zwölf Kilogramm rohes Fleisch illegal einzuführen. „Insgesamt können wir ein sehr positives Fazit ziehen. Die Fahrzeugführer sind gut auf die Saison vorbereitet“, so Polizeioberrat Jan Strotzer, Leiter des Sachbereiches Verkehrsangelegenheiten im Polizeipräsidium Land Brandenburg.

Es ging gezielt um den Ferienreiseverkehr

Primär sei es zwar um die Verkehrssicherheit gegangen, „aber wir wollten auch präventiv mit den Leuten im Ferienreiseverkehr ins Gespräch kommen, um auf Ruhezeiten oder notfalls zu bildende Rettungsgassen hinzuweisen“, so Jan Strotzer. Er selbst habe schon einmal erlebt, wie sich ein Fahrrad auf dem Dachgepäckträger eines vorausfahrenden Autos löste. Zum Glück konnte er ausweichen.

Ein bisschen Small-Talk lockerte die Atmosphäre. Hier ein Lächeln, da ein paar gewechselte Worte über Herkunft oder Reiseziel – und dann konnte es meist auch schon weitergehen. Ein Paar aus Leipzig wollte nach Schweden, andere an die Ostsee, ein Trabant-Fahrer zu einem Festival, ein Wohnmobilfahrer zu einer Geburtstagsfeier. Sie trugen meist Shorts, T-Shirt und Sonnenbrille. Dass sie aufgehalten wurden, störte niemanden von ihnen. Die Urlaubsstimmung war spürbar. Tenor: „Kein Problem, wir haben Zeit.“ Robert Karlsson aus Schweden war in mehreren Ländern und nun auf der Rückreise nach Hause.

Immer wieder wurden auch alte DDR-Führerscheine aus den Portmonees gefummelt. „Das haben wir oft, manche fallen schon fast ausein­ander“, berichtet Polizistin Maria Schmiegel. Auch Leute, die noch nie kontrolliert wurden, seien nicht selten. Ihr Kollege Holger Mende verteilte indes Info-Broschüren, Buntstifte und faltbare Frisbee-Scheiben, die vor allem bei Kindern gut ankommen.

„Das Ganze ist auch für uns ein Pilotprojekt“, sagt der Polizei-Sprecher Toralf Reinhardt. Bisher seien Kontrollen nicht derart konsequent auf den Ferienreiseverkehr abgestellt worden. In den nächsten Wochen solle weitere Kontrollen des Reiseverkehrs stattfinden.

Von Björn Wagener

Zusammen mit Stadtführern und Schulkindern aus Neuruppin hat die Arbeitsfördergesellschaft EAN eine ganz besondere Stadtführung entwickelt. 230 Jahre nach dem großen Stadtbrand in Neuruppin konnten die Besucher des Rundganges in Theaterszenen erleben, was sich damals zugetragen hat.

15.07.2017

Trotz Mitgliederschwund gibt es im Amt Neustadt immer noch mehr aktive ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und -männer, als die Sollstärke vorsieht. Das ist inzwischen landesweit eher die Ausnahme als die Regel. Ohne Partner in Kommunalpolitik und Wirtschaft sähe es anders aus.

15.07.2017

Ein 36 Jahre alter Mann hat in der Nacht zu Mittwoch in Wittstock versucht, mit einer Axt die Tür zur Wohnung seines Nachbarn einzuschlagen. Die hinzugerufenen Polizisten nahmen den 36-Jährigen, der 2,5 Promille hatte, in Gewahrsam.

12.07.2017