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Grund- und Oberschule unter einem Dach

Neuruppin Grund- und Oberschule unter einem Dach

Aus der Fontane-Oberschule an der Neuruppiner Artur-Becker-Straße könnte ab 2018 ein „Schulzentrum“ werden: eine Oberschule mit angeschlossene Grundschule unter einem Dach und mit einem gemeinsamen Leiter. Für Neuruppin hätte das gleich mehrere Vorteile.

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Das Gebäude der Neuruppiner Fontaneschule ist so groß, dass dort neben der Oberschule auch noch eine Grundschule Platz hätte.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Fontanestadt könnte schon im kommenden Jahr eine weitere Grundschule bekommen. Die Stadtverwaltung will am Standort der jetzigen Fontane-Oberschule in der Artur-Becker-Straße eine neue Grundschule gründen. Aus der Grund- und der Oberschule würde dann eine neue Konstruktion entstehen, wie es sie im Landkreis Ostprignitz-Ruppin bisher noch nicht gibt: ein „Schulzentrum“.

Solche Schulzentren fördert die Landesregierung gerade in vielen Orten. Eingeführt wurde sie im vergangenen Jahr eigentlich, um auch relativ schwachen Standorten mit wenigen Schülern ein Überleben zu sichern. In Neuruppin geht es eher um das Gegenteil.

„Wir würden damit mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen“, sagt Sozialdezernent Thomas Fengler. Zum einen könnte die neue Grundschule etwas Entlastung für die sehr gefragte Karl-Liebknecht-Schule bringen. Sie ist bisher die einzige Grundschule im Neuruppiner Neubaugebiet und mit etwa 460 Schülern von der 1. bis zur 6. Klasse die größte im Landkreis. Die Schule kommt längst an ihre Grenzen. „Sie ist eigentlich schon übervoll“, sagt Thomas Fengler. Eigentlich gehörte es zum Konzept der Schule, den Hort mit im selben Gebäude unterzubringen. Weil aber derart viele Eltern ihre Kinder dort anmelden, ist für den Hort kaum noch Platz.

Erst 2009 war die Karl-Liebknecht-Schule nach langem und aufwändigem Umbau wieder eröffnet worden

Erst 2009 war die Karl-Liebknecht-Schule nach langem und aufwändigem Umbau wieder eröffnet worden. Inzwischen ist die Schule so gefragt, dass es zu eng wird im Gebäude. Hort und Schule haben nicht gemeinsam Platz.

Quelle: Peter Geisler

Die Stadtverwaltung hatte lange überlegt, die weitgehend leerstehende alte Kita in der Franz-Mehring-Straße für ihn umzubauen. Das würde mit dem Schulzentrum an der Fontaneschule überflüssig werden. Statt bisher vier soll die Karl-Liebknecht-Schule künftig nur noch zwei 1. Klassen aufnehmen. Die anderen beiden könnten an der Fontaneschule eingeschult werden. Alle Kinder, die bisher schon die Karl-Liebknecht-Schule besuchen, sollen dort auch bis zur 6. Klasse weiter bleiben, versichert Fengler. Niemand müsse befürchten, dass sein Kind wechseln muss. Trotzdem wäre auch im Schulhaus genug Platz für den Hort.

Auch die leer stehenden Räume im Gebäude der Fontane-Oberschule würden endlich wieder sinnvoll genutzt werden. Zurzeit steht dort etwa das halbe Schulhaus leer, weil so viele Klassenzimmer wie früher wegen der geringeren Schülerzahl nicht mehr gebraucht werden. Vor einigen Jahren hatte die Stadt überlegt, einen Teil der Schüler aus der ebenfalls überlaufenen Puschkinschule an die Fontaneschule zu verlegen; das hatte unter Eltern und Lehrern für einen Aufschrei des Entsetzens gesorgt. Inzwischen wurde die Idee beerdigt.

Das Gebäude der Fontaneschule steht zur Hälfte leer

Das Schulhaus der Fontaneschule gehört der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG). Sie hatte es vor Jahren im Auftrag der Stadt saniert; Neuruppin zahlt seitdem an die NWG jedes Jahr eine Miete. Dass die Stadt das gesamte Gebäude mieten muss, obwohl sie bisher nur das halbe braucht, ärgerte die Stadtverordneten lange. Mit dem Schulzentrum wäre endlich eine sinnvolle Nutzung gefunden.

Vertreter des Bildungsministeriums hatten die Stadt auf die Idee gebracht, ein solches Schulzentrum zu gründen. Es könnte auch für die bisherige nicht ganz so beliebte Fontaneoberschule eine neue Chance sein. Was Schulzentren für Eltern attraktiv machen könnte: Dort können die Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse bleiben, ohne die Schule wechseln zu müssen.

Starten könnte das Schulzentrum im September 2018. Das Staatliche Schulamt braucht etwas Zeit, um genügend Lehrer bereitstellen zu können, und einige Umbauten am Gebäude sind auch noch nötig. Ende April will Fengler den Plan im Sozialausschuss vorstellen. Er funktioniert nur, wenn die Abgeordneten mitmachen und die Schulkonferenzen ebenfalls.

Von Reyk Grunow

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