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Grundschüler malen das Jenseits

Neuruppiner Hospizmitarbeiter gehen in die Evangelische Grundschule Grundschüler malen das Jenseits

Viertklässler der Evangelischen Grundschule haben sich in der Projektwoche „Hospiz macht Schule“ mit Sterben, Tod und Trauer beschäftigt. Das schwierige Thema haben sie in Bilder umgesetzt, die seit Sonnabend im Neuruppiner Hospiz, im Haus „Wegwarte“ zu sehen sind.

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Lotta (l.) und Janka mit ihren Vorstellungen vom Jenseits.

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. Eine Insel mit einer Trauerweide umgeben von rankenden Rosen – so stellt sich Lotta das Paradies vor. Ihr Bild ist eines von vielen Kinder-Kunstwerken, die seit Sonnabend im Neuruppiner Hospiz, im Haus Wegwarte zu sehen sind. Auch das Bild ihrer Freundin Janka ist keinesfalls düster oder bedrückend. In einer schönen Landschaft mit einer blühenden Wiese befindet sich ein großes geschmücktes Tor, durch das man zu Gott gelangt. Die Bilder sind das Ergebnis der Projektwoche „Hospiz macht Schule“, die im vergangenen Jahr zum zweiten Mal stattfand. Am Sonnabend wurde die Ausstellung eröffnet, die Janka und Lotta mit drei Flötenstücken musikalisch begleiteten. Die 30 Besucher waren tief beeindruckt von den Ergebnissen aber auch überrascht von der fröhlichen, bunten Farbenwelt.

Früher war das Sterben ein Tabu-Thema

Ehrenamtliche Hospizhelfer und hauptamtliche Mitarbeiterinnen gingen in den vergangenen zwei Jahren für eine Woche in die Evangelische Grundschule, um sich gemeinsam mit Kindern der vierten Klassen dem Thema Tod und Sterben zu nähern. Zuvor wurden die Eltern der Kinder an einem Elternabend über Inhalt und Zielsetzung der Projektwoche informiert. „ Nicht alle Eltern waren sofort begeistert“, erzählt Jankas Mutter, Erika Komzak. „Aber ich finde es ganz wichtig. Als ich selbst ein Kind war, war das Sterben ein Tabu-Thema und ich konnte nur schwer damit umgehen.“ Ganz einfach war es für Janka und Lotta nicht, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. „Wir haben auch geweint, als der alte Mann im Film starb“, erzählen sie. „Trotzdem war es für uns ein gutes Projekt. Es war sehr berührend und wir haben viel gelernt.“

Der erste Tag der Projektwoche zum Thema „Werden und Vergehen“ , begann mit einem Lied und einem vorgelesenen Text, bunte Bänder, symbolisierten die starke Gemeinschaft der Viertklässler. Zu einer Meditationsmusik ging es danach auf eine Fantasiereise mit der Entstehungsgeschichte eines Schmetterlings.

Eindrücke in Bildern umgesetzt

Ihre Eindrücke setzten die Kinder dann in Bilder um . Am zweiten Tag beschäftigten sich die Projektteilnehmer mit Krankheit und Leid, um Sterben und Tod ging es am dritten Tag. Die Kinder erzählten von eigenen Erlebnissen, Hospizmitarbeiterin Christine Wiegand las aus dem Buch „Hat Opa einen Anzug an“ vor. Es handelt von einem kleinen Jungen, der die Beerdigung seines Großvaters erlebt. Die Krankenschwester, die seit acht Jahren im Hospiz arbeitet und selbst Mutter von zwei Kindern ist, fand es faszinierend, wie unbefangen sich die Schüler mit diesen schwierigen Themen auseinander setzten. „Es sprudelte nur so aus ihnen heraus“, sagt sie und erzählt, dass es zeitweise auch Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen gab. Ihren Vorstellungen vom Jenseits widmeten sich die Schüler dann mit Fingermalfarben. Warme und kalte Farben wechseln sich ab, ein einsames Schiff, eine lachende Sonne, ein Herz und auch ein kleines Teufelchen sind zu sehen. Eine Pflanzaktion beendete den vierten Tag. Blumen wurden in frische Erde gesetzt. Sie werden nun neue Wurzeln bilden. „Und die Kinder erfahren, dass es Zeit und Geduld braucht, wenn etwas Neues entstehen soll“, so Christine Wiegand.

Von Cornelia Felsch

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