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Ostprignitz-Ruppin Gühlen-Glienicke bleibt hoch gefährlich
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gühlen-Glienicke bleibt hoch gefährlich
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08:21 11.08.2015
Mit Gießkannen und Spaten versuchen Waldarbeiter und Förster, die Glutnester im Boden zu löschen. Quelle: Peter Geisler
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Gühlen-Glienicke

Revierförster Clemens Schmitz muss den Spaten nur in den Waldboden rammen und anheben, schon leuchtet die Glut hellrot. Von oben ist der Brand nicht zu sehen, doch unterirdisch frisst sich das Feuer weiter. Auch der Regen vom Wochenende hat den Waldbrand westlich von Gühlen-Glienicke nicht wirklich löschen können. Zwar steigen keine Rauchsäulen mehr auf. „Aber das Feuer steckt in der Humusschicht“, sagt Förster Andrej Ruhnke. Selbst in den benachbarten Eichenhain hat sich der Brand unterirdisch gefressen. Dabei gab es dort über der Erde gar keine Flammen.

Vor einer Woche hatte ein Feuer wahrscheinlich nach einer Brandstiftung vier Hektar Wald an der Südgrenze des einstigen Bombodroms vernichtet. Die Feuerwehr hat die Flammen zwar gelöscht. Den Brand im Boden kann sie aber nicht bekämpfen. „Da können wir nichts machen“, sagt Neuruppins Stadtbrandmeister Reinhard Jachnick. „Darum muss sich der Landesforstbetrieb selbst kümmern.“

Am Freitag war die Feuerwehr noch einmal mit zwei Fahrzeugen in den Wald ausgerückt, um einige der immer wieder aufflammenden Nachbrände zu löschen. Die unmittelbare Gefahr ist abgewendet. Alles was jetzt kommt, ist nach dem Gesetz nicht mehr Aufgabe der Feuerwehr, sagt Jachnick. Wenn die Förster die Brandschützer erneut rufen, um die Glut im Boden zu bekämpfen, dann müsste der Forstbetrieb wohl oder übel den Einsatz bezahlen. Förster und Waldarbeiter haben sich deshalb einen Wasserwagen mit 10 000 Litern Inhalt besorgt, Gießkassen und noch mehr Spaten. Außerdem haben sie eine Brandschneise in den Wald geschlagen, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreiten kann, wenn es doch noch einmal aufflammen sollte.

Dabei war es noch Glück, dass das Feuer an dieser Stelle im Wald gewütet hat. Wäre der Brand ein paar hundert Meter weiter nördlich auf dem Gelände des Bombodroms ausgebrochen, dann wäre der Schaden sehr viel größer. Wenn der Wald dort brennt, dann müsste die Feuerwehrleute ihn brennen lassen, sagt Rainer Entrup von der zuständigen Bundesforstverwaltung. Auf dem einstigen Übungsplatz liegt so viel Munition, dass ein Löscheinsatz viel zu gefährlich wäre. „Kein freiwilliger Feuerwehrmann soll sein Leben dafür riskieren“, sagt Entrup.

Im Land Brandenburg gab es in diesem Jahr schon mehr als 240 Waldbrände, bei denen 312 Hektar Wald zerstört wurden. Allein bei Jüterbog brannten auf einem alten Übungsplatz 160 Hektar Wald ab. Auch dort durfte die Feuerwehr wegen der Munition nicht löschen, sagt Raimund Engel, der Waldbrandfachmann des Landesforstbetriebs. Im gesamten Jahr 2014 registrierten die Forstverwaltung im Land nur 117 Waldbrände auf 27,4 Hektar Fläche.

Von Reyk Grunow

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