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Ostprignitz-Ruppin „Gurkenhölle“ in Nackel
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Gurkenhölle“ in Nackel
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00:34 21.09.2015
Reinhard Röhling präsentiert seine Riesengurke. Quelle: Sandra Bels
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Nackel

Es gibt Menschen, denen sagt man nach, dass alles, was sie anfassen, zu Gold wird. Bei Reinhard Röhling ist das ähnlich. Bei ihm wird alles, was er in die Hände nimmt, größer, schöner und schmackhafter als bei anderen Gärtnern. Seine Sonnenblumen sind wahre Postkartenmotive und an Üppigkeit kaum zu übertreffen. Sie tragen unzählige Blüten, und die sind dazu noch riesengroß. „Da hab ich gar nichts besonderes mit gemacht. Das waren wohl die Vögel, die den Samen weitergetragen haben“, sagt er Lehrer für Mathe und Physik. In seinem Garten in Nackel erholt er sich vom Arbeitstag im Neuruppiner Schinkel-Gymnasium.

Aber am meisten Entspannung findet er in seiner Gurkenhölle. Die Garage ist bekannt und berüchtigt in ganz Nackel. Dort finden nicht nur die Versammlungen des Angelvereins statt, dessen Vorsitzender Röhling ist. Dort schnippelt und würzt er auch seine höllisch-scharfen Meerrettich-Gurken, die fast alle Nackeler kennen und von denen die Garage ihren Namen hat. Röhling holt sich extra wilden Meerrettich dafür. Er findet ihn unweit seines Grundstücks. Die genaue Stelle bleibt geheim. Schon beim Schnuppern ins Gurkenfässchen steht schnell fest: Das ist nichts für schwache Nerven. Und Röhling betont mit unschuldigem Blick: „Da ist aber kein Chili dran.“

Der Nackeler ist im Garten aufgewachsen. Schon seine Eltern waren Hobbygärtner. 1980 zog er nach Nackel. Seit 20 Jahren wohnt er dort am alten Feuerwehrgerätehaus. Den Garten hat er sich in dieser Zeit so hergerichtet, dass er und seine Frau Heide weder Obst noch Gemüse kaufen müssen. „Wir sind Selbstversorger“, sagt der Gatte. Gerade sind die Gurken reif. Ein Exemplar im Gewächshaus ist riesengroß gewachsen. Röhling hat Mühe, es abzunehmen. „Die Gurke hatte sich irgendwie vor mir versteckt“, sagt er und hält zum Vergleich eine normale Salatgurke daneben. 60 Zentimeter hat Röhling gemessen. In der Zeitung las er von einer Gurke, die 52 Zentimeter lang war. „Da kann ich aber locker mithalten“, meint er. Ob er Meerrettich- oder Senfgurken draus macht, dass wusste er noch nicht. Das wird spontan entschieden.

Die Sommerferien sind für Röhling und seine Frau Heide Schnippel- und Schrubbwochen. „Ich habe alles so angebaut dass ich dann ernten und einwecken kann, weil die Zeit dafür da ist“, sagt der Hobbygärtner. Auf dem Tisch liegt ein Berg Pilze. „Nelkenschwindlinge, die schmecken gebraten sehr lecker“, sagt der Mathelehrer. Beim Putzen entspannt er sich, aber auch beim Vögel beobachten. Es gibt etliche im Garten. Sie scheinen sich pudelwohl zu fühlen zwischen 20 Rosenstöcken, Wein und Pflaumikosen-Bäumen. Die Früchte findet Röhling sehr schmackhaft. Sie schmecken nach Pflaume und Aprikose. Auch die Cherrykosen mag er gern. Die Kiwis sind noch nicht reif. Sie werden zwar nicht so groß, wie die aus dem Supermarkt, „haben aber einen sehr guten Geschmack“, sagt Röhling.

20 Tomaten werden an einem Abend bei Röhlings mindestens verspeist. „Am besten schmeckt mir die Sorte Harzfeuer“, sagt der Nackeler. Er hat schon viel ausprobiert – auch bei den Erdbeeren – ist dann aber doch zu den alten Sorten zurückgekehrt. „Ich pflanze nur Senga Sengana an“, so Röhling. 200 Pflanzen sind es. Bei Möhren muss es der „Rote Riese“ sein. Mit den Radieschen will der Hobbygärtner allerdings nicht mehr experimentieren. Als er im vergangenen Jahr zu Ostern gelbe, rote, weiße, grüne und orangefarbene Radieschen statt Eiern verschenkte, kam das zwar bei den Beschenkten gut an, aber der Geschmack konnte ihn nicht überzeugen.

Ein gutes Händchen scheinen Röhling und seine Frau Heide auch bei den Blumen zu haben. Die Wohnung ist voll davon. An einer Pflanze hängen beide sehr. Man sieht ihr nicht an, dass sie schon 32 Jahre alt ist. „Wir haben sie zu unserem Polterabend geschenkt bekommen“, erzählt Heide Röhling. „Sie ist schon sechsmal umgezogen“, ergänzt der Gatte.

Von Sandra Bels

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