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Ostprignitz-Ruppin Gustav Peter Wöhler sang im Stadtgarten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gustav Peter Wöhler sang im Stadtgarten
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00:31 22.03.2018
Gustav Peter Wöhler und Band geben ein wunderbares Konzert in Neuruppin. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

Gustav Peter Wöhler? Das ist doch der ... Dings ... Den hab ich doch schon gesehen in ... Stimmt, er hat in vielen Filmen mitgespielt, ist oft im Fernsehen zu sehen. Und wenn man ihn erst sieht, fällt es wie Schuppen von den Augen. Klar hat man den schon oft gesehen, den Mann mit dem freundlich-runden Gesicht wie der Gartennachbar, der mit fast schüchternem Lächeln auf die Bühne tritt – mag sein, da blitzt ein winziges Bisschen Schalk hinter seinen blauen Augen. „Behind blue eyes“ heißt sein Programm, in dem er Perlen des Rock, Pop und Country für sich neu entdeckt und ihnen sein eigenes Gepräge gibt.

Seit 22 Jahren schon singt Gustav Peter Wöhler mit seiner Band – grad tourt er wieder durch die Republik und ist am Sonntagnachmittag – ein Glücksfall – der letzte Aequinox-Akteur der vergangenen drei musikberauschten Tage. Anfangs sind rund 120 Zuhörer im Neuruppiner Stadtgarten versammelt, um ihm zu lauschen. Wie durch Zauberhand werden es im Laufe des Konzertes immer mehr.

Gesang und Tanz ist eins für ihn. Quelle: Regine Buddeke

Mit „From the morning“ von Nick Drake – „ein Juwel der Singer/Songwriter“ nennt er ihn – startet Wöhler sein Programm und offenbart eine bewegliche Stimme, mit leicht heiserem Timbre. Das geht wunderbar ins Ohr. Ebenso beweglich ist Wöhler selbst: Klein und nicht gerade ein Model-Typ, swingt, rockt, tanzt er mit solcher Hingabe zu seinem eigenen Gesang, dass es eine Lust ist. Keine Frage, der Mann hat den Groove, den Swing, den Rock’n Roll im Blut und in jeder Faser seines Körpers. Mal tigert er lässig über die Bühne, lässt die Hüften kurz zucken, gleitet mit lässiger Eleganz zu seinem Bassisten, wippt die Arme, lässt das Mikro rhythmisch in der Hand vibrieren, während er den Mikroständer hin und her wippt, wie eine Schöne beim Tango.

„Als ich den folgenden Song das erste Mal gehört habe, dachte ich, der wurde eigens für mich geschrieben“, erklärt Wöhler und der Schalk blitzt kurz in ihm auf. „Short people“, singt er, von Randy Newman. Seine Stimme ist wandelbar – sein Schauspielerberuf tut ein übriges, dass seine Mimik immer sehenswert ist.

Er verzieht und verdreht die Töne, wenn es not tut, lässt einen Schlussklang vom tief in der Kehle knurrenden Grollen zum Kampfschrei wachsen. Das ist erste Sahne und wird vom Publikum mit Extraapplaus honoriert. Genauso wie die eingesprengten Instrumentalsoli von Bassist Olaf Casimir, Kai Fischer am Keyboard und Mirko Michalzik, der seiner Gitarre wahre Wunder abringt. Dem Quartett springt die Liebe zur Musik aus jeder Note.

Auch Wöhlers Instrumentalisten geben alles. Quelle: Regine Buddeke

Eine irische Volksweise, „Perfect day“ von Lou Reed, Glen Campbells „Wichita Lineman“ – alles Songs, die man irgendwo schon mal gehört hat. Dann „Mother’s little helpers“ – ein Drogensong, witzelt Wöhler. Der Song ist von den Gottvätern des Rock, die in Stadien spielen. „Scheinbar mit Gagen, die es ihnen nicht erlauben, sich zur Ruhe zu setzen“, uzt Wöhler. Er habe ja als Kind die Stones nicht gemocht: „Ich war Beatles-Fan.“

Sein Vater habe ihm zu Weihnachten eine Platte geschenkt – nicht von den Beatles sondern den Stones. „Für einen Zehnjährigen ein Weltuntergang“, erinnert sich der 62-Jährige. „Lange Haare sind lange Haare“, habe der Vater beschieden und die Platte landete in der Schublade. Irgendwann, als man Mädchen beeindrucken wollte, ging das mit Stones-Songs besser, erklärt Wöhler. Er habe seinen Frieden mit der Band gemacht – einen Beatles-Song gibt es übrigens nicht im Programm.

Peter Wöhler hat den Groove. Quelle: Regine Buddeke

Nenas „Heute nur geträumt“ macht er zum Kabarett. Er stößt die Worte wie unter Qualen heraus, verdreht die Augen gen Himmel. Jede Note seufzt: Was für ein bescheuerter Text.“ Das macht viel Spaß – Wöhler auch. „Köstlich“, sagt eine Frau. Und weiter gehts mit wunderbarer Musik: dem Country-Hit „Everybodys talking“, „Running on empty“ von Jackson Browne, einem wunderbar-vokalem „A salty dog“ von Procol Harum, „Bridge over troubled water“ von Paul Simon und einem der schönsten Liebeslieder aller Zeiten von Altmeister Billy Joel: „She’s always a woman to me“. Ein Song von Johnny Cash, einer von Annie Lennox – der Schluss­applaus ist laut. Ohne Zugabe darf Wöhler nicht gehen – mit fast so rauchiger Stimme wie Tom Waits singt er „Waltzing Matilda“ und Rio Reisers grandioses „Bye bye Junimond“.

Von Regine Buddeke

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