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Gutachten zu Wittstocker Hindernissen

Barrieren sollen fallen Gutachten zu Wittstocker Hindernissen

Denkmalschutz ist eine gute Sache. Dies zeigt die Sanierung der Wittstocker Innenstadt. Doch nicht immer wird dabei die Barrierefreiheit berücksichtigt. In Zukunft sollen vorhandene Hindernisse weiter begradigt werden. Ein jetzt erstelltes Gutachten soll dabei helfen.

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Nicole Lübke und Dieter Herm vertiefen sich in die Planungsunterlagen vom aktuellen Gutachten.

Quelle: Christamaria Ruch

Wittstock. Das Thema Barrierefreiheit bewegt die Stadtverwaltung in Wittstock. Ein druckfrisches Gutachten unter dem Titel „Generationengerechtes Leben im ländlichen Raum (Barrierefreiheit)“ nimmt dabei die Kernstadt Wittstock sowie die beiden Ortsteile Dossow und Freyenstein unter die Lupe. Das Büro „Stadt Land Fluss“ für Städtebau und Stadtplanung Berlin stellte in den vergangenen Monaten ein umfassendes Maßnahmepaket zusammen. Das Gutachten spricht ebenso Empfehlungen aus, wie die einzelnen Maßnahmen zur weiteren Barrierefreiheit umgesetzt werden können.

Andreas Ellfeld beim Tauglichkeitstest  der Altstadt mit der MAZ

Andreas Ellfeld beim Tauglichkeitstest der Altstadt mit der MAZ.

Quelle: Ruch

„Die Vorstellung und Präsentation dieses Gutachtens soll im Kulturhaus in Pritzwalk erfolgen. Allerdings steht der genaue Termin im März oder April noch nicht fest“, sagt Wittstocks Wirtschaftsförderer Dieter Herm. Das Gutachten wurde im Rahmen vom Bund-Länder-Programm „Kleinere Städte und überörtliche Zusammenarbeit“ (KLS) erarbeitet. Das Mittelzentrum Pritzwalk – Wittstock mit Pritzwalk, Wittstock, Heiligengrabe und Meyenburg wird seit 2010 gemeinsam durch das KLS-Programm gefördert. Neben Wittstock wurde nun auch in den drei anderen Kommunen die Barrierefreiheit überprüft. „In diesem und kommenden Jahr wird auch die Grundschule in Heiligengrabe mit Hilfe dieser KLS-Fördermittel saniert“, so Dieter Herm.

„Die Barrierefreiheit in Wittstock soll zukünftig parallel zu Baumaßnahmen auf den Prüfstand gestellt werden“, sagt der Wirtschaftsförderer. Auch wenn die Innenstadt in den letzten 20 Jahren nach denkmalrechtlichen Gesichtspunkten komplett saniert wurde – nicht immer genügen die Ergebnisse den Anforderungen der Barrierefreiheit. Dies zeigte auch ein von der MAZ begleiteter Rundgang mit dem Rollstuhlfahrer Andreas Ellfeldt im Oktober vergangenen Jahres. Er bescheinigte der Altstadtsanierung in Wittstock gute Noten. Dazu zählt er etwa die Spurbahnen, auch als parallel verlaufene Platten auf den Fußwegen bekannt. Dadurch können Rollstuhlfahrer, egal ob mit Selbstfahrrollstühlen oder Elektroantrieb unterwegs, Personen mit Rollatoren oder auch Kinderwagen bequem vorwärts kommen. Dennoch wies er auf ein grundsätzliches Problem hin: Zu große Fugen zwischen Naturgroßpflastersteinen an den Grundstückszufahrten.

„Die Erfahrungen von Herrn Ellfeldt haben wir auch in dieses Gutachten einfließen lassen“, sagt Nicole Lübke, Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung. Derzeit ist jedoch noch völlig offen, ab wann die einzelnen Maßnahmen für die Barrierefreiheit umgesetzt werden können. „Wir befinden uns in der Planungsphase“, räumt Dieter Herm ein. Erfahrungsgemäß zieht die Stadtverwaltung immer fertige Projekte aus der Schublade, wenn Finanzmittel aus einzelnen Fördertöpfen, die das Land bereitstellt, abgerufen werden. „Wir möchten künftig den Denkmalbehörden Konfliktstellen bei der Barrierefreiheit benennen und mit diesem Gutachten auch eine Argumentationsgrundlage zur Verfügung haben“, so Herm. Denn der Städtebau muss sich nach Aussage von Herm mit dem Denkmalschutz weiter entwickeln. Somit ist es gut, wenn „wir auf eine fachlich kompetente Beratung von außen wie durch dieses Gutachten vom Berliner Büro ’Stadt Land Fluss’ zurückgreifen können“.

Von Christamaria Ruch

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