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Ostprignitz-Ruppin Gute Ernte, schlechte Preise
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gute Ernte, schlechte Preise
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14:19 23.08.2013
Noch gibt es auf den Feldern des Fehrbelliner Agrarbetriebs viel Arbeit, auch wenn das Getreide abgeerntet ist. Die Bauern müssen düngen und neue Saat ausbringen. Quelle: Cornelia Felsch
Fehrbellin

Große Staubwolken liegen über den Feldern bei Fehrbellin. Die Roggenernte ist noch gar nicht abgeschlossen, da haben die Landwirte bereits ihren Ertrag des kommenden Jahres im Blick. Für Erntefeste haben sie momentan noch keine Zeit. „Bis zum Oktober haben wir noch viel zu tun“, sagt Hellmuth Riestock, Geschäftsführer des Fehrbelliner Agrar-Betriebes Rhinmilch. „Der Raps muss gedrillt werden, dann kommt die Gerste“, sagt Riestock. „Roggen und Weizen haben noch Zeit.“

Das Korn macht für den Agrarbetrieb nur einen kleinen Teil der Arbeit aus. Noch läuft die Strohernte, die Gülle muss ausgebracht werden, Mais- und Grünlandernte stehen noch bevor. Der Rhinmilchverbund bewirtschaftet eine landwirtschaftliche Nutzfläche von rund 4000 Hektar; 2600 Hektar werden als Ackerland genutzt. Auf diesen Flächen haben die Landwirte in diesem Jahr bereits Raps, Gerste, Weizen und Roggen geerntet. 150 Hektar Roggen müssen noch gedroschen werden. Treffen die Wettervorhersagen ein, könnten die Arbeiten in dieser Woche geschafft sein, sagt Riestock. Mit dem Ergebnis ist er zufrieden: Die Erträge pegeln sich bei 15 bis 20 Prozent über dem fünfjährigen Mittelwert ein. Damit liegt der Betrieb im Brandenburger Trend. Noch ist zwar nicht alles gedroschen, was auf Brandenburgs Feldern angebaut wurde. Doch fest steht bereits jetzt, dass die Hektarerträge der diesjährigen Druschernte 15 Prozent über dem Mittelwert der Vergangenen fünf Jahre liegt. An die Rekordernte von 2004 kommen die Bauern allerdings nicht heran.

„Doch es gibt einen Wermutstropfen“, sagt Rhinmilch-Geschäftsführer Riestock „Die Preisentwicklung ist äußerst problematisch. Besonders beim Roggen wirkt sich der Preisverfall wesentlich stärker aus, als die Mehrerträge einbringen.“ Gerade Roggen gehört in Brandenburg zu den am häufigsten angebauten Getreidearten. Durch seine Anspruchlosigkeit kann er auf leichten, für andere Getreidearten unsicheren Böden angebaut werden.

Zu Beginn des Jahres lag der Roggenpreis noch bei 22 Euro pro Dezitonne – mit dem Erntestart sank er auf 11 Euro. Ein Grund dafür sei nach Angaben des Landesbauernverbands die Abkehr der Bioethanol-Hersteller von heimischen Rohstoffen hin zu billigeren Importen aus Asien und Südamerika.

Die logische Konsequenz wäre für Hellmuth Riestock jetzt eine Senkung der Brotpreise. Viele Bäckereien hatten zu Beginn des Jahres die Preise angehoben und die Steigerung mit höheren Roggen- und Weizenkosten begründet. „Wir können nur froh sein, dass wir einen Teil der Ernte zur Energiegewinnung nutzen können, sonst wüssten wir in diesem Jahr gar nicht wohin damit“, sagt Riestock.

Auch Erhard Hinz, Geschäftsführer der Großmutzer Agrargesellschaft kann sich nicht so recht über die gute Ernte in diesem Jahr freuen, obwohl er solch hohe Erträge in seiner dreißigjährigen Geschäftstätigkeit noch nicht erlebt hat. Ernteten die Großmutzer bisher 25 bis 30 Dezitonnen Raps pro Hektar, so waren es in diesem Jahr 40 Dezitonnen. Doch die guten Ernteaussichten haben auch beim Raps die Preise fallen lassen. Er kostet heute ein Drittel weniger als noch vor einem Jahr.

Die Brandenburger Obstbauern werden in diesem Jahr keine Absatzprobleme haben. Ihre Ernte wird nur mäßig gut ausfallen. „Der Mai war zu kühl und zu nass, deshalb gibt es keine Erfolgsmeldungen“, sagt Jörg Kirstein, Präsident des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. „Beim Spargel haben wir drei Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr und bei Süßkirschen und Erdbeeren waren die Preise das Dilemma“, sagt Kirstein. „Als sie hoch waren, hatten wir noch keine eigenen Früchte.“ Auch die Apfelsaison wird nicht übermäßig ausfallen – das bestätigen Susann und Stefan Wähnert aus Hoppenrade. „Wir werden wesentlich weniger Äpfel ernten als im vergangenen Jahr“, sagt die Obstbäuerin. Dafür gibt es bei den Wähnerts allerdings mehrere Ursachen. Zum einen tragen die alten Obstsorten nur alle zwei Jahre reichlich Früchte. Stefan Wähnert, der auch Bienen züchtet, hatte im vergangenen Winter Verluste bei seinen Bienen zu verzeichnen, so dass zur Blütezeit nur zwei Völker in der Plantage standen.

Von Cornelia Felsch

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