Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Gutshäuser bleiben ohne Sanierer

Mechow/Heinrichsfelde Gutshäuser bleiben ohne Sanierer

Der Käufer der Immobilien in Mechow und Heinrichsfelde erwarb beide Gebäude

mit der Absicht, sie in ihrem Zustand zu belassen und weiterzuveräußern. Wie er der MAZ weiterhin verriet, engagiere er sich mit dem Gewinn aus solchen Geschäften im Tierschutz. Bemerkenswert ist dabei die Spanne zwischen der Versteigerungssumme und dem jetzt verlangten Kaufpreis.

Voriger Artikel
Stadt sucht Hanse-Team
Nächster Artikel
Fachkräftemangel und Wolfsattacken

„Interessantes Gutshaus mit Turm“: Heinrichsfelde.

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. Die Hoffnung vieler zerschlägt sich jetzt, dass den früheren, längst jedoch leerestehenden und maroden Gutshäusern von Mechow und Heinrichsfelde nach dem jüngsten Besitzerwechsel wieder neues Leben eingehaucht wird. „Ich bin nur An- und Verkäufer“, erklärt Ron Geese auf MAZ-Nachfrage. Ziel seines Kaufs beider Gebäude sei also lediglich deren Weiterverkauf. Der 53-Jährige bietet die Immobilien seit einigen Tagen über einschlägige Internetportale bereits wieder an.

Beide Objekte gehörten zuletzt der Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Kyritz. Laut ihr ist der Verkauf beider Häuser aber noch gar nicht komplett vollzogen. Für WBG-Chefin Gabriele Schuster sei davon erst zu sprechen, wenn das Geld jeweils eintrifft. Als Stichtag hierfür sei der 27. Mai vereinbart worden – Sonnabend.

Bemerkenswert: Für das sogenannte Schloss in Heinrichsfelde, ein laut Anzeige „interessantes Gutshaus mit Turm, 500 Meter bis zum See, 70 Kilometer bis Berlin“, will Geese knapp 120 000 Euro haben und für das frühere Gutshaus in Mechow, ein „gut erhaltenes Herrenhaus mit hellen Wohnräumen in ruhiger Lage“, sogar fast 130 000 Euro. Bei der Frühjahrsauktion der Deutschen Grundstücksauktionen AG in Berlin im März gab es den Zuschlag für Heinrichsfelde aber schon bei gerade Mal 20 000 Euro. Das Gutshaus in Mechow war für nur 24 000 Euro unter den Hammer gekommen.

Der Käufer betreibt einen Gnadenhof

„Ich muss ja von irgendwas leben“, erklärt der Händler seinen deutlichen Aufpreis. Damit meine er zugleich nicht sich allein, sondern dass er damit seine Berufung finanziert: Geese ist Tierschützer, hilft beispielsweise Straßenhunden in Rumänien oder kämpft gegen die Tötung von alljährlich Zehntausenden Windhunden in Spanien, die keine Leistung bringen. Auch unterhält Geese einen Gnadenhof. Ende 2011 gründete er die Ron-Geese-Stiftung. Seine „Niederlassung Brandenburg“ findet sich in Selbelang, gelegen zwischen Friesack und Nauen nahe der B 5. Zuvor firmierte er nur im thüringischen Altenburg. „Klar, Tierschutzarbeit läuft sonst über Spenden, doch die sind oft nur schwierig einzuwerben. Daher gründete ich die Immobilien-Firma.“ Aktuell im Portfolio der „Ron Geese Immobilienbesitz“ sind mehrere, jeweils ebenso betagte Mehrfamilienhäuser, ein weiteres früheres Gutshaus, aber auch Gewerbeflächen. Geeses bisheriger Tätigkeitsschwerpunkt lag dabei in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Viele Interessenten sind wieder abgesprungen

Jede Immobilie finde irgendwann ihren nächsten Käufer, und es gebe preislich immer auch einen „gewissen Spielraum“, sagt der Händler zugleich mit Blick auf erhoffte Interessenten für Heinrichsfelde und Mechow. Dass er diese findet, darin sei er optimistisch. Geese glaube dabei auch an einen Marktwert dieser Häuser, der die von ihm aufgerufenen Preise begründe.

Die WBG jedoch hatte jahrelang vergeblich versucht, neue Nutzer zu finden. Kaufinteressenten seien laut Gabriele Schuster zwar hin und wieder da gewesen, aber nach der Besichtigung stets abgesprungen.

Von Matthias Anke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg