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Gymnasiasten erkunden Militäraltlasten

Wittstock Gymnasiasten erkunden Militäraltlasten

Erstmals reihte sich das Wittstocker Gymnasium in den Brandenburger Konversionssommer ein. Auch rund um die Dossestadt spielt das Thema eine Rolle. Der ehemalige Flugplatz in Alt Daber und die Kyritz-Ruppiner Heide stecken voller Altlasten. Elftklässler tauchten einen Tag in diese Thematik ein und sahen hautnah Kampfmittel und Fundmunition.

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Anschauungsobjekte für die Schüler: Kampfmittel und Fundmunition.

Wittstock. Das Städtische Gymnasium in Wittstock stand am Mittwoch ganz im Zeichen der Konversion. Erstmals nutzte die Schule das landesweite Angebot, um sich über Herausforderungen bei dieser Querschnittsaufgabe zu informieren. Der Landkreis OPR sowie das Kompetenz-Zentrum Konversion/Kampfmittelberäumung (KOMZET) unterstützten die Schule an diesem Tag. 72 Schüler der Jahrgangsstufe 11 setzten sich in mehreren Arbeitsgruppen mit dem Thema auseinander.

Konversion ist eine Jahrhundertaufgabe und bedeutet die Umnutzung von militärischen Flächen oder Gebäuden. Auch vor der Haustür in Wittstock wird Konversion groß geschrieben, denn aktuell läuft der Abriss der alten Militärunterkünfte auf dem ehemaligen Flugplatz in Alt Daber (die MAZ berichtete). Der Konversionssommer bündelt landesweit eine Reihe von Veranstaltungen – in diesem Jahr läuft die 19. Auflage. Markus Hennen von der Arbeitsgemeinschaft Konver in Jüterbog (Teltow-Fläming) koordiniert den Konversionssommer im Land.

Markus Hennen

Markus Hennen

Quelle: Ruch

Hennen zog in seinem Auftaktvortrag die Schüler mitten hinein in die Geschichte der Konversion. Dabei ging er auf Strukturen im Land sowie die Dimensionen der Konversion ein. Hennen untermauerte harte Fakten mit Geschichten aus dem Alltag der Konversion. Altbundeskanzler Helmut Kohl stellte 1993 die Weichen für die Konversion. Er bot damals den Bundesländern die kostenfreie Übernahme der ehemals von den sowjetischen Truppen genutzten Militärflächen einschließlich aller Rechte und Pflichten an. Von 1994 bis 1998 übernahm Brandenburg 100 000 Hektar solcher Liegenschaften.

„Vom Grundsatz her wird bei jeder militärischen Fläche immer Munition im Boden erwartet“, sagte Markus Hennen. Auch toxische Belastungen, etwa durch Quecksilber, gehen davon aus. Quecksilber bedeutet eine Gefahr für Boden und Trinkwasser. „Ist die Trinkwasserversorgung in Gefahr, hat das elementare Auswirkungen.“ Auf Truppenübungsplätzen befanden sich immer auch Sandkästen. Doch dieser harmlose Name erweist sich als Trugschluss: Die Sandkästen waren Beobachtungspunkte, auf denen der Standort in verkleinerter Ausführung aufgebaut war.

Ines Lehmann vom Bau- und Umweltamt des Landkreises OPR stellte dann den regionalen Bezug her. Sie informierte über die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kyritz-Ruppiner Heide und weitere Vorhaben in dem Areal. Allein in diesem Gebiet werden in den kommenden Jahren 15 Millionen Euro für das Entfernen von Munition investiert. „Damit werden drei Prozent der Fläche beräumt“, sagte Markus Hennen. In einer weiteren Arbeitsgruppe stand das Gefahrenpotenzial von Kampfmitteln und Fundmunition im Mittelpunkt. Jaqueline Krüger vom Kompetenzzentrum für Konversion und Kampfmittelräumung und Andreas Butzke von der Gesellschaft für Liegenschaftskonversion zeigten an praktischen Beispielen das Erkennen von Kampfmitteln sowie das richtige Verhalten.

Von Christamaria Ruch

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