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Häuser evakuiert, ganze Region ohne Strom

Kyritz Häuser evakuiert, ganze Region ohne Strom

Das Sturmtief traf auch die Kyritzer Region am Donnerstagnachmittag: Feuerwehren überall waren im Dauereinsatz, Kinder warteten in Tagesstätten auf ihre Eltern, Autos wurden beschädigt. Am Schlimmsten jedoch traf es die Bewohner von Häusern, die vom umstürzenden Bäumen beschädigt wurden.

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In der Kyritzer Poststraße zerdrückte ein Baum einen Häusergiebel.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Nach rund einer Stunde war das Schlimmste vorbei. Doch das Aufräumen nach dem schwersten Sturm seit Jahren wird in und um Kyritz noch eine Weile andauern.

Der Wetterdienst hatte zwar vor Orkantief „Xavier“ gewarnt, doch dann kamen die Orkanböen am Donnerstagnachmittag doch recht plötzlich. Um 15.52 Uhr fiel in ganz Kyritz der Strom aus. Auch Teile Gumtows, Wusterhausens und des Neustädter Amtsgebietes waren betroffen. Wenig später brach auch das Mobilfunknetz zumindest teilweise zusammen.

Mehrere Häuser von Bäumen getroffen, etliche Autos demoliert

Spätestens zu diesem Zeitpunkt hielten schon die ersten Bäume dem Wind nicht mehr stand. Überall wurden Stämme entwurzelt, brachen Äste herunter. Nach ersten Informationen mussten in der Region einige Häuser evakuiert werden, nachdem Bäume auf sie gekracht waren. „Ein paar Minuten hatten sie, etwas einzupacken, alles andere wäre zu riskant“, sagte Frank Brüggemann, der Kyritzer Ortswehrführer, mit Blick auf einen mächtigen Baum, der in der Poststraße einen Giebel eindrückte: „Die Leute kommen bei Verwandten unter.“

Ein Anwohner fotografiert einen in der Kyritzer Pestalozzistraße umgestürzten Baum

Ein Anwohner fotografiert einen in der Kyritzer Pestalozzistraße umgestürzten Baum.

Quelle: Matthias Anke

Auch im Neustädter Amtsgebiet wurden Häuser von umgestürzten Bäumen getroffen, wie Amtswehrchef Heino Arndt sagte. Da zählte er zudem bereits sechs demolierte Autos, allein drei davon in Stüdenitz. „Wir haben überall Einsätze.“

Dieser Baum blockierte die südöstliche Kyritzer Stadtzufahrt

Dieser Baum blockierte die südöstliche Kyritzer Stadtzufahrt. Dort zerschlug es auch einen Teil des Friedhofszauns.

Quelle: Alexander Beckmann

Viele Straßen waren dicht. Betroffen waren beispielsweise die Bundesstraße 5 nordwärts sowie mehrere Stadteinfahrten, die durch Bäume blockiert waren. In der Kyritzer Graf-von-der-Schulenburg-Straße lag ein Baum quer auf der Fahrbahn und blockierte damit die südöstliche Stadtzufahrt. Wenige Meter weiter hatte ein anderer einen Teil des Friedhofszauns zertrümmert.

Kein Wasser mehr in Wusterhausen, vielerorts Druckabfälle

Alle Feuerwehren war im Dauereinsatz: „Wir konnten noch gar nicht alles erfassen. Die Schäden werden wir erst noch richtig mitbekommen“, sagte Wusterhausens Gemeindebrandmeister Ralf Hohmann. In diesem Gemeindegebiet soll weiträumig in den Haushalten auch kein Wasser mehr aus den Leitungen gekommen sein beziehungsweise war vielerorts von Druckabfällen die Rede.

Kyritzer Feuerwehrleute bei der Arbeit in der Werner Straße /Ecke Fröbelstraße

Kyritzer Feuerwehrleute bei der Arbeit in der Werner Straße /Ecke Fröbelstraße.

Quelle: Matthias Anke

In Kyritz hatte sich die Alarmierung der Brandschützer zunächst als schwierig erwiesen, da dort die Sirenen nicht funktionierten. Feuerwehrleute, teils über „Pieper“ oder Handy kontaktiert, kamen dennoch in einsatzfähigen Stärken am Gerätehaus an. Jeder sah ja, was los war. Im Wohngebiet am Eichenweg beispielsweise warf der Sturm derweil Carports um, andernorts deckte er Teile von Dächern ab.

Die Feuerwehren waren nicht völlig nur auf sich gestellt

Die Feuerwehren waren nicht völlig nur auf sich gestellt: Überall, hier in Gantikow, packten die Bürger mit an und halfen aufräumen.

Quelle: Alexander Beckmann

Zudem herrschte gerade Berufsverkehr. In einigen Kitas mussten am Nachmittag Mädchen und Jungen länger als gewohnt auf ihre Eltern warten, weil diese wegen gesperrter Straßen nicht durchkamen. Auch eine Verständigung per Handy war in einigen Netzen nicht möglich. Tankstellen stellten ihren Betrieb ein, Geschäfte schlossen.

Und kaum waren die schwersten Böen vorbei, begannen die Menschen überall mit dem Aufräumen – nicht nur auf dem eigenen Grundstück. Allein wären die Feuerwehrleute damit hoffnungslos überfordert gewesen. Sie mussten sich mit ihrer schweren Technik ohnehin um die größeren Brocken kümmern.

Von Matthias Anke und Alexander Beckmann

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