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Hafendorf-Hotel ist verkauft

Rheinsberg Hafendorf-Hotel ist verkauft

Seit Jahren galt das Hafendorf-Hotel als ein Problemfall. Doch nun ist die Immobilie saniert – und hat jetzt auch den Eigentümer gewechselt. Seit Anfang Oktober gehört das Objekt mit seinen 177 Zimmern der Intown-Invest-Gruppe, die ihren Sitz in Berlin hat. Betrieben wird das Hotel aber weiter vom Maritim.

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Das Maritim-Hafenhotel Rheinsberg hat jetzt einen neuen Besitzer: die Intown Hotelgesellschaft Rheinsberg.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Das Rheinsberger Hafendorf-Hotel ist nun saniert – und auch gleich verkauft worden. Das bestätigt Axel Deitermann, der bisherige Geschäftsführer der Wellnesshotel-Hafendorf-Rheinsberg- Gesellschaft auf Nachfrage der MAZ. Seit Anfang des Monats befindet sich das Objekt mit 176 Gästezimmern in den Händen von Intown-Invest. Dabei handelt es sich wohl um eine israelische Investorengruppe mit Sitz in Berlin und einem Firmengeflecht aus Gesellschaften, die sich jeweils um ein Objekt kümmern. Laut Deitermann ist die Intown-Hotelgesellschaft Rheinsberg der neue Eigentümer des Hotels in der Prinzenstadt. Im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg ist für Mitte April die Firmengründung der Intown- Grundstücksgesellschaft Rheinsberg mit einem Kapital von 25 Millionen Euro eingetragen.

In der Branche ist die Gruppe bekannt dafür, dass sie sich auf Problem-Objekte in Bestlagen spezialisiert hat, in die sie gewinnbringend viel Geld steckt. Zu der Gruppe, die Milliarden für internationale Investoren verwaltet, gehören das Crowne Plaza Hotel in Berlin, das Holiday Inn am Zwinger in Dresden und viele andere Immobilien in deutschen Großstädten. Die Internetseite der Gruppe ist im Moment allerdings nicht verfügbar. Für ein Gespräch über den Kauf und die Pläne für Rheinsberg hat die MAZ die Intown-Gruppe nicht erreicht.

Axel Deitermann, der in Düsseldorf die Hotelberatungsgesellschaft „Hotel Affairs Consulting“ führt und seit zweieinhalb Jahren Geschäftsführer in Rheinsberg ist, ist zufrieden mit der Entwicklung des Hauses. Seit April 2013 befand sich das Hafendorf-Hotel in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Nachdem im Sommer 2013 die Maritim-Gruppe einen Management-Vertrag unterzeichnete, schrieb das Hotel wieder schwarze Zahlen. Die Schulden waren allerdings immer noch da.

An diesem Punkt sei der Hauptgläubiger, eine Berliner Bank, dem Hotel sehr entgegengekommen, sagt Axel Deitermann. Das Kreditinstitut habe auf Zinsen und Tilgung verzichtet. Nur dadurch sei die Sanierung nun gelungen. Der Grund für das außergewöhnliche Engagement der Bank sei die Verwurzelung in der Region. Dadurch habe sie immer im Blick gehabt, dass für Rheinsberg und die 80 Mitarbeiter eine Schließung des Hauses sehr schwierig wäre.

Deitermann betont aber auch, dass Maritim als Betreiber eine große Rolle gespielt hat. Durch die gute Führung sei die Zahl der Übernachtungen gestiegen. Schon 2015 erzielte das Hotel ein um 100 Prozent höheres Betriebsergebnis als noch 2014. Zu verdanken sei das vor allem dem Engagement des Hoteldirektors Carlos Beck, der die Mitarbeiter auf seine Seite gezogen habe, sagt der Sanierer. „So etwas habe ich in den 20 Jahren, in denen ich den Job mache, noch nie erlebt.“ Deitermann schreibt den Erfolg zum einen dem Umstand zu, dass der gebürtige Kolumbianer familiäre Wurzeln in Neuruppin hat und die Mentalität der Menschen im Ruppiner Land gut versteht. Zum anderen sei das Alter des Direktors ein Vorteil gewesen. „Oft kommt da ein junger Direktor, der nur noch an den nächsten Karriereschritt denkt und nicht an das Haus, in dem er jetzt ist. Mit 63 Jahren ist das anders.“

Deshalb und weil Kontinuität dem Haus gut tut, habe er sich bei den Verkaufsverhandlungen dafür eingesetzt, dass Maritim das Hotel weiterbetreibt. Ein entsprechender Passus wurde sogar im Vertrag aufgenommen und nun sei der Betrieb an eine Maritim-Management-Gesellschaft übergeben worden.

Vier Interessenten gab es für die Immobilie; zwei von ihnen haben zuletzt hart um das Objekt gekämpft. „Das war eine Entwicklung, die ich vor zwei Jahren so gar nicht für möglich gehalten hätte“, sagt Axel Deitermann. Im Moment seien Hotels sehr gefragt, weil es viel Anlagekapital gibt und der Tourismus in Deutschland als gewinnbringend erkannt wurde. Die Intown-Gruppe hielt der Hotelkenner für eine gute Wahl, weil sie Erfahrung mit der Hotelbranche hat. „Da es in so einer Konstellation keine Gläubigerbenachteiligung geben darf, verkauft man am Ende aber auch einfach an den, der am meisten zahlt.“ Wie hoch der Preis war, darüber schweigt er.

Von Celina Aniol

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