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Haft für Dealer

Kyritz Haft für Dealer

Ein 34-Jähriger betrieb in Kyritz sechs Monate lang eine Cannabisplantage. Dafür wurde er vom Landgericht Neuruppin am Donnerstag zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Für den bereits vorbestraften Angeklagten sprachen sein Geständnis und eine Aussage bei der Polizei, die ein Verfahren gegen einen anderen Dealer ins Rollen brachte.

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Quelle: dpa

Kyritz. Drei Jahre Haft wegen unerlaubten Drogenhandels in drei Fällen: So lautete am Donnerstag das Urteil der zweiten Strafkammer des Landgerichts Neuruppin.

Angeklagter betrieb Cannabisplantage

Zwischen Januar und September 2016 hatte der 34-jährige Sven S. eine Cannabisplantage betrieben. Als er aufflog, weil die Polizei bei ihm vor der Tür stand, zeigte er sich geständig. Auch vor Gericht packte er aus. Sven S. hatte zugegeben, insgesamt zwei Mal Cannabis verkauft zu haben, insgesamt drei Kilogramm aufgeteilt in 500 Gramm Portionen. Entscheidend, so der Staatsanwalt, sei der Wirkstoffgehalt. Auch, wenn man von einer schlechten Qualität ausgehe, würde der errechnete Wert die vom Bundesgerichtshof festgelegte „nicht geringe Menge“ von 7,5 Gramm reinem Wirkstoff bei weitem überschreiten. Die auf dem Grundstück gefundenen 600 Pflanzen hätten einen 30fach höheren Gehalt aufgewiesen.

Angeklagter half Ermittlungsbehörden

Das Geständnis des Angeklagten wurde strafmildernd berücksichtigt. Sehr zu seinen Gunsten sprach für den Kyritzer, dass er sich bereit erklärt hatte, Polizei und Staatsanwaltschaft zu helfen. „Seine Aussage hat sich bestätigt“, sagte der Staatsanwalt. Damit hat er ein Verfahren gegen Christian T. ins Rollen gebracht. Der soll, so der Angeklagte, ihn auf die Idee mit der Cannabisplantage gebracht haben. Von ihm will er auch das Know-how und auch das anfänglich benötigte Equipment bekommen haben. Auf seinen Tipp hin erfolgte im November vergangenen Jahres eine polizeiliche Durchsuchung in Großderschau (Havelland) auf dem Grundstück von Christian T. Die Beamten wurden fündig. Sie entdeckten 240 Pflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien und um die drei Kilogramm Pflanzenschnitt, verpackt in Müllsäcken, kurzum eine Plantage.

Wie der Angeklagte am Donnerstag sagte, habe er gehört, dass Christian T. sich in Neustadt/Dosse ein neues Tätigkeitsfeld geschaffen habe. Seine Quelle wollte Sven S. allerdings nicht preisgeben. Zum Umfang konnte er nichts sagen.

Unbelehrbarer Angeklagter

Gegen den Angeklagten sprachen seine zahlreichen Vorstrafen, darunter zwei wegen Drogenhandels. 2006  wurde er wegen unerlaubten Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. „Er hat nichts dazu gelernt, er ist resistent“, meinte der Staatsanwalt.

Außerdem ist Sven S. Bewährungsversager. Er war 2015 wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Strafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Auslöser für die Körperverletzung waren in diesem Fall wohl auch Drogengeschäfte.

Große Fluchtgefahr

Nun muss Sven S. höchstwahrscheinlich mit einem Widerruf der Bewährung rechnen. Das heißt, er wird die knapp zwei Jahre im Gefängnis absitzen müssen. Sechs Monate hat er bereits in Untersuchungshaft gesessen. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, hat Sven S. noch fast fünf Jahre hinter Gittern vor sich. Diese Zeit vor Augen biete schon einen Fluchtanreiz, befanden die Richter. Deshalb bleibt der Haftbefehl, anders als vom Verteidiger beantragt, weiterhin aufrecht erhalten – und Sven S. muss weiter im Gefängnis bleiben.

Von Dagmar Simons

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