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Hamlet als Rockoper in Neuruppin

Luke „Hamlet“ Skywalker kommt mit dem Shuttle Hamlet als Rockoper in Neuruppin

Schüler lesen gerne Shakespeare? Kommt vor, aber nicht so oft. Um den Schulstoff ein wenig zu entstauben, hat Michael Manthey und sein Team eine Rockoper aus dem berühmten Drama gemacht, die am 19. Februar 2016 in Neuruppin Premiere hat: nicht nur für Schüler übrigens – auch für Shakespeare-Fans.

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Das Team: Gertrud, Hamlet, Ophelia, Polonius und Komponist Volz. (v. l.).

Quelle: Buddeke

Neuruppin. Wieso eigentlich Dänemark? Mag sein, dass dort was faul ist – aber letztlich ist der Kampf, den Hamlet mit sich und der Welt ausficht, viel zu allgemeingültig und tagesaktuell, um ihn immer wieder nur in Helsingör spielen zu lassen. Zumal dort schon Hunderte Inszenierungen des blutig-berühmten Shakespeare-Stoffes angesiedelt wurden. Deswegen setzt Veranstalter Michael Manthey auf fiktive Welten und lässt die Neuruppiner Kulturkirche, in der am 19. Februar 2016 die Uraufführung stattfindet, zur Raumstation mutieren – der Mars wird zur Wirkungsstätte für den Totengräber samt Yorricks Schädel. Mit viel LED und spektakulären Effekten bekommt das Königsdrama ein futuristisches Gepräge: mit dem hehren Ziel, sowohl eingefleischte Shakespeare-Fans als auch blutige Hamlet-Anfänger aus der Stube zu locken. Denn um Fleisch und Blut geht es auch in dieser Inszenierung und dabei auch recht heftig zur Sache. „Hamlet – die Rockoper“ ist nach den beiden „Faust“-Teilen das nächste ambitionierte Projekt, mit denen Manthey und sein Team auf U-Musik zum ernsten Stoff setzen und mit „Der Band“ vier Live-Musiker neben und professionelle Musical-Darsteller auf die Bühne stellen.

Michael Manthey

Michael Manthey

Quelle: Buddeke

Dazu ein quirlig-metallenes Roboter-Ballett und zirzensische Show-Acts und fertig ist ein „Hamlet“, der durchaus Potenzial hat, auch theatermüde Jugend zu begeistern. Aus diesem Grund wird die öffentliche Generalprobe am 18. Februar auch tagsüber als Schülervorstellung laufen. Wenn sich mehr als 600 Schüler anmelden – so viele Plätze fasst die Kulturkirche – ist Manthey willens, noch eine Nachmittagsvorstellung anzuhängen.

„Wir erzählen die Geschichte voller tiefster menschlicher Konflikte mittels Songs“, so Komponist und Librettist Rudolf Volz. „Und das zu 100 Prozent live. Darauf sind wir stolz“, so Manthey und verweist auf seine nunmehr 532. – immer noch erfolgreiche – Faust-Aufführung. „An diesen Erfolg wollen wir anknüpfen.“ Mit 100 Prozent Shakespeare-Text, die Dialoge in deutsch, die Ohrwurm-Songs in englisch. Das dürfte auch für Englisch-Kurse interessant sein. Zumal die Liedtexte sowohl übersetzt an den Leinwand-Orbit gestrahlt werden, sowie im Programm in beiden Sprachen abgedruckt sind.

„Klassisches Edutainment“, nennt es Rudolf Volz. „Der pädagogische Aspekt steht bei uns im Vordergrund.“ Hamlet ist Schulstoff und bekommt in dieser Form ein eingängig-unterhaltsames Gepräge. Süffige Songs statt pathetischer Dialoge, die für Jugendohren oftmals angestaubt klingen. So gibt das Ensemble den Figuren auch heutige Gewohnheiten mit auf den Weg. Klar, dass angesichts der galaktischen Entfernungen alle Player miteinander vernetzt sind. Man scannt einander misstrauisch ab im Netz der Intrigen.

Manthey und Volz haben ein engagiertes Team zusammengestellt. „Unsere Ophelia ist erst 17 und hat eine Wahnsinnsstimme“, so Manthey über Diana-Maria Krieger. Die Sängerin war mit ihren Kollegen „Gertrud“ Leticia Thate, „Polonius“ Hartmut Hecht sowie „Hamlet“ Tomasz Dziecielski am Mittwoch zur Pressekonferenz ins Resort Mark Brandenburg gekommen in Neuruppin, neben Kulturkirchen-Manager Andreas Vockrodt ebenfalls Kooperationspartner der Rockoper. Gemeinsam stellten die Akteure schon einmal zwei Songs vor, ausnahmsweise in Playback, weil Ophelia gerade eine Halsentzündung hat.

Vockrodt und Manthey kennen sich schon lange, auch der „Faust“ lief vor einigen Jahren bereits in Neuruppin. Für den Kulturkirchen-Manager ist es eine Ehre, dass das ehrgeizige Projekt in der Fontanestadt uraufgeführt wird. „Das ist eine Auszeichnung für uns – und eine tolle Sache für Neuruppin.“ Auch wegen der überregionalen Wahrnehmung.

Tickets: ab 25 Euro gibt es im Kundencenter der MAZ, Karl-Marx-Straße 64 in Neuruppin,  03391/45 75 40.

Von Regine Buddeke

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