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Ostprignitz-Ruppin Handgemachte Klänge aus dem Berliner Leierkasten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Handgemachte Klänge aus dem Berliner Leierkasten
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00:17 06.05.2016
Jörg Perleberg spielte vier Stunden lang Gassenhauer entlang des Wittstocker Marktplatzes. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Wer sich am Dienstag in der Nähe des Wittstocker Marktes aufgehalten hat, muss ihn gehört haben: Gute vier Stunden ließ Drehorgelspieler Jörg Perleberg einen Gassenhauer nach dem anderen aus seinem Leierkasten ertönen. Darunter Klassiker wie „Dein ist mein ganzes Herz“ aus Franz Lehárs Operette „Land des Lächelns“ oder die Rockballade „Wind of Change“ von den Skorpions.

„Ich spiele neben den Berliner Liedern auch ganz viel klassische Stücke“, sagte Jörg Perleberg. Dafür eigne sich seine einst vom Berliner Orgelbauer Axel Stüber gebaute mechanische Drehorgel mit ihren 33 Pfeifen besonders gut. Wie lange er das Instrument schon besitzt, weiß der 72-Jährige nicht mal so genau, wie er sagte. Und eigentlich sei der 1944 im pommerschen Köslin geborene Perleberg auch viel jünger als 72 Jahre. „Erstens fühle ich mich viel jünger und zweitens habe ich nur alle vier Jahre Geburtstag“, schmunzelte der Drehorgelspieler, den sie in seiner niedersächsischen Heimat Scharnebeck nur „Perle“ nennen und verwies auf sein Geburtsdatum am 29. Februar.

Dutzende Lochbänder hat Perleberg für seine Drehorgel dabei. Quelle: Christian Bark

Ein Grund für Jörg Perlebergs Agilität dürfte sicher der Spaß an seiner Arbeit, die der Rentner „aus purer Lust“ macht, sowie sein Dasein als „Globetrotter“ sein. Die Sommer verbringe er am Malchiner See in Mecklenburg, im Winter lebe er dann im südspanischen Malaga, wo er als Drehorgelspieler mittlerweile auch schon eine gewisse Berühmtheit erlangt habe. Seinen Standort musste er auch alle halbe Stunde in Wittstock wechseln. „Das Gesetz will es so“, erklärte der 72-Jährige. In regelmäßigen Abständen müsse er etwa 100 Meter weiter ziehen, um Anwohner nicht zu belästigen.

Drehorgelspieler leierte schon dreimal in Wittstock

Mit seiner Musik will Perleberg den Menschen wieder Freude an den klassischen Leierkastenkonzerten, wie sie noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Berliner Hinterhöfen eine beliebte Ablenkung zum grauen Alltag darstellten, vermitteln. Und so freue es ihn, wenn Alt und Jung lächelnd an ihm vorübergingen und ihm vielleicht die eine oder andere Münze zustecken. „Bei Schülern habe ich das sogar mal verweigert, weil sie mir viel zu viel Geld geben wollten“, erinnerte sich Perleberg. Seine Einnahmen spende er auch hin und wieder für gute Zwecke, wie zuletzt einem Heim für Behinderte in seinem mittlerweile polnischen Geburtsort.

In Perleberg war der Drehorgelspieler übrigens auch schon oft, wie er sagte. Erstmals zu DDR-Zeiten mit einer Delegation, der er nur aufgrund seines Nachnamens angehören durfte. In Wittstock war der 72-Jährige bislang drei Mal. „Wenn mir Wittstock nicht gefallen würde, wäre ich nicht wieder gekommen“, erklärte er. Und es soll nicht sein letzter Besuch gewesen sein. Noch in diesem Jahr wolle er wieder an die Dosse kommen.

Von Christian Bark

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