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Handwerker fühlen sich bei Vergabe übergangen

Wusterhausen Handwerker fühlen sich bei Vergabe übergangen

Bei der Vergabe von öffentlichen Bauaufträgen fühlen sich in Wusterhausen ortsansässige Gewerbetreibende oft übergangen. Der Gewerbeverein griff am Mittwochabend das Thema auf und lud zu einer Diskussion ein. Die Chefin der Wohnungsbaugesellschaft wartete dabei mit überraschenden Zahlen auf.

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Die Gaube wird es nach der Sanierung des Rathauses nicht mehr geben. Sie ist einst nachträglich angebaut worden.

Quelle: Wolfgang Hörmann

Wusterhausen. „Wir wollen das brisante Thema der Vergabepraxis bei öffentlichen Bauaufträgen der Kommune und ihrer Einrichtungen besprechen. Anwesend sein werden bei dieser Diskussionsrunde: Bürgermeister Roman Blank sowie die Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft, Frau Kleinke.“ Der Text auf der Einladung vom Vorstand der Gewerbegemeinschaft Wusterhausen an ihre Mitglieder reichte aus, zwei Drittel aus dem eingetragenen Verein am Mittwochabend in „Ribbes Partyhaus“ zu locken.

Es ging darum zu besprechen, weshalb die Handwerker aus der Großgemeinde Wusterhausen seit Jahren bei ­Vergaben angeblich leer ausgehen. Ist das so? Ja, es ist so, sagten ohne viele Umschweife Tischlermeister Michael Opitz und Bauunternehmer Dieter Heinrich. Er habe den Eindruck, die Wohnungs­bau­gesellschaft sei als Auftraggeber schon seit zwei bis drei Jahren „nicht mehr existent“, fasste ­Ersterer seine Wortmeldung zusammen. Und Dieter Heinrich ging ­sogar noch einen Schritt weiter. „Ich habe schon lange keine ­Möglichkeit mehr, mich an Ausschreibungen zu beteiligen. Werden die ­Einheimischen bewusst aussortiert. Ich glaube es manchmal.“

23 Baufirmen aus Wusterhausen beteiligt

Annette Kleinke wies das zurück. Ihre Argumente waren Zahlen. Die bezogen sich auf das vergangene Jahr. Da wurden im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft (WWB) für 137 000 Euro Bauleistungen von Unternehmen aus der Gemeinde erbracht. Für 402 000 Euro gingen Aufträge an Firmen aus Kyritz und Neustadt. Die Summe von 187 000 Euro erarbeiteten Betriebe aus der Wittstocker Region, 66 000 Euro sonstige. Damit blieben zwei Drittel der Aufträge, die die WWB vergab, im kommunalen Kleeblatt Kyritz, Wusterhausen, Neustadt und Gumtow, gar 92 Prozent im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Andere Zahlen ließ die Geschäftsführerin ungenannt. Auf ihrem Zettel standen noch als Auftragnehmer 23 Baufirmen aus Wusterhausen, 34 aus dem Kyritz-Neustädter Umfeld, 19 aus Wittstock-Neuruppin, zehn Sonstige.

Das sind die Fakten. Tatsache ist aber auch, dass die Männer vom Bau dennoch Grund zur Klage haben. So musste Annette Kleinke die Kritik von Landschaftsgärtner Fabian Lehmann annehmen. Er warf ihr vor, auf Bewerbungen um Aufträge mehrfach keine Reaktion erfahren, nicht mal eine Ablehnung bekommen zu haben. Da mache man dann irgendwann einfach nicht mehr mit, so Lehmann. Andere beklagten, erst gar nichts von Ausschreibungen vor ihrer Haustür zu wissen. „Das hatten wir schon besser“, erinnerte Architekt Torsten Wacker. „Der frühere Bürgermeister Peter Wollert gab uns sein Wort, über beabsichtigte Ausschreibungen rechtzeitig zu informieren. Und er hat dieses Wort gehalten. Es ist bedauerlich, dass wir heute über das Thema reden müssen. Schließlich ist die Wohnungsbaugesellschaft selbst Mitglied im Gewerbeverein.“

Das Rathaus will Firmen auf anstehende Arbeiten hinweisen

Es gibt einen Ansatz zum Bessermachen. Bürgermeister Roman Blank trug ihn vor. Per Mail, das in allen Büros verfügbar sein müsste, soll künftig – vom Rathaus aus gesteuert – auf anstehende Arbeiten hingewiesen werden. Dazu müssten schon erfasste Daten der Fachfirmen nur überarbeitet werden. Es sei aber auch hilfreich, wenn sich Unternehmer, die sich vergessen fühlten, auch mal in Erinnerung brächten. „Sprechen Sie uns an, reden Sie mit uns“, forderte Blank auf. Auf ein paar dicke Brocken lenkte er schon an diesem Abend die Aufmerksamkeit der Anwesenden. Es sind die bevorstehenden Arbeiten am Haus 2 der Kindertagesstätte am Burgwall und der Umbau des Rathauses. Hier gebe es Chancen, an Aufträge zu kommen, eventuell auch als Bietergemeinschaften.

Der Informationsabend soll nach der Sommerpause eine Neuauflage erleben. Dann will man sehen, ob sich aus Sicht der Beschwerdeführer etwas zum Besseren verändert hat.

Von Wolfgang Hörmann

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