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Ostprignitz-Ruppin Handwerker im Pflegeheim
Lokales Ostprignitz-Ruppin Handwerker im Pflegeheim
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00:19 05.06.2017
Eveline Timm (r.) freut sich riesig über ihr neues, eigenes Zimmer. Als Leiterin der Einrichtung ist auch Heike Wahrenburg mit den bisherigen Umbauergebnissen zufrieden. Quelle: Alexander Beckmann
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Wusterhausen

Rein äußerlich wirkt das Klinkergebäude mit seinem neuzeitlichen Anbau fast so ruhig wie immer. Nur ein schmales Baugerüst, Schuttcontainer und Stapel von Baumaterial auf dem Hof lassen erahnen, dass im Pflegeheim des Vereins Pro Seniorenpflege in der Wusterhausener Borchertstraße beileibe nicht alles alltäglich abläuft.

Sowohl im 120 Jahre alten Gebäudeteil als auch im Anbau aus den 90er Jahren wird abschnittweise gebaut. Quelle: Alexander Beckmann

Maurer, Maler, Elektriker und Installateure geben sich bei laufendem Heimbetrieb die Klinke in die Hand und kaum ein Gebäudeteil wird davon unberührt bleiben. „Wir bauen gerade alle Doppelzimmer zu Einzelzimmern um“, erklärt die Leiterin der Einrichtung Heike Wahrenburg. „Wir haben schon ein Jahr hinter uns.“ Anfang kommenden Jahres sollen die Handwerker fertig sein. Der erste von fünf Bauabschnitten konnte im Mai beendet werden. Die umgestalteten Zimmer sind schon wieder bezogen.

Mehr Privatsphäre für die Bewohner

Grund für die Veränderungen seien zum einen neue gesetzliche Regelungen, sagt Heike Wahrenburg. Auf der anderen Seite habe man aber natürlich auch selbst die Erfahrung gemacht, dass die Doppelzimmer nicht mehr den heutigen Bedürfnissen gerecht werden.

Das Pflegeheim ist für 65 Bewohner ausgelegt. Etwa die Hälfte davon war bislang in Doppelzimmern untergebracht. Damit soll Schluss sein. „Wir müssen also zusätzliche 16 Einzelzimmer schaffen“, rechnet die Heimleiterin vor. Und das bringe zwangsläufig Platzprobleme mit sich. „Wir haben uns entschieden zu sagen: Unsere Bewohner bekommen die besseren Zimmer, dafür bekommen wir die kleineren Büros. Und wir haben trotzdem noch vier Appartements für Ehepaare.“

Das alles aber bedeutet auch, dass kaum ein Möbel an seinem Platz bleibt. Stück für Stück wird das Haus umgebaut und jedes Mal, wenn die Handwerker einen neuen Abschnitt angehen, muss das Inventar verlagert, muss aus- und eingeräumt werden. „Der erste Bauabschnitt war der heftigste, weil der mitten im Haus lag und auch alle Büros mit dabei waren“, erzählt Heike Wahrenburg. „Die nächsten Abschnitte werden einfacher.“

Bau im laufenden Betrieb

Für die Bewohner bringt das alles natürlich einige Unruhe und manche Umstellung mit sich. Aber viele von ihnen profitieren eben davon. Eveline Timm (96) freut sich jedenfalls riesig über ihr neues Einzelzimmer mit Bad. Groß ist es nicht, aber eben deutlich besser als die alte Doppelbelegung. Es ist nicht einfach, sich im hohen Alter noch mit neuen Mitbewohnern zu arrangieren. „Ich bin sehr, sehr glücklich“, sagt Eveline Timm.

Maurer sorgen für eine komplett neue Raumaufteilung. Jeder Bewohner bekommt sein eigenes Zimmer mit Bad. Quelle: Alexander Beckmann

Der markante Altbau in der Borchertstraße entstand 1897 als Krankenhaus. Er wurde bereits zu DDR-Zeiten als städtisches Altenpflegeheim genutzt. Im Frühjahr 1992 übernahm der noch ganz junge gemeinnützige Verein „Pro Seniorenpflege im Land Brandenburg“ den Betrieb. Er hatte sich erst im Jahr zuvor gegründet. 1997 haben wir dann alles saniert und auch angebaut“, erzählt Heike Wahrenburg. „Jetzt, nach 20 Jahren, bauen wir das wieder komplett um.“ Über zwei Millionen Euro investiert der Betreiber in das Vorhaben. Pro Seniorenpflege betreibt gegenwärtig mit 280 Mitarbeitern vier Einrichtungen in Wusterhausen, Ziesar, Rheinsberg und Kremmen.

Auf eines ist Heike Wahrenburg besonders stolz: „Wir sind Ende März trotz allem wieder erfolgreich zertifiziert worden.“ Mit 99,8 Prozent habe man die Qualitätskontrolle überstanden. „Das beste Ergebnis im ganzen Verein.“

Von Alexander Beckmann

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