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Ostprignitz-Ruppin Handwerksbetriebe setzen auf Bildungsmesse
Lokales Ostprignitz-Ruppin Handwerksbetriebe setzen auf Bildungsmesse
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02:15 17.02.2017
Die Neuruppiner Bildungsmesse wächst Jahr für Jahr. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Wenn im Februar traditionell die größte Bildungsmesse der Region am Oberstufenzentrum in Neuruppin stattfindet, nehmen sich die Planer im Vorfeld gern ein bisschen Zeit, um über den Tellerrand zu blicken – so wie am Dienstagvormittag. Axel Leben, Geschäftsführer der Neuruppiner Wirtschaftsfördergesellschaft Inkom, erinnerte daran, dass 2009 zum Start der Bildungsmesse noch Aussteller und Ausbildungsplätze gesucht wurden, während man die Messe mittlerweile als Plattform etabliert habe. Mehr noch: „Die Unternehmen buhlen inzwischen um die jungen Leute. Gerade im Handwerk ist die Situation sehr, sehr kritisch“, so Leben.

Lange habe das Handwerk von einem Auftritt auf der Bildungsmesse abgesehen, sagt Gunhild Brandenburg, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Ostprignitz-Ruppin, inzwischen hätten die Betriebe aber erkannt: „Wir müssen etwas tun.“ Zwar seien „Platzhirsche“ wie Kaatzsch, Hüffermann oder die Friseurgenossenschaft bereits mehrere Jahre dabei, nun gelte es jedoch auch für kleinere Betriebe, sich zu präsentieren. Entgegen komme den Handwerksbetrieben in diesem Jahr die Erweiterung der Ausstellungsflächen.

Die Schwierigkeit, Nachwuchs für das Handwerk zu finden, sei „ein Stück weit ein gesamtgesellschaftliches Problem“, sagt Brandenburg. Die Berufe hätten inzwischen ein hohes Anforderungsprofil, mit mindestens drei Jahren sei die Ausbildung zudem recht lang. Außerdem müsse man in den naturwissenschaftlichen Fächern „recht gut beisammen sein“. Dem gegenüber stehe die niedrige Wertschätzung in der Bevölkerung. Das beobachtet auch Cornelie Schlegel. Die Chefin der Agentur für Arbeit Neuruppin mahnt davor, das Hochschulstudium überzubewerten. Es gebe eine ungebrochene Tendenz zum höherwertigen Schulabschluss, dabei würden inzwischen beispielsweise weniger studierte Maschinenbauer benötigt als noch vor einigen Jahren – dafür aber viel mehr Meister und Techniker. „Deshalb müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass die betriebliche Ausbildung attraktiver wird“, sagt Schlegel und nennt eine für Ausbildungsbetriebe alarmierende Zahl: Von den Bewerbern um einen Ausbildungsplatz bei der Agentur für Arbeit traten im vergangenen Jahre weniger als 50 Prozent überhaupt eine Lehre an.

„Die Fachkräfteanalyse für die Region hat ergeben, dass beispielsweise Elektriker gesucht werden“, ergänzt Axel Leben. „Hinzu kommen Berufe, die auf -mechaniker oder -mechatroniker enden.“ Wichtig sei es, den jungen Menschen zu zeigen, dass es nicht nur um die Ausbildung mit ihren jeweiligen Verdienstmöglichkeiten gehe, sondern auch um Karrieremöglichkeiten in der Region. So lasse sich ein Studium auch noch nach der Ausbildung absolvieren, ein duales Studium sei eine weitere Option.

„Für uns ist es auch eine Chance, die Durchlässigkeit in den Bildungsgängen zu zeigen“, sagt Uta Jolk, Schulleiterin des OSZ und „Gastgeberin“ am kommenden Sonnabend. Besonders angetan ist sie von der Idee einer „Handwerksstraße“, wie sie am Wochenende erstmals bei der Bildungsmesse zu sehen sein wird. „Wir haben zudem eine wunderbare Ausstattung mit Werkstätten und Laboren“, sagt Jolk. Die würden Schüler wie Eltern gleichermaßen Eltern beeindrucken. „Ich glaube nicht, dass das Bildungsangebot zu gering ist“, bilanziert Jolk mit Blick auf die derzeitige Situation in der Region. „Die Schwierigkeit ist es, aus der Fülle der Angebote das jeweils Passende zu finden.“

Von Mischa Karth

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