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Ostprignitz-Ruppin Handwerksparty für die ganze Familie
Lokales Ostprignitz-Ruppin Handwerksparty für die ganze Familie
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00:19 20.09.2017
16 Gesellen erhielten am Sonnabend in Neuruppin ihren Gesellenbrief und die Glückwünsche von Ministerpräsident Dietmar Woidke (M.).  Quelle: Cornelia Felsch
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Neuruppin

 Eigentlich wollte er Lehrer werden, gestand Robert Wüst am Sonnabend beim Tag des Handwerks auf dem Neuruppiner Schulplatz. Doch das Leben wollte es anders. „Ich habe mich dann doch für das Handwerk entschieden und bin überglücklich, diesen Schritt getan zu haben“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Potsdam.

Gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Ostprignitz-Ruppin präsentierte die Handwerkskammer Potsdam beim bundesweiten Aktionstag die Vielfalt des Handwerks im Zentrum der Stadt. An rund 30 Info-Ständen gab es Handwerk zum Anfassen und Mitmachen. Besucher konnten am Stand der Gebäudedienstleister Fenster putzen, sich anschauen, wie Gasleitungen verlegt werden und Rückschlagventile funktionieren oder sich im Nagelstudio verschönern lassen. Der 5-jährige Julian Henschke betätigt gerade am Stand der Tischlerinnung eine alte Buchbinderpresse. Aus dünnem Holzfurnier sticht er ein Herz aus. Ein Zollstock wurde bereits mit seinem Namen versehen, so dass das nötigste Rüstzeug für eine Handwerkerkarriere bereits vorhanden ist. Auch sein älterer Bruder scheint dem Handwerk nicht abgeneigt zu sein – kein Wunder schließlich ist auch der Papa Tischler.

Nachwuchsprobleme beim Handwerk

Ausbildungsberufe wurden vorgestellt und Besucher konnten testen, ob solch ein Handwerksberuf das Richtige für eine berufliche Zukunft ist. Dabei ging es für die Innungen und die Betriebe nicht nur darum, die Gäste zu unterhalten, denn fast alle Branchen suchen dringend Lehrlinge. „Wir haben große Nachwuchsprobleme“, sagt Gebäudereiniger-Meister Oliver Majowski. Auch bei der Tischlerinnung sieht man die Zukunft des Handwerks eher düster, denn wer die Lehre abgeschlossen hat, stößt oft auf Schwierigkeiten. „Um sich selbstständig machen zu können, sind große Investitionen notwendig“, sagt Tischlermeister Manfred Neumann aus Molchow. Im Kreis Ostprignitz-Ruppin wurden in diesem Jahr vier Tischler ausgebildet, in der Prignitz waren es zwei.

Führerschein für den Beruf

Sie wurden am Sonnabend gemeinsam mit Jung-Gesellen verschiedener Handwerksberufe auf dem Schulplatz freigesprochen und erhielten ihre Gesellenbriefe. Ein besonderer Moment im Leben der jungen Handwerker, denn nicht nur Handwerkskammerpräsident Robert Wüst und Kreishandwerksmeister Wolf-Rudolf Zimmermann gratulierten, sondern auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. „Es ist toll zu sehen, welche Chancen junge Leute in der Region haben“, sagte er. „Wir müssen alles dafür tun, dass die jungen Menschen in der Region bleiben und hier ihre Familien gründen. Nur so können wir auch wirtschaftlich stark werden.“ Freigesprochen wurden an diesem Tag Gellen des Friseurhandwerks, des Fleischerhandwerks, Tischler sowie Fachverkäufer des Lebensmittelhandwerks. „Innungen gibt es seit rund 1000 Jahren sagte Wolf-Rudolf Zimmermann. „Mit dem Antritt der Lehre wurde der Lehrling ein Teil der Familie seines Ausbilders. Er wurde mit Essen, Trinken sowie einem Schlafplatz versorgt und war dem Meister zum Gehorsam verpflichtet.“ Solch eine strenge Zunftordnung gibt es heute nicht mehr, Pflichten haben Lehrlinge dennoch. Von diesen sind sie nun erlöst, sie halten den Gesellenbrief in den Händen. „Das ist der Führerschein für das Berufsleben“, sagte der Kreishandwerksmeister.

Von Cornelia Felsch

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