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Hannah und Charleen lasen am besten vor

Bezirksentscheid Brandenburg West im Vorlesen Hannah und Charleen lasen am besten vor

Die acht Teilnehmer des Bezirksentscheids Brandenburg West im bundesweiten Vorlesewettbewerb hatten es der Jury in der Bibliothek Wittstock am Samstag schwer gemacht, zwei Sieger festzustellen. Mit Textpassagen aus Fantasyromanen oder Kurzgeschichten zeigten die Schüler ihr Lesetalent und ganz nebenbei, für welche Bücher sich Jugendliche heute interessieren.

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Charleen Walter (l.) und Hannah Schleicher haben sich für den Landesentscheid qualifiziert. Quelle: Christian Bark

Wittstock. „Wenn ich etwas von meinen Großeltern vorgelesen bekam, war mir das weitaus länger in Erinnerung, als wenn ich es still für mich allein geschmökert hätte“, betonte Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann am Samstag in der Wittstocker Bibliothek den Unterschied zwischen lesen und vorlesen. Die Bibliothek im Kontorhaus war am vergangenen Wochenende erneut Austragungsort des Bezirksentscheids Brandenburg West im Rahmen des 57. bundesweiten Vorlesewettbewerbs. „Unsere Jury ist wie immer vollkommen unparteiisch. Es ist ja leider kein Wittstocker unter den Finalisten“, scherzte der Bürgermeister.

Eivind Selmann aus Rathenow nahm als einziger Junge teil

Eivind Selmann aus Rathenow nahm als einziger Junge teil.

Quelle: Christian Bark

Dass die Jury in diesem Jahr um zwei junge Mitglieder erweitert wurde, ist der Kritik von Eltern vergangener Teilnehmer geschuldet. „Nur Frauen gehobeneren Semesters sind nicht objektiv genug“, erinnerte sich Bibliotheksleiterin und Jurymitglied Georgia Arndt im MAZ-Gespräch an eine Email enttäuschter Eltern, die so das Nichtweiterkommen ihres Kindes moniert haben sollen. Doch die Erweiterung der Jury machte die Entscheidung für ihre fünf Mitglieder nicht einfacher.

„Das war echt schwierig für mich“, sagte Stuart Hubert, der in der Bibliothek sein freiwilliges soziales Jahr leistet und einziges männliches Jurymitglied war. Während die acht Schüler aus fünf westbrandenburgischen Kreisen und der kreisfreien Stadt Brandenburg/Havel Passagen aus ihren selbst ausgewählten Büchern vortrugen, musste der 18-Jährige auf einer Skala von jeweils fünf Punkten die Lesetechnik, die Interpretation und die Auswahl des Textes beurteilen. „Dazu gehört auch, wie verständlich die Kinder über das Buch informieren und eine Orientierung über die ausgewählte Passage bieten können“, erklärte Hubert.

Teilnehmer des Vorlesewettbewerbs

Für diese Landkreise und kreisfreien Städte lasen folgende Kinder:

Brandenburg / Havel: Charleen Walter

Potsdam : Jelena Kirsch

Potsdam-Mittelmark (Ost und West) : Hannah Schleicher und Annika Weise

Ostprignitz-Ruppin : Johanna Liebe

Prignitz : Kim Dinnis

Havelland (Rathenow und Falkensee) : Eivind Seltmann und Elisa Henning

Im zweiten Teil des Wettbewerbs mussten die Schüler aus einem Fremdtext, in diesem Fall aus dem Kinderroman „Edgar und die Schattenkatzen“ lesen. Dabei hatte die Jury Lesetechnik und Interpretation zu bewerten. In ihrer Beratung habe dann jeder seine Favoriten genannt und dann sei es ans Punkteauszählen gegangen, wie Stuart Hubert erläuterte.

Passenderweise spiegelte die Jury ein Abbild der Teilnehmer wider. Denn unter den acht Schülern gab es nur einen Jungen: Eivind Seltmann aus Rathenow war mit dem Kinder- und Jugendbuch „Opi Kas, die Zimtziegen und ich“ für den Kreis Havelland angetreten.

Alle Teilnehmer erhielten von der Jury kleine Präsente wie zum Beispiel ein Jugendbuch

Alle Teilnehmer erhielten von der Jury kleine Präsente wie zum Beispiel ein Jugendbuch.

Quelle: Christian Bark

Ihr Faible für unbekannte und alte Bücher zeigte Johanna Liebe aus Neuruppin, die für den Kreis Ostprignitz-Ruppin angetreten war. Die 13-Jährige las aus einem Buch, das ihrer Oma einst vor 65 Jahren geschenkt worden war, „Die Dietrichskinder und andere Geschichten“. „Darin geht es auch um Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten“, zog die Schülerin eine Parallele zur heutigen Flüchtlingskrise. „Das war schon bemerkenswert“, lobte Stuart Hubert die Textauswahl.

Doch letztlich setzten sich beim Vorlesen Charleen Walter aus Brandenburg/Havel mit Passagen aus dem weitaus bekannteren Zaubererroman „Harry Potter und der Stein der Weisen“ sowie Hannah Schleicher aus Kleinmachnow mit dem Fantasyklassiker „Die unendliche Geschichte“ durch. „Die Mädchen haben beim Vorlesen des unbekannten Textes am meisten überzeugt“, begründete Georgia Arndt die Juryentscheidung. Auch wenn natürlich alle Teilnehmer vorher schon „Superstars“ gewesen seien.

Für Charleen Walter und Hannah Schleicher geht es dann am 25. Mai zum Landesentscheid ins Gotische Haus nach Brandenburg/Havel. Im Juni lädt der Veranstalter des bundesweiten Vorlesewettbewerbs, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Landessieger für drei Tage zum Deutschland-Finale nach Berlin ein. Die Abschlussveranstaltung findet am 22. Juni statt.

Von Christian Bark

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