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Ostprignitz-Ruppin Hans Werner Olm begeistert seine Fans
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hans Werner Olm begeistert seine Fans
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00:22 06.03.2018
Hans Werner Olm im Neuruppiner Stadtgarten Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

„Heute vor 42 Jahren – da hatte ich meinen ersten Auftritt“, hebt Hans Werner Olm an und ein wenig Wehmut schwingt in seiner Stimme mit. Am 2. März 1976 wurden die Gebrüder Blattschuss gegründet, eine Spaßband, der Olm einst angehörte. „Wir haben verdammt lustige Sachen gemacht damals“, erklärt das deutsche Comedy-Urgestein und versucht, den Dreh zur Heiterkeit wieder hinzubiegen. Denn die 300 Zuschauer im Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten sind am Freitagabend just zu diesem Zwecke gekommen: Spaß zu haben. Olm tat sein Bestes, die Erwartungen zu erfüllen.

Hans Werner Olm zeichnet genüsslich Wort-Bilder der feinsten Art

Zum Warmmachen reitet er auf dem Thema Altern herum – und was früher alles besser war. Zu Zeiten, als man Rentnern noch über die Straße half, statt sie umzuschubsen und das Video Minuten später schon im Internet hochzuladen. „Dann kannste das Krachen deiner splitternden Hüfte auf spotify hören“, höhnt er. Er selbst sei ja trotz seines Alters immer noch ein toller Hecht, erklärt er. Auch wenn er manchmal gefragt würde: „Herr Olm, Sie haben so schöne Haare, wieso lassen sie da Haut drüberwachsen?“ Olm pfeift drauf – er lässt das Publikum wissen, wie man eine Frau erobert.

Wortgewaltig-romantisch – ja, das kann er gut – lässt er wie auf blütenweißem Bütten Fantasien in Zuckerwatte-Rosa strahlen, in denen Worte wie ’aprikosenblütengleich’ und ’wehrloser Schmetterling’ nicht die Ausnahme sind. „Lassen Sie mich Ihren Reichstag enthüllen“, schmachtet er. Das klingt soviel besser als „Ey, Alte, poppen heute?“ – wie es in der SMS-Ära üblich ist. Apropos SMS: auch nur ein Synonym für ’Schluss mit sie’. Das Publikum lacht einmal mehr – das hat er drauf, der Olm.

Etwa wenn er beschreibt, was einem Mann so passiert, wenn da eine Hammerfrau vorbei weht und einem der Verstand in die Hose rutscht. Im Zeichen der MeToo-Debatte warnt er dennoch: „Rücken zukehren, Blickkontakt vermeiden, in die Eier treten: Männer, das bedeutet ganz klar Nein.“

Er liebt es, der Menschheit den Zerrspiegel vorzuhalten

Olm hat eine unnachahmliche Art, die komischen Seiten des Alltags ins Schlaglicht zu zerren: ob es die „Weicheier“ sind, die im Geburtsvorbereitungskurs mit ihren Frauen „um die Wette hecheln wie beim Porno-Karaoke“. Und später auf dem Spielplatz ihre „verweichlichten Kopulationsendprodukte“ sofort zum MRT tragen, wenn sie sich mal lang gemacht haben.

„Sowas hätten wir früher mit Lego-Steinen beworfen“, höhnt er. Zu seiner Zeit lautete die einzige Regel: „Nach links und rechts schauen, wenn ihr über die Autobahn geht.“ Das Publikum kriegt sich kaum mehr ein. „Was da heute so aus der Plazenta eiert – das soll meine Rente bezahlen?“, schnappt der 63-Jährige.

Manchmal, wenn ihm die Prosa ausgeht, singt er – und gern in vielen Stimmen. Das Paradontose-Lied etwa: da piepst er die Biene Maja, lässt Hans Hartz ’Die weißen Zähne gibt es nicht mehr’ röhren. Er stöhnt, kiekst, ächzt den Grönemeyer: „Zähne faulen heimlich...“ Er mimt Darth Vader so gut wie Robert de Niro und bricht eine Lanze für mehr Filmzitate im Alltag. Das Leben wäre so poetisch. Das mag er, der Olm.

Von Regine Buddeke

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