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Happy End für die Rehfelder Störche

Anwohner retteten Gelege Happy End für die Rehfelder Störche

Nach dem Tod eines der Altstörche nahmen sich Rehfelder des Geleges aus dem Horst auf ihrem Hof an. Mit Hilfe eines Radladers holten sie die Eier aus dem Horst und brachten sie zu einer Vogelschutzwarte. Dank professioneller Hilfe konnte der Nachwuchs schlüpfen und ist wohl auf. Er bereitet sich auf den Flug nach Süden vor.

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Kornelia Mücke hielt die Rehfelder Storcheneier auf der Fahrt zum Storchenhof in Sachsen-Anhalt sicher und vor allem warm.

Quelle: Privat

Rehfeld. Das Storchenjahr neigt sich schon wieder dem Ende zu. Alt- und Jungvögel bereiten sich auf den Flug in die südlichen Winterquartiere vor.

Die Störche von Rehfeld müssen ohne ihren Nachwuchs starten. Die Brutsaison hatte für sie dramatisch begonnen.

Klaus Mücke in Rehfeld behält das Storchennest auf seinem Hof stets im Blick. Mitte Mai kam ihm das Geschehen da oben verdächtig vor: Der ständige Wechsel der Altvögel beim Brüten war unterbrochen. Nur noch ein Storch saß ständig auf dem Gelege. „Wir haben gemerkt: Da stimmt was nicht“, erzählt der Rehfelder. Mückes erkundigten sich im Dorf nach dem anderen Storch: Hatte jemand ihn gesehen? Ja, aber es gab schlechte Nachrichten: Das Männchen war offenbar verendet.

„Da war klar, was los ist: Die Störchin saß alleine auf den Eiern.“ Die Chancen für das Gelege standen schlecht. Irgendwann würde der Hunger den Vogel aus dem Nest treiben. Dann drohte den Eiern Unterkühlung.

Klaus Mücke fragte beim Storchenexperten Jürgen Kaatz aus Dranse um Rat. Der sah die einzige Chance darin, die Eier in menschliche Obhut zu übernehmen.

Rettungsaktion am Storchennest

Rettungsaktion am Storchennest. Die Eier werden in Obhut genommen. Allein hätte die Storchenmutter sie nicht ausbrüten können.

Quelle: privat

„Morgens um sieben haben wir uns am nächsten Tag getroffen“, erzählt Klaus Mücke. Mit dem Radlader des örtlichen Agrarbetriebes ließ sich das Nest erreichen. Vorsichtig wurden die Eier geborgen. „Warm halten“ hieß die Devise. Mücke grinst: „Meine Frau Konni haben wir als Glucke genommen.“ Jedes Ei wurde in eine Socke gesteckt und am Körper unter der Kleidung verwahrt. Zur Sicherheit kam noch eine Wärmflasche hinzu.

Mückes machten sich auf den 130 Kilometer langen Weg nach Loburg in Sachsen-Anhalt. „Knapp zwei Stunden sind wir gefahren.“ Jürgen Kaatz hatte die dortige Vogelschutzwarte mit ihrem Storchenhof empfohlen: Dort wisse man, wie das Gelege zu retten ist.

Der Eierretter Klaus Mücke freut sich, dass alles gut ausgegangen ist

Der Eierretter Klaus Mücke freut sich, dass alles gut ausgegangen ist.

Quelle: Alexander Beckmann

Vereinsvorsitzender Christoph Kaatz, ein Onkel des Dranser Storchenexpertes Kaatz, empfing die Rehfelder und die Eier. Deren Zustand gab Anlass zur Hoffnung. „Bei Pute Erna sind sie untergekommen“, erinnert sich Klaus Mücke. Der Storchenhof hatte mit dieser Methode gute Erfahrungen gemacht.

Und wirklich: Anfang Juni schlüpften vier kleine Störche, die sorgsam aufgepäppelt wurden. „Zu lange darf man das nicht machen – wegen der Gewöhnung an den Menschen“, erklärt Michael Kaatz vom Storchenhof. Nach vier bis fünf Wochen habe man die Küken daher auf Horste in Paretz, Wustrewe und Beuster verteilt. Zum Glück können Storcheneltern nicht gut zählen. Inzwischen sollten auch die Rehfelder sich auf die große Abreise vorbereiten.

Klaus Mücke ist froh, dass alles so ein gutes Ende fand – übrigens auch für die Altstörchin. Sie hat schon einen neuen Partner – einen dreijährigen aus Mecklenburg, wie der Ring zeigte. „Die kommen bestimmt wieder“, sagt Mücke.

Sein Engagement für die Störche stößt bei Jürgen Kaatz in Dranse auf Hochachtung: „Solche Leute sind wie Goldstaub. Wenn Herr Mücke nicht so schnell gehandelt hätte, wäre aus den Eiern nichts geworden.“

Laut Kaatz war das Storchenjahr in der Prignitz durchwachsen: „Mittelmäßig mit einem leichten Minuszeichen.“ Der trockene Frühling habe die Nahrung für Störche knapp werden lassen. Zudem hatten die Vögel, die über den Nahen Osten in die Region ziehen, diesmal einen besonders schweren Weg. Fazit: „Viele bisher beständige Horste sind uns weggeblieben.“

Von Alexander Beckmann

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