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Harald Wille ist Nebenbuhler der Nandus

Biesen Harald Wille ist Nebenbuhler der Nandus

Nandus sind sanftmütige Exoten, aber während der Balzzeit sehen die Hähne in ihrem Züchter Harald Wille einen Nebenbuhler. Der 59-Jährige aus Biesen entdeckte vor sieben Jahre seine Leidenschaft für diese Laufvögel. Sein Herz schlägt besonders für die Nanduhenne „Betty“. Die Dame birgt ein Geheimnis.

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Sein ganzer Stolz: Harald Wille mit dem Nanduhahn (l.) und der Henne „Betty“.

Quelle: Christamaria Ruch

Biesen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Als Harald Wille aus Biesen vor sieben Jahren Nandus im Nachbarort Eichenfelde sah, schlug sein Herz gleich höher. „Die haben mir auf Anhieb gefallen“, sagt er. Derzeit tummeln sich drei Nandus in seinem Garten. Sie sorgen immer wieder dafür, dass Autofahrer anhalten und die Tiere beobachten oder fotografieren.

Nandus gehören wie Emus oder Strauße zu den Laufvögeln, sind aber vom Wuchs her kleiner als die anderen. Neben der Liebe zu den Nandus sieht Harald Wille diese auffälligen Tiere auch von der praktischen Seite. „Die halten die Fläche frei.“ Die große Gartengrünfläche zur Straße hin beherbergte bis vor elf Jahren immer Gemüse für den Eigenbedarf. Seine Eltern bewirtschaften früher die Anlage. Doch nach ihrem Tod fand Harald Wille nicht die Zeit, dies zu übernehmen. Diese Aufgabe übernehmen nun die Nandus. Hühner, Enten, Gänse, Puten und Tauben tummeln sich schon seit Generationen auf dem Hof. „Wir sind die fünfte Generation, die hier lebt“, so der 59-Jährige. Auch Kinder und Enkel leben unter dem Dach von Ehepaar Wille. „Früher war das eine richtige Landwirtschaft und es gab einen Familienbetrieb mit viel Kleintierhaltung“, erinnert sich Harald Wille. Somit kennt er das Geschnatter und Herumscharren der Hühner und anderen Kleintiere seit seiner Kindheit.

Stolze Nandus im Garten von Harald Wille

Stolze Nandus im Garten von Harald Wille.

Quelle: Christamaria Ruch

Mit vier Nanduküken legte er den Grundstein für seine Zucht. „In den ersten Jahren waren nur Hähne dabei und es hat drei Jahre gedauert, bis die erste Henne geschlüpft war“, so Wille. Die Tücke liegt im Detail: Bei Nandus kann erst nach einem Jahr das Geschlecht eindeutig bestimmt werden. Und bei diesen Laufvögeln übernimmt der Hahn das Brutgeschäft. Umso mehr hat sich ein Datum in Willes Gedächtnis eingeprägt. Am 20. Mai 2013 lag ein großes Ei im Garten. Damit stand fest, dass endlich eine Henne unter den Tieren war. Es dauert zwei bis drei Jahre, bevor eine Henne Lege- und Zuchtreife erlangt. „Wenn die Henne gut ist, legt sie von Mai bis Juli bis zu 15 Eier“, so Wille. Nach 42 Tagen Brut schlüpften die Küken. Hühner brauchen nur halb so viele Bruttage.

Vom Wesen her sind die Nandus sanftmütig. Allerdings: „Während der Balzzeit darf ich dort nicht rein, weil ich für die Hähne ein Nebenbuhler bin“, klärt der Züchter auf. Diese schmerzliche Erfahrung machte er bereits. Bisse an seinen Armen hinterließen Blutergüsse. „Das alles ist echtes Imponiergehabe der Hähne“, sagt Harald Wille.

Äpfel stehen auf dem Speiseplan

Äpfel stehen auf dem Speiseplan.

Quelle: Christamaria Ruch

Nandus können bis zu 25 Jahre alt werden, sind klein, dafür aber sehr schnell. „Der Hahn treibt öfter unseren Hund über den Hof, aber außerhalb der Balz vertragen die sich.“ Die Scheitelhöhe der Nandus liegt zwischen 1,25 und 1,4 Meter. Hennen sind kleiner. Plustern sie das graue bis braune Gefieder auf, regulieren die Nandus damit ihren Wärmehaushalt. „Kleintiere, Pellets, Körner, Snacks wie Gurken oder Tomaten, Obst oder Baumblüten stehen auf dem Speiseplan der Nandus“, sagt Harald Wille. Wo Nandus unterwegs sind, hat Unkraut keine Chance. Außerdem punkten die Tiere mit ihrem schweren Tritt. „Das Trampeln vertreibt die Maulwürfe“, sagt Wille. Sogar die Nachbargrundstücke profitieren von diesen Erderschütterungen – auch dort nahm der Maulwurf Reißaus.

Im Gegensatz zu den beiden Nanduhähnen trägt die einzige Henne einen Namen. „Das war ja etwas Besonderes, als sie damals endlich unsere erste Henne auf dem Hof war“, so Wille. Die Henne heißt „Betty“ und hat großes Glück. Weil sie einen Namen trägt, wird sie nie in der Pfanne landen. Harald Willes Grundsatz lautet: „Man schlachtet doch kein Tier mit Namen.“

Von Christamaria Ruch

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