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Harley Davidson Club zu Gast in Rheinsberg

Vom Rollator auf die Harley Harley Davidson Club zu Gast in Rheinsberg

Seit 14 Jahren treffen sich nunmehr die Harleyfahrer aus Berlin, Brandenburg und Teilen Mecklenburgs in Rheinsberg. Und seit 14 Jahren dürfen die Hotelgäste des gastgebenden „Haus Rheinsberg“ für ein paar Minuten ihr Handicap vergessen und sich dem Gefühl des Fliegens auf einer Harley hingeben. Die Biker nehmen sie als Sozius auf eine Spritztour mit.

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Träume in Chrom und Stahl: wer wollte, durfte auf einer Harley seiner Wahl als Sozius mitfahren – inklusive Hilfe beim Aufsitzen.

Quelle: Fotos (4): Buddeke

Rheinsberg. „Das war so geil!“ Jutta Franke-Greim aus Berlin ist hin und weg, wenn sie die Harleys nur sieht. Für die lässt sie ihren Rollator sofort stehen. Die rothaarige Frau mit den lustigen Augen ist regelmäßiger Gast im Hotel Haus Rheinsberg, in dem Menschen mit Handicaps gern ihren Urlaub verbringen. Manche kommen sogar extra dann, wenn die Biker der Region 1 des Harley Davidson Clubs Deutschland ihre Jahresausfahrt machen – seit nunmehr 14 Jahren heißt das Ziel Rheinsberg. „Ich war vergangenes Jahr hier und habe meinen 65. Geburtstag gefeiert. Die Harley-Spritztour war mein Geschenk“, sagt die Berlinerin. Der Harley-Virus habe sie 2001 bei einem Harley-Treffen in Washington erwischt. „240 000 Maschinen – da habe ich Blut geleckt“, sagt sie und schaut sich die chrom- und stahlblitzenden Traum-Maschinen an, die in Reih und Glied vor dem Hotel stehen, während die Biker untereinander und mit den neugierigen Hotelgästen fachsimpeln.

Renate Wittum will mit „Orpheus“ mitfahren

Renate Wittum will mit „Orpheus“ mitfahren.

Quelle: Buddeke

Bei Sonne, Kaffee und Kuchen ist es ein gemütliches Fest, immer wieder knattert ein Schwung Harleys los zur 15-minütigen Spritztour. „Helm und Brille stellen wir. Und wir fahren natürlich nicht schneller als 80. “, sagt Regionalchef Reinhardt Ziegler. „Die Leute sollen ja was davon haben“, verspricht er und weiß, dass die Gäste mit den unterschiedlichsten Handicaps ihren Spaß haben. „Mal auf einer ganz anderen Ebene.“ Auch für die Biker ist es immer ein dankbares Geschäft. „Wir werden hier im Hotel gut umsorgt, dass wir uns rundum wohlfühlen. Insofern profitieren wir auch davon“, so Ziegler. Sein Vize Bernd Herweg mit dem „Kampfnamen“ Orpheus, erklärt, wie es zur Kooperation gekommen ist. Vor genau 15 Jahren habe es im Berliner ICC einen Kongress für Menschen mit Behinderungen gegeben. „Die haben nach Leuten gesucht, die ihre Motorräder präsentieren. Harley-Urgestein Horst Demski, der inzwischen verstorben ist, habe sofort zugesagt. Hauptinitiator des Kongresses sei die Donnersmarck-Stiftung gewesen, die auch das Hotel in Rheinsberg betreibt. So kam es dazu, dass die Biker aus Berlin, Brandenburg und Teilen Mecklenburgs seit Jahr und Tag ihre Frühlings-Tour nach Rheinsberg machen. „Als wir das erste Mal kamen, war das Hotel gerade mal ein Jahr alt“, erinnert sich Elvira Briddigkeit, die ehemalige Regionalchefin der Harleybiker. Am Sonnabend fährt sie indes nicht auf ihrer Maschine mit. „Zu kalt“, sagt sie.

„Darf ich den umarmen“ Gabriele aus Berlin ist voller  Vorfreude

„Darf ich den umarmen?“ Gabriele aus Berlin ist voller Vorfreude.

Quelle: Buddeke

Für die Hotelgäste scheint es warm genug zu sein – der Strom der Möchtegern-Beifahrer reißt nicht ab. Manchmal braucht es zweier Helfer, um einen Rollstuhlfahrer von seinem Sitz auf die spritzigen Maschinen zu hieven. Die Freude auf den Gesichtern indes spricht eine deutliche Sprache.

Reinhardt Ziegler mit einem Rollstuhlfahrer als Sozius

Reinhardt Ziegler mit einem Rollstuhlfahrer als Sozius.

Quelle: Buddeke

Renate Wittum ist auch schon ganz heiß: „Ich will das unbedingt ausprobieren“, sagt die Berlinerin, die ohne Rollator nicht gehen kann und äugt schon nach dem passenden Gefährt. Oder dem bestaussehendsten Fahrer? „Darf ich den umarmen?“, fragt auch Gabriele aus Berlin, die bereits auf dem Sozius sitzt und erwartungsvoll strahlt. Sie darf nicht nur, sie muss sogar – schlingt ihre Arme um den Ledermann und ab geht die Post.

Von Regine Buddeke

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