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Ostprignitz-Ruppin Hartwig Herm ist seit 33 Jahren Fahrschullehrer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hartwig Herm ist seit 33 Jahren Fahrschullehrer
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00:17 08.10.2016
Der Fahrlehrer Hartwig Herm auf dem Weg zum nächsten Fahrschüler. Quelle: Christamaria Ruch
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Blandikow

Gang einlegen, langsam Gas geben, Kupplung kommen lassen und losfahren. Nebenbei den Blinker antippen, an den Schulterblick denken und immer wieder in den Rückspiegel schauen. Wer als Fahrschüler unterwegs ist, muss vor allem den Überblick behalten.

„Jede Situation muss richtig eingeschätzt werden, und das Aufnehmen und Reagieren erfordern sehr viel Konzentration“, sagt Hartwig Herm aus Blandikow. Er muss es wissen, denn Hartwig Herm ist Fahrlehrer. Seit 33 Jahren erteilt er den theoretischen Unterricht und sitzt anschließend auf dem Beifahrersitz des Pkws. „Von der Theorie zur Praxis ist es immer ein großer Schritt, denn auf der Straße strömen sehr viele Informationen gleichzeitig auf den Fahrschüler ein.“ Augen und Ohren auf – das vermittelt Herm immer wieder seinen Schützlingen.

Hartwig Herm ist der erste Fahrschullehrer im Altkreis Wittstock, der 1990 den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit ging. Im August 1990, kurz nach der Währungsunion, startete er durch. „Der Zeitpunkt dafür war damals ideal.“ Heute unterhält er weit und breit die einzige Fahrschule auf dem Dorf. „Ich bin bis heute sehr gern Fahrlehrer, denn es ist immer wieder eine Herausforderung, sich auf jeden Fahrschüler einzustellen“, sagt Herm.

Im Zuge der Wende saß er nochmals auf der Schulbank und musste sechs Wochen lang alle Anpassungen an das bundesdeutsche Gesetz büffeln. Bereits 1983 hielt er den Fahrlehrerschein in seinen Händen und vermittelte fortan beim VEB Kraftverkehr Kyritz, Zweigstelle Wittstock, das Abc im Straßenverkehr. Der gelernte Mechaniker mit Meisterabschluss war damals einer von vier Wittstocker Fahrlehrern. „Vor allem der Mangel an Unterrichtsmaterialien und die Kontingente beim Benzin waren Probleme“, erinnert er sich. Auch die Umgangsformen waren rauer als heutzutage, denn die Schüler hatten keine Auswahl bei der Fahrschule. Oftmals drängelten sich 50 Frauen und Männer im Fahrschulraum in Wittstock, obwohl nur 45 Plätze vorhanden waren. Nach der Theorie ging es zuerst zum Fahrtrainer nach Neuruppin. Dort mussten die Fahrschüler auf Simulatoren sitzen und üben, wie geschaltet, gebremst und Gas gegeben wird. „Der Fahrtrainer war damals Pflicht, heute geht es gleich auf die Straße“, sagt Hartwig Herm. War er bis zur Wende mit dem Wartburg 353 als Dienst- und Fahrschulwagen im Einsatz, setzt er seit 1990 auf Autos aus Wolfsburg. Er erteilt heute in allen Führerscheinklassen Unterricht; vor allem Pkw, Moped und Motorrad sind gefragt.

Vom Teenager, der bereits mit 17 Jahren im Rahmen des begleiteten Fahrens auf der Straße unterwegs ist, bis zum Rentner gehen die Fahrschüler zu Hartwig Herm. „Ich hatte mal eine Fahrschülerin, die Mähdrescher und Traktor fahren konnte. Und im Rentenalter hat sie dann das Autofahren gelernt.“

Dem begleiteten Fahren mit 17 stand er anfangs skeptisch gegenüber. „Dann habe ich schrittweise erfahren, dass das eine wirklich gute Sache ist“, sagt der Fahrlehrer. Denn wer im Sommer die Fahrschule absolviert, dem fehlen die Erfahrungen aus der kalten Jahreszeit. Sitzt aber ein Erwachsener neben dem 17-Jährigen, können auch die ersten Touren bei Schnee, Glätte und Nebel besser gemeistert werden.

Bis heute stellt sich Hartwig Herm individuell auf jeden Fahrschüler ein. Er bietet auch Einzelunterricht in der Theorie an. Die entscheidende Frage ist aber nach wie vor: Wann ist der Zeitpunkt gekommen, dass ein Fahrschüler zur Prüfung geschickt werden kann, um auch sicher diese Hürde zu meistern? „Ich muss vom Leistungsvermögen des Schülers überzeugt sein, und das erfordert Gespür“, sagt Herm. Frauen und Männer sind laut Herms Erfahrungen gleich gut beim Fahren. Damit räumt er eines der gängigsten Klischees aus dem Weg.

Von Christamaria Ruch

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