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Haus in Lindow abgefackelt

Brandstifter verurteilt Haus in Lindow abgefackelt

Der 29-jährige Daniel F. ist am Donnerstag vom Neuruppiner Amtsgericht wegen schwerer Brandstiftung verurteilt worden. Das Gericht war davon überzeugt, dass er in einem Nebengelass eines Hauses in Lindow am 21. Februar 2014 ein Feuer gelegt hat. Daniel F., der bis zuletzt geschwiegen hatte, erhielt eine Gesamtstrafe von drei Jahren.

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Quelle: dpa

Neuruppin.
Nachts erhielt Erich L. bei Freunden in Wiesbaden den Anruf, dass sein Häuschen in Lindow brennt. In dem etwa 60 Quadratmeter großen ehemaligen Gästehaus hatte der ehemalige Kunsthändler wertvolle antike Möbel, Porzellan und Gemälde gelagert. Bis auf ein paar Porzellanteller aus dem 18. Jahrhundert ist dem Rentner nach eigenen Angaben nichts geblieben.

Für das Schöffengericht des Neuruppiner Amtsgerichts stand fest, dass Daniel F. derjenige war, der in der Nacht des 21. Februar vergangenen Jahres das Haus von Erich L. am Platz der Einheit in Lindow in Schutt und Asche gelegt hat. Am Donnerstag wurde der 29-Jährige wegen schwerer Brandstiftung und gemeinschaftlichem Betrug zu einer dreijährigen Gesamtstrafe verurteilt.

Es gab keine Tatzeugen, keine DNA-Spuren und der Angeklagte schwieg bis zuletzt. Doch die Richter waren von seiner Schuld überzeugt. Im August 2014 saß der vorbestrafte Angeklagte in anderer Sache bei der Polizei. Dabei offenbarte er einen Einbruch und einen Brand bei einem Herrn L. in Lindow. „Er wollte sein Leben in Ordnung bringen und mit der Vergangenheit abschließen“, sagte Polizeiobermeister Ronny H.. Mehr Angaben habe Daniel F. an jenem Tag aber nicht mehr machen wollen, weil es ihm zu viel wurde. „Wir haben uns dann verständigt, dass er am Folgetag wiederkommt. Er kam aber nicht“, so der Beamte. Auf ihn habe Daniel F. einen glaubwürdigen Eindruck gemacht.

Die Verlobte verweigerte die Aussage

Offensichtlich hielt der Sinneswandel nicht lange. Das Gericht ging davon aus, dass Daniel F. keine Straftat zugegeben hätte, die er nicht begangen hat. Der Einbruch jedoch konnte ihm nicht nachgewiesen werden. „Seine Lebensgefährtin hätte sagen können, was er mit nach Hause gebracht hat“, sagte Richter Gerhard Pries. Doch die 25-Jährige berief sich am Donnerstag auf ihr Aussageverweigerungsrecht als Verlobte. Seit drei Wochen sei sie mit Daniel F. verlobt. Und das nach einer zeitweiligen Trennung und einer Aussage, mit der sie ihn damals belastet hatte. Sie habe ihm einen Heiratsantrag gemacht. „Weil ich ihn liebe und wir ein gemeinsames Kind haben“, sagte sie. Dass sie nicht aussagen muss, will sie erst zehn Minuten vor der Verhandlung erfahren haben. Verlobt haben sie sich im Gefängnis, wo Daniel F. derzeit eine andere Strafe absitzt. Achselzuckend fanden sich Staatsanwalt und Gericht mit dieser neuen Tatsache ab. „Das kann nicht widerlegt werden“, sagte Pries.

Zu dem Tatvorwurf des schweren Betruges konnte sich das Gericht auf die Aussage des mitangeklagten Helmut B. stützen. Demnach war es die Idee von Daniel F., im November 2013 vier Laptops auf Rechnung des gemeinnützigen Vereins „Lebensqualität“ in Lindow für 1180 Euro zu bestellen. Geliefert wurden sie an Helmut B. Der verkaufte seine beiden Geräte für 150 Euro an einen An-und Verkauf in Neuruppin. Sein umfassendes Geständnis kam Helmut B. zugute. Er kam mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 20 Euro davon. Das Gericht sah bei ihm von einer Gesamtstrafe ab. Im April war er wegen gemeinschaftlichen Raubes und gefährlicher Körperverletzung mit Daniel F. zu einer zweijährigen Strafe auf Bewährung verurteilt worden. Käme die neue Strafe dazu, hätte er ins Gefängnis gemusst. „Das wäre nicht angemessen“, sagte der Staatsanwalt. Das sah das Gericht auch so. „Das ist jetzt die allerletzte Chance, ein vernünftiges Leben zu führen“, sagte Richter Pries. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig.

Daniel F. hatte damals eine dreijährige Haftstrafe bekommen. Dagegen hat er Berufung eingelegt. Die Verhandlung steht noch aus. Seine Verlobte hat sich darauf eingestellt, noch einige Jahre auf ihn warten zu müssen.

Von Dagmar Simons

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