Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Hausärztin muss Praxis schließen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hausärztin muss Praxis schließen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:27 26.07.2016
Die Praxis von Claudia Korbmacher in der Poststraße in Wittstock ist ab sofort geschlossen. Quelle: Christamaria Ruch
Anzeige
Wittstock

Die Allgemeinmedizinerin Claudia Korbmacher muss ihre Praxis in der Poststraße in Wittstock zum 30. September schließen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Brandenburg gab dem Verlängerungsantrag der Ärztin nicht statt.

Bereits jetzt wird niemand mehr in dieser Praxis behandelt. Am Montag und Dienstag wurden nur noch die Patientenakten heraus gegeben. Damit endet nach knapp fünf Jahren Claudia Korbmachers hausärztliche Tätigkeit in der Dossestadt. Ihre Praxis in Eichstädt (Oberhavel) ist davon unberührt.

Die KV Brandenburg begründet diesen Schritt gegenüber der MAZ so: „Es haben sich im Juli letzten Jahres zwei neue Hausärzte in Wittstock niedergelassen. Damit ist Wittstock ausreichend mit Hausärzten versorgt. Diese beiden Ärzte Katarzyna Bankowska und Norbert Strauß haben am Montag zugesichert, alle Patienten von Claudia Korbmacher zu übernehmen.“

Gundula Seitz (l.) und Ina Ahrens gaben am Montag nur noch Patientenakten heraus. Quelle: Christamaria Ruch

Seit 2003 unterhält Claudia Korbmacher ihre Praxis in Eichstädt und suchte dann nach einem weiteren Standort. Die heute 63-jährige Allgemeinmedizinerin hat sich vor fünf Jahren bewusst für Wittstock entschieden. „Ich hatte damals bei der KV angefragt und Wittstock wurde mir als unterversorgtes Gebiet mitgeteilt“, sagte sie. Wittstock wurde dann zu ihrem ersten Kassensitz und Eichstädt zur Nebenbetriebsstätte. 50 000 Euro Startkapital stellte die KV für die Wittstocker Praxis bereit. Dies ist der übliche Weg. Darüber steckte Claudia Korbmacher aus eigenen Mitteln 35 000 Euro in die Praxis. „Die Praxis lief sehr gut und ich hatte 900 Patienten im Quartal“, sagt Ärztin Korbmacher. 30 Stunden wöchentlich inklusive Hausbesuche stand sie für ihre Wittstocker Patienten bereit.

Seit Januar dieses Jahres ist die Praxis in Eichstädt der erste Kassensitz und Wittstock sollte als Zweigpraxis weitergeführt werden. Schon zu diesem Zeitpunkt stand seitens der KV fest, dass Claudia Korbmacher ihre Tätigkeit in Wittstock zum 30. September beenden muss. „Es tut mir leid, dass ich hier aufhören muss. Ich wäre sehr gern geblieben und habe eine enge Patientenbindung“, sagte Claudia Korbmacher gegenüber der MAZ. Einige mobile Wittstocker Patienten wollen zukünftig sogar den Weg nach Eichstädt in Kauf nehmen.

Unverständnis für die Praxisschließung zeigen nicht allein die Patienten. Auch die beiden Praxis-Schwestern Ina Ahrens und Gundula Seitz sind fassungslos. „Ich habe es nicht für möglich gehalten, aber ich bin ab 1. August arbeitslos“, sagte Ina Ahrens am Montag. Sie war 24 Jahre bei der Wittstocker Kinderärztin Brigitte Mielhahn tätig und seit Oktober 2011 bei Claudia Korbmacher. „Wir hatten auch viele Kinder und Jugendliche als Patienten, das alles fällt nun wieder weg“, so Ina Ahrens. Gundula Seitz wird in der Praxis in Eichstädt weiter arbeiten.

Alle Patienten von Claudia Korbmacher können in der Hausarztpraxis in der Wittstocker Mozartstraße aufgenommen werden. Quelle: Christamaria Ruch

Erika und Helmut Tid aus Maulbeerwalde stehen wie viele andere Patienten vor dem Problem, sich einen neuen Hausarzt suchen zu müssen. „Die Ärztin kannte alles von uns, doch warum darf sie nicht weiter arbeiten?“, fragt die 74-jährige Erika Tid. Ihr 77 Jahre alter Mann hat gerade eine Operation überstanden, läuft an Krücken und beide sind besorgt. „Wer nimmt uns denn auf?“

Ein anderer Patient sagt: „Diese Ärztin hat sich Zeit genommen für die Patienten. Es gab sehr kurze Wartezeiten und sie hat mit einem richtig gesprochen.“ Er hatte am Montag noch keine Alternative vor Augen. Daher holte er sich neben seinen Unterlagen noch Rezepte für Medikamente und eine Überweisung. „Ich muss schauen, wie es nun weiter geht.“

Von Christamaria Ruch

Statt stottern lieber singen und statt wegen einer Krankheit in Depressionen zu verfallen lieber die Misere mit Humor nehmen – das waren die Botschaften des Berliner Buchautors Peter Mannsdorff während seiner Lesung in Wittstock. Mit seinen Geschichten wollte er den Zuhörern Mut machen und sie zugleich zum Nachdenken anregen – was ihm auch gelang.

29.07.2016

Immer wieder treten im Prignitz-Dorf Wutike und Umgebung Siedlungsspuren aus längst vergangenen Zeiten zu Tage. Waren im Jahr 1929 lediglich 18 Fundstellen aus allen ur- und frühgeschichtlichen Epochen bekannt, sind es dank der unermüdlichen Tätigkeit vor allem der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger inzwischen fast 40 Stellen.

29.07.2016

Am Sonnabend gehen in Kunsterspring zwölf arbeitsreiche Tage zu Ende. An der Waldarbeitsschule residierten Künstler im Rahmen des „16. Internationalen Kunstsymposiums“ im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Sie schufen mehrere meterhohe Holzskulpturen – und eine Installation, die den Wald hörbar macht.

29.07.2016
Anzeige