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Ostprignitz-Ruppin „Havellandautobahn“: Baustart im Frühjahr
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Havellandautobahn“: Baustart im Frühjahr
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19:12 08.03.2018
Seit Oktober werden bereits Tausende Bäume entlang der Strecke gefällt, wie hier an der A 24 bei Fehrbellin. Die Arbeiten gehen bis Ende Februar weiter. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Bis Ende Februar soll die Finanzierung für den Ausbau der Autobahnen A 24 und A 10 zwischen Neuruppin und dem Autobahndreieck Pankow stehen. Davon geht das private Konsortium um die niederländische Royal BAM Group und die österreichische Habau-Gruppe aus. Beide haben Ende 2017 vom Bund den Zuschlag für den Ausbau der 60 Kilometer Autobahn und den Betrieb der Strecke samt Dreieck Havelland für 30 Jahre bekommen.

Der Ausbau wird ein Projekt in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP). Die Autobahnen bleiben zwar weiter Eigentum der Bundesrepublik, sie sucht sich aber private Partner und Geldgeber für Umbau und Betrieb. Die Royal BAM Group hat mit solchen Kon­struktionen schon reichlich Erfahrung. Der vielleicht größte niederländische Baukonzern war bereits an mehreren privat finanzierten Autobahnprojekten in Deutschland beteiligt: am Ausbau der A8 zwischen Augsburg und München von 2007 bis 2010 und am Ausbau der A9 zwischen Triptis und Schleitz von 2011 bis 2014.

Für Habau das größte Bauvorhaben in der Frmengeschichte

Als Partner für die Finanzierung hat sich die BAM jetzt den niederländischen Rentenfonds PGGM ins Boot geholt. Zusammen mit dem österreichischen Baukonzern Habau haben BAM und PGGM mittlerweile die „Havellandautobahn GmbH und Co. KG“ als eigene Projektgesellschaft für den nördlichen Berliner Ring und die A 24 bis Neuruppin gegründet. Die Bauarbeiten soll zusammen mit der Habau unter anderem die Baufirma Wayss & Freytag übernehmen, eine deutsche Tochterfirma der Royal BAM Group.

Für den niederländischen Baukonzern BAM ist das Projekt eins von vielen in ganz Europa. Die BAM beteiligt sich in wenigstens fünf Ländern an ÖPP-Modellen. Auch der Habau-Konzern ist europaweit tätig. Für das österreichische Unternehmen ist der Ausbau der A 10 und der A 24 trotzdem etwas Besonderes. „Wir freuen uns über den gewinn der Ausschreibung und gehen das größte Projekt in der Unternehmensgeschichte mit voller Energie an“, sagt Hubert Wetsching, Chef der Habau-Gruppe.

Bund schätzt die Kosten auf rund 1,2 Milliarden Euro

Das Bundesverkehrsministerium schätzt den Umfang des Auftrags für Ausbau und Betrieb der Autobahnen auf 1,2 Milliarden Euro. Die privaten Investoren sollen den Aus- und Umbau der Strecke in den nächsten vier Jahren bezahlen und erhalten dafür von der Bundesrepublik in den nächsten 30 Jahren ein Entgelt. Wie viel die Firmen bekommen, hängt davon ab, wie gut verfügbar die Autobahn ist und wie oft die Fahrbahnen für Bau- oder Reparaturarbeiten gesperrt werden müssen.

Bei früheren Autobahn-Projekten mit privaten Partnern hatte der Bund teilweise auf eine andere Finanzierung gesetzt. Die private Firma A1 Mobile, die einen Autobahnabschnitt zwischen Hamburg und Bremen betreibt, sollte an der Maut der Lastwagen beteiligt werden, die über die A 1 fahren. Doch die Maut-Einnahmen sind viel geringer als erwartet – für die private Autobahngesellschaft ein riesiges Problem. ÖPP-Modelle bergen Risiken – für die privaten Finanzierer ebenso wie für den Bund. Der Bundesrechnungshof hat davor schon vor Jahren gewarnt. Nach Auswertung früherer Vorhaben kamen die Prüfer zu dem Schluss, dass privat finanzierte Vorhaben oft teurer werden, als hätte der Staat allein gebaut.

Vier Jahre Bauzeit, 30 Jahre Betrieb

Der Um- und Ausbau der A 10 und der A 24 beginnt voraussichtlich im Frühjahr.

Bis zum Jahr 2022 sollen der nördliche Berliner Ring zwischen den Dreiecken Pankow und Havelland auf sechs Spuren verbreitert werden.

Die A 24 zwischen Kremmen und Neuruppin wird neu gebaut. Sie bleibt aber weitgehend so breit wie bisher. Zwischen Kremmen und Fehrbellin soll es einen breiteren Seitenstreifen geben, der bei Bedarf als dritte Fahrspur freigegeben werden kann.

27 Brücken müssen ersetzt, zehn neu gebaut werden, zwei werden abgerissen. Hinzu kommen Lärmschutzwände und elektronische Anzeigetafel, um den Verkehr zu leiten.

Das Dreieck Havelland wurde erst vor wenigen Jahren neu gebaut. Dort sind jetzt keine weiteren Arbeiten vorgesehen. Das Autobahndreieck gehört zum 30-Jahre-Betreiber-Vertrag jedoch dazu.

Die privaten Geldgeber sind auf der gesamte Strecke für Unterhalt und Pflege der Fahrbahnen und Seitenbereiche zuständig, auch für den Winterdienst.

Die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke) sieht den privat finanzierten Ausbau der A 24 und der A 10 auch wegen Einsicht in Zahlen und Daten kritisch. „Wir halten diese Projekte für zu teuer und zu intransparent“, sagt sie. Solche ÖPP-Modelle hätten aus ihrer Sicht nur einen Sinn: Sie sollen den Konzernen die Rendite sichern. So wichtige Aufgaben für das Gemeinwohl wie den Autobahnbau dürfe der Staat nicht Privaten überlassen, sagt Kirsten Tackmann.

Ohne private Hilfe wäre der Ausbau der A 24 aber gar nicht denkbar, hält ihr Neuruppiner CDU-Abgeordnetenkollege Sebastian Stei­neke gegen. Weder der eigentlich zuständige Landesstraßenbetrieb Brandenburg noch der Bund hätten die Kapazität, um so ein aufwändiges Straßenbauprojekt umzusetzen. Private ins Boot zu holen, hält er für die richtige Entscheidung:.„Sonst wäre diese Autobahn vielleicht in den nächsten zehn oder 15 Jahren gar nicht gebaut worden“, sagt er. „So gesehen relativiert sich auch die Frage der Kosten.“ Wichtig sei, das Risiko durch die öffentlich-private Zusammenarbeit zu verringern – das sei jetzt passiert.

Von Reyk Grunow

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