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Ostprignitz-Ruppin Heftige Vorwürfe gegen Landesstraßenbetrieb
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heftige Vorwürfe gegen Landesstraßenbetrieb
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00:16 27.07.2016
Bei Bechlin stehen bereits die Ampeln für die Umleitung, die ab Dienstag bis Ende August gelten soll. Quelle: Andreas Vogel
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Walsleben

Heftige Vorwürfe muss sich der Landesstraßenbetrieb wegen der geplanten vierwöchigen Vollsperrung in Dabergotz gefallen lassen. „Der Landesbetrieb benimmt sich wie ein Kolonialherr“, schimpfte am Donnerstagabend Burghard Gammelin. Der Ortsvorsteher von Walsleben kritisierte beim Gemeinderat, dass dem Land die Einwände und Sorgen der Betroffenen offensichtlich egal seien. „Der Landesbetrieb tut so, als ob ihn das nichts angeht.“

Verkehrschaos befürchtet

Gammelin und andere Gemeindevertreter befürchten ein Verkehrschaos, wenn ab Dienstag, 26. Juli, nicht nur die Ortsdurchfahrt der B 167 gesperrt ist, sondern bis Ende August ebenfalls die bisherige Umleitungsstrecke über das Gewerbegebiet Temnitzpark. Der Verkehr soll dann über Bechlin und Kränzlin nach Darritz und Walsleben umgeleitet werden. In Richtung Wildberg und zur B 5 geht es von dort aus weiter über Gottberg.

Wer aus der Gegenrichtung kommt und nach Rheinsberg will, soll in der Kränzliner Siedlung nicht nach links in Richtung Rheinsberg abbiegen dürfen. Vielmehr sollen die Autofahrer rechts zum Kreisel in der Neustädter Straße abbiegen und dort eine Runde drehen, um in Richtung Rheinsberg kommen zu können, sagte am Freitag Susanne Dorn. Die Direktorin des Amtes Temnitz ist sowohl von dieser Verkehrsregelung überrascht als auch davon, dass die Arbeiten vier Wochen dauern sollen. Hatte es doch noch Mitte Juni geheißen, dass der Einmündungsbereich in die Temnitzpark-Chaussee lediglich für zwei Wochen gesperrt werden soll. Davon ist beim Landesbetrieb jedoch keine Rede mehr. „Die Vollsperrung wird voraussichtlich bis zum 27. August bestehen“, sagte Irina Lorz, Sachgebietsleiterin Bauvorbereitung beim Landesbetrieb.

Große Umwege auch für Mähdrescher

„Wenn wir so planen würden wie der Landesstraßenbetrieb, würden wir nichts zu essen kriegen“, betonte der Landwirt Bernd Pieper. Seine Mitarbeiter sind gerade mitten in der Ernte und auf die Kreuzung am Ortseingang von Dabergotz dringend angewiesen. Dort müssen die großen Erntefahrzeuge durch. Zwei Drittel der Lupinenernte in dem Bereich haben Piepers Leute zwar inzwischen geschafft. Doch wie das letzte Drittel vom Acker geholt werden kann, ist offen: Die Lupinen brauchen noch ein paar Tage, bis sie reif sind. „Da lässt sich nichts mit Gewalt machen“, so Pieper. Wird die Kreuzung am Dienstag wie geplant für alle Fahrzeuge dicht gemacht, müssen die Mähdrescher große Umwege fahren. Sie werden damit wohl dafür sorgen, dass der ohnehin erwartete Stau noch größer wird.

Von Andreas Vogel

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