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Ostprignitz-Ruppin Heftiger Streit um alten Dampfersteg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heftiger Streit um alten Dampfersteg
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22:36 26.02.2018
Der 17 Meter lange Steg aus Holz und Stahl ist zurzeit gesperrt. Das Stadtverwaltung hält eine Sanierung für zu teuer. Quelle: Peter Geisler
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Wuthenow

Der Streit eskalierte am Donnerstag im Neuruppiner Bauausschuss. Zuerst beschuldigte der Karwer SPD-Stadtverordnete Siegfried Pieper lautstark das städtische Bauamt, bewusst falsche Zahlen vorzulegen. Dann konterte Baudezernent Arne Krohn, Pieper habe ganz offensichtlich keine Ahnung, wovon er rede. Letztlich versuchte Wuthenows Ortsvorsteher Axel Noelte, die Wogen zu glätten und zu retten, was zu retten war. Dabei hätte eigentlich Noelte Grund gehabt, sich aufzuregen.

Thema war der Wuthenower Dampferanlegesteg an der Lanke. Der ist seit Monaten gesperrt, weil er laut Gutachten von 2016 in desolatem Zustand ist. Eigentlich sollte der Steg schon im vergangenen Jahr saniert werden. Tatsächlich ist dort aber nichts passiert, und wenn es nach der Neuruppiner Stadtverwaltung geht, soll auch nichts mehr passieren. Das Bauamt will den Steg als Anlegestelle für die Fahrgastschiffe stilllegen und ihn an einen privaten Eigentümer übertragen. Für die Abgeordneten im Bauausschuss kommt das überhaupt nicht infrage.

Im vergangenen Dezember hatten die Stadtverordneten beschlossen, alle Dampferanlegestellen am Ruppiner See und in den anderen Ortsteilen an die Betreiber der Fahrgastschiffe, den Tourismusservice Bürgerbahnhof, zu übergeben. Nur der Steg in Wuthenow war damals ausgenommen worden. Offizielle Begründung: Dort halten die Schiffe schon lange nicht mehr.

Den Ortsbeirat hat wieder einmal niemand gefragt

Dass die Stadt den Steg jetzt aber ganz loswerden will, überraschte Ortsvorsteher Axel Noelte dann doch. Mit ihm und dem Ortsbeirat hatte darüber vorher niemand gesprochen. Von den Plänen aus dem Rathaus habe er erst erfahren, als er davon in der Beschlussvorlage las. Im Bauausschuss konnte er deshalb auch nur für sich selbst sprechen, nicht für den Ortsbeirat. Und ganz persönlich lehnt der Ortsvorsteher die Privatisierung des Steges ab. Wenn er privat werde, stehe dort bald ein Zaun und die meisten Wu­thenower hätten keinen Zugang mehr. „Wir haben in Wuthenow nur noch ganz wenige Stellen, wo die Bürger überhaupt an den See kommen“, ärgerte sich Noelte. Eine weitere abzugeben, komme nicht infrage. Auch die meisten anderen Abgeordneten sprachen sich klar für den Erhalt für Badegäste, als Aussichtspunkt oder Anlegestelle für Sportboote aus, selbst wenn dort keine Schiffe halten.

Krohn lehnt das ab: „Leider ist das hier keine Wünsch-dir-was-Vorstellung.“ Um den Steg überhaupt wieder nutzen zu können, müsse er saniert werden – und dafür fehle das Geld. Nach einer früheren Schätzung seien rund 80 000 Euro nötig, um den Steg für die Fahrgastschifffahrt wieder fit zu machen, so Bauamtsleiterin Marga Reinus. Die Stadt habe für sämtliche Brücken und Stege im Jahr gerade mal 33 000 Euro zur Verfügung. Woher sollen da 80 000 Euro für diesen einen Steg kommen?

Der Steg bleibt vorerst weiter gesperrt

Karwes Ortsvorsteher Siegfried Pieper platzte der Kragen: „Ich finde es ungeheuerlich, was die Verwaltung den Bürgern hier zumutet.“ Die Zahlen seien völlig überzogen und die Vorlage aus dem Rathaus „eine Zumutung für den Ausschuss“. Die Stadtverwaltung suggeriere „falsche Gegebenheiten“: Ein Steg, an dem keine Schiffe anlegen, könne einfacher und billiger gebaut werden, vielleicht sogar mit privater Hilfe. Krohn verteidigte seine Mitarbeiter ebenso lautstark: „Das ist eine Frechheit und es reicht mir langsam.“ Die Verwaltung habe nun mal nur das Geld, das die Stadtverordneten im Haushalt beschließen, und das reiche dafür nicht aus.

Einhellige Meinung im Ausschuss: Dann müssen die Stadtverordneten dafür sorgen, dass 2019 mehr Geld zur Verfügung steht. Den Steg an private Eigentümer abzugeben, lehnte der Bauausschuss ab. Die Verwaltung soll Zeit für eine neue Kostenschätzung bekommen. Vorerst müsse der Steg dann eben gesperrt bleiben. „Dann haben wir in diesem Jahr halt Pech“, sagt Ortschef Axel Noelte: „Aber das ist uns in Wuthenow fünfmal lieber, als den Steg ganz zu verlieren.“

Von Reyk Grunow

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