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Heiligabend bleiben die Geschäfte zu

Neuruppin Heiligabend bleiben die Geschäfte zu

An Heiligabend – einem Sonntag – bleiben in Neuruppin alle Geschäfte geschlossen, auch im Ruppiner Einkaufszentrum. Den Center-Manager ärgert, dass ihm der verkaufsoffene Sonntag am dritten Advent gestrichen wurde. Für ihn steht fest, dass die Leute sonntags einkaufen wollen, wenn nicht in Neuruppin, dann eben in Berlin.

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Das Reiz hätte gern am 3. Advent einen verkaufsoffenen Sonntag angeboten – darf es aber nicht.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Heiligabend ist zumindest den Einzelhändlern in Neuruppin heilig: Ihre Geschäfte bleiben an diesem Tag, der diesmal auf einen Sonntag fällt, geschlossen. Ohnehin dürfen in Brandenburg an diesem 24. Dezember nur Lebensmittelgeschäfte, Kioske und Weihnachtsbaumverkaufsstellen für einige Stunden öffnen. Dass auch im Ruppiner Einkaufszentrum (Reiz) die Türen zu bleiben, bereitet Center-Manager Frank Nieguth keine schlaflosen Nächte. „Ein Gerichtsurteil hat mir den geplanten verkaufsoffenen Sonntag am dritten Advent gestrichen. Da denke ich über einen verkaufsoffenen Sonntag am Heiligabend gar nicht erst nach.“

Ohnehin macht sich Nieguth über diesen speziellen Fall keine Gedanken. „Wie oft fällt schon ein Heiligabend auf einen Sonntag?“ Das war das letzte Mal im Jahr 2006 der Fall und wird es 2023 wieder sein. Der Center-Manager sieht das pragmatisch: „Die paar Stunden reißen den Jahresumsatz nicht raus.“ Dafür hätten die Angestellten im Einzelhandel auch mal einen ganz entspannten Heiligabend.

Ladenöffnung zu Heiligabend

Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Sollten die Geschäfte trotzdem öffnen?

„Mehr ärgert mich, dass der verkaufsoffene Sonntag am dritten Advent gestrichen ist.“, sagt er. An diesem Sonntag einkaufen und sich beim Bummel unterhalten lassen: Das war bisher Tradition im Ruppiner Einkaufszentrum (Reiz). Bis zu diesem Jahr. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat auf Antrag der Gewerkschaft Verdi diese Sonntagsöffnung gestrichen, zum Bedauern von Frank Nieguth. „Das wäre der Jackpot gewesen, so eine Woche vor Weihnachten.“ Doch dem machte die Gewerkschaft einen Strich durch die Rechnung. Wie auch schon dem Herbstfest im Oktober. Das geplante Programm wurde durchgeführt, nur die Geschäfte waren geschlossen. „Das war für die Kunden völlig unverständlich“, sagt Frank Nieguth.

Außerdem bedeute jedes Sonntagsöffnungsverbot einen wirtschaftlichen Schaden. Denn gerade, wenn die Leute das Einkaufen mit einem netten Unterhaltungsprogramm verbinden können, sei das Haus voll. „Jetzt klagt uns Verdi wichtige Sonntag weg“, bedauert er. Doch die Gewerkschaft hat das Recht auf ihrer Seite.

Laut brandenburgischem Ladenöffnungsgesetz dürfen „Verkaufsstellen aus Anlass regionaler Ereignisse, insbesondere traditioneller Vereins- oder Straßenfeste oder besonderer Jubiläen“ öffnen. Das gilt demnach nicht für das Frühlings- und Herbstfest im Reiz. Wohl aber für den ersten Advent, wenn das Reiz und die Innenstadt die Vorweihnachtszeit einläuten.

„Es sollte sich mal jemand ein Herz fassen und eine entsprechende Regelung finden“, sagt Nieguth. Das Land Nordrhein-Westfalen hat hier die Nase vorne und bringt derzeit einen Gesetzentwurf ein mit der Maßgabe, acht verkaufsoffene Sonntage im Jahr zu erlauben ohne Angabe eines bestimmten Anlasses. Nieguths größter Wunsch wäre eine bundesweit einheitliche Regelung. „Unser Problem ist, dass Berlin zehn Sonntage öffnen darf und Brandenburg sechs, von denen Verdi vier auf dem Klageweg verhindert hat.“

Dabei, davon ist Nieguth fest überzeugt, wollen die Leute sonntags einkaufen.Oft sei der Sonntag der einzige Tag, an dem die ganze Familie mal Zeit habe, um gemeinsam beispielsweise größere Anschaffungen wie Möbel tätigen zu können. Und wenn das in Neuruppin nicht geht, fahren die Leute zum Einkaufen eben nach Berlin.

Im Einzelhandel gibt es jedes Jahr eine Woche vor Weihnachten noch einmal einen regelrechten Schlussspurt beim Geschenke-Kauf. Ein verkaufsoffener Sonntag am dritten oder vierten Advent erweist sich für die Händler stets als Kassenknüller. Zum Ärger von Frank Nieguth diesmal nicht im Reiz. Auch das geplante Unterhaltungsprogramm wird deshalb nicht an diesem Sonntag stattfinden. „Die Kunden kommen ja nicht, weil bei uns der Weihnachtsmann Süßigkeiten verteilt“, sagt Nieguth.

Deshalb hat Nieguth den Weihnachtsmannbesuch auf Sonnabend, 23. Dezember vorverlegt, ebenso die Weihnachts-Backstube. An diesem Tag werden auch alle Geschäfte des Einkaufscenters bis 20 Uhr geöffnet haben, mit Ausnahme des Kauflands, das wie gewohnt bis 22 Uhr geöffnet hat.

In der Neuruppiner Innenstadt sind die Öffnungszeiten unterschiedlich. Während die einen Einzelhändler in der Vorweihnachtszeit Samstags bis 18 Uhr die Läden offen halten, schließen andere am Vorabend von Heiligabend um 13 Uhr – so wie an jedem Samstag.

Von Dagmar Simons

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