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Heiligengrabe: Feuerwehr hat Probleme

Bilanz gezogen Heiligengrabe: Feuerwehr hat Probleme

Die Anrückzeiten sind lang, Alarmierungen werden mitunter ignoriert, die Löschwasserversorgung ist zum Teil schwierig: Die Gemeindefeuerwehr in Heiligengrabe hat Probleme. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Mario Jennrich fasste sie zusammen.

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Atemschutzgeräteträger sind für jede Feuerwehr besonders wichtig.

Quelle: Peter Geisler

Heiligengrabe. Feuerwehreinsatz nachts um 1 Uhr – von 22 Aktiven der Einheit erscheint niemand; Feuerwehreinsatz sonntags gegen 6.45 Uhr – von 22 Aktiven erscheinen vier – diese ernüchternde Bilanz zog Mario Jennrich, stellvertretender Gemeindebrandmeister, jüngst vor den Heiligengraber Gemeindevertretern. Es ging darum, Rückblick zu halten und auf Probleme hinzuweisen. Diese gebe es vor allem bei der Einsatzbereitschaft und der Zeit, die vergeht, bis Einsatzkräfte vor Ort eintreffen. „Das ist katastrophal“, sagte Jennrich und nannte als Vorgabe 17 Minuten, die die Feuerwehr Zeit habe, um auszurücken, einen Menschen aus einem Gebäude zu befreien und wiederzubeleben. Das sei nur unter sehr guten Bedingungen zu schaffen. Der Eindruck, dass das Anrücken zu viel Zeit benötigt, entstand jüngst offenbar auch bei einem Hausbrand in Papenbruch, als die Feuerwehrleute von Einwohnern „angemotzt“ worden seien, wo sie denn so lange blieben.

Für Mario Jennrich hängen diese Probleme auch damit zusammen, dass die Ausbildung mitunter nicht ernst genug genommen werde. Das habe in der Vergangenheit schon dazu geführt, dass nach einer Alarmierung nur ein bis drei Feuerwehrleute erschienen und diese sich allein so unsicher fühlten, dass sie gar nicht rausfuhren. „Da muss man sich wirklich fragen: Woran liegt’s? Keinen Bock? Pieper nicht gehört?, ist sowieso ein Fehlalarm?“ Da müsse künftig unbedingt angesetzt werden, um die Situation zu verbessern, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Gemeindefeuerwehr ohnehin schon zu wenige Einsatzkräfte habe.

43 Atemschutzgeräteträger in der Feuerwehr

159 Mitglieder zähle die Wehr insgesamt, davon seien 120 einsatzbereit. In den kommenden zehn Jahren werden voraussichtlich 30 Kameraden aus Altersgründen ausscheiden. Es gebe elf Einheiten, davon vier größere. 43 Mitglieder haben die Berechtigung, Atemschutzgeräte zu tragen, was bei Rettungsaktionen im Falle von Bränden eine sehr wichtige Rolle spielt. Rund 50 Einsätze habe es im vergangenen Jahr gegeben; die meisten bezögen sich auf die technische Hilfeleistung. Den klassischen Hausbrand gebe es statistisch durchschnittlich nur einmal pro Jahr.

Dann ist es wichtig, schnell an Löschwasser zu kommen. Aber auch da kann es mitunter schon mal länger dauern. Denn gerade kleine Splittersiedlungen, Wohnplätze und Einzelgehöfte lägen mitunter weit von der nächsten Wasserquelle entfernt. Als Beispiel nannte Mario Jennrich Grabow-Ausbau – zwei Kilometer; Rosenwinkel-Ausbau – vier Kilometer; Hohe Heide – 2,5 Kilometer, Waldhof – drei Kilometer. Einige Dörfer wie Grabow, Blumenthal, Rosenwinkel, Horst und Dahlhausen seien bei der Löschwasserversorgung ganz auf den Wasser- und Abwasserverband Wittstock angewiesen. „Wir bekommen von dort aber keine Informationen, wie viel Wasser wir entnehmen können. Wir rechnen mit 800 Litern pro Minute.“

Von Björn Wagener

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