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Heiligengrabe Ausschuss beschließt Vergabekriterien
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiligengrabe Ausschuss beschließt Vergabekriterien
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00:19 02.06.2018
Die Kita in Zaatzke könnte nach ihrer Erweiterung circa 15 weitere Plätze anbieten. Quelle: Björn Wagenerk
Heiligengrabe

Es gab Zeiten, da musste der Bildungs- und Kulturausschuss der Gemeinde Heiligengrabe schweren Herzens darüber befinden, on eine Kita nun offen bleiben oder geschlossen werden soll. Angesichts steigender Geburtenraten und Zuzüge ist die Situation nun eine grundlegend andere, wie die Ausschussmitglieder auf ihrer Sitzung am Dienstagabend feststellen mussten.

„Der Bedarf deckt sich nahezu mit den Kapazitäten in den Einrichtungen“, informierte Bürgermeister Holger Kippenhahn den Ausschuss. Das gehe soweit, dass nicht mehr jeder Wunsch auf einen Platz in einer bestimmten Kita erfüllt werden könne. Das sei aber mit Metropolen wie Berlin oder München, wo es zum Teil keine freien Plätze mehr geben würde, nicht zu vergleichen.

Kulturausschuss diskutierte mit Gästen und Bürgermeister Holger Kippenhahn (Mitte) über Kriterien zur Vergabe von Kitaplätzen. Quelle: Christian Bark

Dennoch gebe es pro Jahr bis zu fünf Streitfälle, bei denen sich Eltern darüber beschweren würden, dass ihr Kind nicht in die gewünschte Kita gehen könne, weil dort kein Platz mehr frei sei. Einer dieser Streitfälle ist Maik Koch aus Zaatzke. Während seine Tochter die Kita in Zaatzke besuche, gebe es dort für seinen Jüngsten im Sommer keinen Platz mehr. Mit der Folge, dass er in die Kita in Heiligengrabe ausweichen müsse. „Ich habe nichts gegen die Einrichtung in Heiligengrabe, ich möchte lediglich, dass die Geschwister zusammen in eine Kita gehen können“, bekräftigte der junge Vater.

Wohnort ist kein Prioritätsargument

Für das berufstätige Elternpaar sei das Zeitfenster zum Hinbringen und Abholen der Kinder schmal und der Umweg nach Heiligengrabe für seine auswärts arbeitende Frau schwierig. Deshalb besteht Maik Koch darauf, dass er als Zaatzker auch seine Kinder in die Zaatzker Kita schicken könne. Dieser Auffassung schloss sich weitgehend auch Blandikows Ortsvorsteher, Robert Scholz, der ebenfalls an der Sitzung teilnahm, an.

Nur ein Platz in Zaatzke frei

Die Kita „Trollblümchen“ in Blumenthal hat 95 Plätze, von denen derzeit 73 belegt sind.

Die Kita „Haus der kleinen Strolche“ im Ortsteil Heiligengrabe verfügt über 158 Plätze, von denen 146 belegt sind.

In der Kita „Kunterbunt“ in Herzsprung gibt es von 57 Plätzen noch neun freie.

Einen freien Platz von insgesamt 44 Plätzen gibt es zurzeit noch in der Kita „Gänseblümchen“ in Zaatzke.

Eben darüber kam es zur Diskussion im Ausschuss. Denn nicht jeder Ortsteil verfüge über eine Kita. Welche Kriterien sollten dann in diesen Fällen gelten? Mit Kriterien taten sich sowohl die Ausschussmitglieder als auch Holger Kippenhahn schwer. „Bisher richten wir uns nach zwei Kriterien“, erklärte der Bürgermeister. Wenn die Kapazitätsgrenze erreicht sei, würden Kinder, die nicht in der Gemeinde leben, keinen Platz erhalten. Außerdem gelte im Zweifelsfall das Datum der Antragstellung auf einen Kitaplatz.

Ausschuss will auch künftig in Streitfällen vermitteln

Letzteres wurde von Maik Koch und anderen Gästen aus dem Publikum kritisiert. „Es ist ja dann eine Sauerei, wenn man das Kind schon während der Schwangerschaft anmelden muss, nur um ganz oben auf der Liste sein zu dürfen“, sagte der Vater aus Zaatzke.

Die meisten freien Plätze gibt es aktuell in der Kita Trollblümchen in Blumenthal. Quelle: Björn Wagener

Dem schloss sich auch der Ausschuss an. „Es soll ja nicht sein, wie zu DDR-Zeiten, als man einen Trabi um Jahre zuvor beatragen musste“, sagte der Ausschussvorsitzende, Bernd Michael. Man brauche wenige Kriterien, die man möglichst nicht beeinflussen könne. Das Geburtsdatum unabhängig vom Datum der Antragstellung sei objektiv, wie das Ausschussmitglied Christian Rieger befand. Eine Priorisierung nach Wohnort lehnte der Aussschuss mit Verweis auf eine mögliche Benachteiligung vieler anderer Kinder aus der Gemeinde ab. In Streitfällen wie dem von Maik Koch solle sich der Ausschuss um eine Lösung bemühen, wie das Gremium beschloss. Der Beschluss gilt, nachdem die Gemeindevertretung ihn im Juni annimmt, wie Holger Kippenhahn erklärte.

Maik Koch genügte das jedoch nicht. „Ich werde weiter um einen Platz in Zaatzke kämpfen“, kündigte er an. Hoffnung auf eine Lösung machte ihm Holger Kippenhahn insofern, dass die Kita in Zaatzke, wenn alles gut geht, bis Anfang 2019 erweitert wird. Dann stünden dort rund 15 weitere Plätze zur Verfügung. Doch dann müsste der junge Vater sein Kind, das sich womöglich schon in Heiligengrabe eingewöhnt habe, von der einen in die andere Einrichtung schicken, so die Befürchtung von Maik Koch.

Von Christian Bark

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