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Heiligengrabe Ex-Ortsvorsteher teilt mächtig aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiligengrabe Ex-Ortsvorsteher teilt mächtig aus
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12:54 27.02.2019
Robert Scholz, der ehemalige Ortsvorsteher von Blandikow, verliest die Begründung seines Rücktritts vor den Gemeindevertretern. Quelle: Björn Wagener
Heiligengrabe

Heftige Kritik an Bürgermeister Holger Kippenhahn übte Robert Scholz auf der jüngsten Heiligengraber Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend. Scholz hatte am 28. November vergangenen Jahres sein Mandat als Ortsbeiratsmitglied niedergelegt und war gleichzeitig als Ortsvorsteher zurückgetreten. Damit löste sich der gesamte Ortsbeirat auf. Das Dorf hat seither keine eigene Vertretung, sondern wird allein von der Gemeinde verwaltet.

Auf der Sitzung teilte Scholz die Gründe für seinen Rücktritt mit, da „Sie dazu bisher noch keine Information von Herrn Kippenhahn erhalten haben“, sagte er zu den Abgeordneten gewandt.

Fehlende Unterstützung bemängelt

Es habe vor allem an der „fehlenden Unterstützung des Ortsbeirates durch die Verwaltung gelegen, genauer durch Herrn Kippenhahn“, begann er das Verlesen seines Statements. „Der Ortsbeirat wollte sich damit aus der Schusslinie einer andauernden Auseinandersetzung nehmen.“ Seine unparteiische Arbeit habe er immer weniger umsetzen können. Außerdem warf er Kippenhahn vor, „private Interessen Einzelner mehr zu schützen als das öffentliche Interesse am rechtmäßigen Handeln“. Er, Scholz, habe sich von Kippenhahn „anhören müssen“, dass er Mitarbeiter der Verwaltung wiederholt angreife. Der Bürgermeister habe sich „genötigt gesehen, Mitarbeiter der Verwaltung vor Aussagen von mir zu schützen, die ich nie gemacht habe“, erklärte Scholz.

Er gab sich verwundert darüber, dass die Gemeindevertreter nicht über den Rücktritt des Ortsbeirates Blandikow informiert worden seien.

Arbeit zu wenig anerkannt

Darüber hinaus werde die Arbeit des Ortsbeirates zu wenig gewertschätzt. Scholz verwies darauf, dass er seit zehn Jahren im Ortsbeirat mitgearbeitet habe, und sechs Jahre lang Ortsvorsteher war. Aus der Verwaltung habe es nach seinem Rücktritt keine Nachfrage nach den Gründen dafür gegeben.

Vom Vorstoß überrascht

Bürgermeister Holger Kippenhahn war überrascht von diesem Vorstoß. „Ich beurteile die Auseinandersetzung in Blandikow ganz anders“, sagte er. Der Rücktritt sei nicht Angelegenheit der Gemeindevertretung Heiligengrabe. „Den Zusammenhang sehe ich nicht. Es ist ein eigenständiges Gremium. Den Schritt zurückzutreten, haben Sie gewählt, nicht ich. Was Sie tun, müssen Sie auch persönlich verantworten. Bitte heften Sie das nicht jemand anders an.“

Kippenhahn: Gründe liegen im Dorf selbst

Die Gründe für die Auseinandersetzung seien aus Kippenhahns Sicht nicht im Bezug auf einzelne Personen zu sehen. Sie lägen vielmehr im Dorf selbst „Und das wissen Sie auch sehr gut.“

Der Bürgermeister sprach davon, dass versucht worden sei, ihn

Holger Kippenhahn, Bürgermeister der Gemeinde Heiligengrabe. Quelle: Christian Bark

selbst oder seine Mitarbeiter „ins Feuer zu schicken“, was aber gescheitert sei. Er dankte dem Ortsbeirat Blandikow für seine Arbeit, sagte aber auch, dass es außerhalb des Ortsbeirates ebenfalls anerkennenswerte ehrenamtliche Aktivitäten gebe.

Holger Kippenhahn kündigte am Dienstagabend an, Robert Scholz schriftlich auf die Anschuldigungen antworten zu wollen.

Mit der Kommunalwahl am Sonntag, 26. Mai, könnte Blandikow einen neuen Ortsbeirat bekommen. Kandidaten können sich noch bis zum 21. März, 12 Uhr, aufstellen lassen. Nähere Informationen dazu gibt es bei Wahlleiterin Christiane Hamelow in der Gemeindeverwaltung.

Von Björn Wagener

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