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Heiligengrabe Die Dorfstraße ist seit Jahren eine Buckelpiste
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiligengrabe Die Dorfstraße ist seit Jahren eine Buckelpiste
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14:03 13.03.2019
Jeder Autofahrer wird am Anfang der Dorfstraße in Höhe der Kirche auf die Gefahren hingewiesen. Quelle: Christamaria Ruch
Königsberg

Seit mehr als zehn Jahren steht die marode Dorfstraße in Königsberg auf der Prioritätenliste für die Investitionsplanungen in der Gemeinde Heiligengrabe. Bis heute warten die Einwohner vergeblich auf Verbesserungen des Zustandes.

Bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates dominierte das Thema Dorfstraße die Einwohnerfragestunde. Zehn Frauen und Männer nutzten die Gelegenheit und sprachen die Probleme im Detail an. „Wie lange soll die Zerstörung noch weiter gehen?“, fragte ein Bürger. Dabei zielte die Kritik vor allem auf eine ortsansässige Agrarfirma. „Alles wird kurz und klein gefahren, Bäume und Laternen werden angefahren“, sagte ein anderer Einwohner.

Einwohner sehen Schuld bei Traktoren und Lastwagen

Darüber entspann sich eine hitzige Debatte, denn die Einwohner sehen vor allem Lkw und Traktoren als Verursacher. Dennoch müssen die Anschuldigungen belegt werden – mit Fotos, Datum und Uhrzeit. „Eine pauschale Kritik hilft nicht; für gezielte Hinweise ist die Firma dankbar“, sagte das Ortsbeiratsmitglied Axel Fischer.

Entlang der Bankette an der Dorfstraße in Königsberg steht das Regenwasser. Quelle: Christamaria Ruch

„Es gab immer wieder Begehungen mit Vertretern der Gemeinde, wo wir auf die Probleme hingewiesen haben, aber nichts passiert“, klagte ein Einwohner. Ebenso seien die Probleme „mehrfach an das Ordnungsamt der Gemeinde Heiligengrabe gegangen, aber nichts geschieht“, so ein Bürger.

Tempo 30 als Sofortmaßnahme

Axel Fischer schlug vor, als „Sofortmaßnahme Tempo 30 vordringlich anzustreben. Das bedeutet zugleich eine Verkehrsberuhigung.“ Auch Einwohner befürworteten Tempo 30, solange die Straßenschäden vorhanden sind.

Bis zum Rand sind die Löcher mit Wasser gefüllt. Autofahrer müssen besonders aufpassen, weil das Ausmaß der Löcher nicht zu sehen ist. Quelle: Christamaria Ruch

Immer wieder stand die Frage im Raum, mit welchen Maßnahmen sich die Einwohner vor zu schnellen Fahrzeugen schützen können. „Das Problem ist bekannt, und das ist gut; jeder kann das Portal Märker im Internet nutzen und dort Infrastrukturprobleme eintragen“, riet Axel Fischer.

Der Ortsvorsteher Frank Meyer sagte: „Die Straßenschäden müssen fachgerecht ausgebessert werden.“ Matthias Jennrich stellte fest: „Vor mehreren Jahren wurden die Bankette nachgearbeitet, und seitdem nehmen die Straßenschäden zu.“ Für Frank Meyer stand am Ende der Diskussion fest: „Das Thema bewegt uns alle, nicht nur den Ortsbeirat. Zunächst müssen wir die Dinge so nehmen, wie sie sind, dann werden wir weitersehen.“

Königsberger Agrarservice sieht keinen Gesprächsbedarf

Michael Schuran, Geschäftsführer vom Königsberger Agrarservice, sagte dazu am Dienstag auf MAZ-Nachfrage: „Die Straßenschäden sind ein Problem, das sehen wir genauso. Wir haben dabei kein Mitverschulden. Weiter gebe ich kein Statement ab und sehe keinen Gesprächsbedarf.“

Die Deckschicht ist marode und bröckelt immer mehr.Schild Dorfstraße Koenigsberg Quelle: Christamaria Ruch

Axel Fischer sagte ebenfalls am Dienstag: „Der schlechte Zustand hat in den vergangenen Jahren weiter zugenommen. Vor gut 45 Jahren wurde das letzte Mal an der Straße etwas gemacht. Die Schuld kann deshalb nicht nur dem Landwirtschaftsunternehmen zugeschoben werden.“

Königsberg weit oben auf der Prioritätenliste

Verena Bieder, seit Januar Bauamtsleiterin in der Gemeinde Heiligengrabe, ist das Problem der Straßenschäden einschließlich der kaputten Bankette bekannt.

Verena Bieder ist Bauamtsleiterin in Heiligengrabe. Quelle: Christamaria Ruch

„Die Dorfstraße in Königsberg ist jetzt auf der Prioritätenliste sehr weit nach oben gewandert.“ Sie spricht sich dafür aus, „nicht allein die Löcher zu stopfen, sondern einen Planer einzubeziehen, der alles von Grund auf untersucht.“ Und: „Der Ausbau dieser Straße wird von der Gemeinde mittelfristig angegangen.“

Von Christamaria Ruch

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