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Heiligengrabe Die Tiroler wollen den „Kartoffelkrieg“
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13:00 11.07.2018
Die Aufführung des Volksstückes „Der Kartoffelkrieg“ auf einem Feld bei Wernikow. Quelle: Privat
Wittstock/Wernikow

Tirol will den „Kartoffelkrieg“: Klingt bedrohlich, ist aber nicht. Denn das Theaterstück mit diesem Titel aus der Feder von Wolfgang Dost aus Wittstock wäre auch in den Alpen gern gesehene Unterhaltung – und zwar anlässlich der Eröffnung einer Kartoffelausstellung. Dass es eine entsprechende Anfrage gegeben habe, bestätigt der Autor. Er verbrachte jüngst seinen Urlaub in Tirol und kam dort mit seinem Gastgeber über das Stück ins Gespräch. Dieser habe daraufhin angefragt, ob eine Aufführung vor Ort möglich wäre.

Die Entfernung ist zu groß

Doch dazu werde es nicht kommen. „Die Entfernung ist einfach zu groß. Es sind rund 1000 Kilometer“, sagt er. Dieser Aufwand übersteige die Möglichkeiten, auch wenn es womöglich reizvoll wäre, einen solchen Auftritt zu absolvieren.

In der Heimat konnte das Stück „Der Kartoffelkrieg“ erst kürzlich großen Erfolg verbuchen. Die Aufführung am 22. Juni geriet zu einem Renner, von

Das Volksstück von Wolfgang Dost aus Wittstock könnte sogar in Tirol aufgeführt werden, wenn der Anfahrtsweg nicht so weit wäre.

dem sogar die Macher überrascht waren. „Es kamen knapp 200 Besucher – 100 oder 120 wären schon ein Traum gewesen“, erzählt Wolfgang Dost. Große Sorge habe den Schauspielern das Wetter bereitet. „Wir hatten zwar ein Zelt, falls es regnet, aber das wäre zu klein gewesen.“ Die Schauspieltruppe um Wolfgang Dost war froh, dass es trocken blieb. So konnte „Der Kartoffelkrieg“ planmäßig geführt werden – und zwar direkt auf einem Kartoffelacker bei Wernikow.

Theater auf Strohballen

Die Bühne bestand aus abgedeckten Strohballen. Dort entfaltete sich die amüsante Geschichte rund um die Einführung der Kartoffel in der Zeit um 1770 in Deutschland. Da ging es nicht nur um Vorurteile und Zwist, sondern natürlich auch im Liebe. Tatsächlich sei der Einzug des neuen Nahrungsmittels damals bei vielen Menschen auf Ablehnung gestoßen, so Dost.

Gastgeber für diese ganz besondere Veranstaltung war Landwirt Hans-Heinrich-Grünhagen aus Wernikow, dem das Feld gehört. Auf seinem Hof hatten zuvor schon die Proben stattgefunden. Außerdem sorgten Thekla Grünhagen vom Landfrauenverein und der örtliche Heimatverein für eine kartoffelige Versorgung – zum Beispiel Kartoffeln mit Quark, Kartoffelschnaps oder „Pommes vom Friedrich“ – in Anlehnung an den Alten Fritz. Günter Lutz sorgte für den guten Ton.

Ein Theaterstück – vor allem ein so außergewöhnliches – erfordere viel Mühe, Aufwand und Freizeit, sagt Wolfgang Dost.

Weitere Aufführung im Herbst im Kino Astoria

Er ist den Hobbyschauspielern deshalb sehr dankbar für ihren Einsatz. Damit all die Arbeit nicht nur in eine einzige Aufführung mündet, solle im Herbst eine weitere stattfinden – dann jedoch im Kino Astoria in Wittstock. Einen Termin gebe es noch nicht.

„Der Kartoffelkrieg“ ist eines von insgesamt neun Volksstücken von Wolfgang Dost. Sie wurden bereits in den Jahren 2003 bis 2012 uraufgeführt. Nun sollen sieben davon nach und nach – in leicht aktualisierter Form – wieder aufleben.

„Quo Vadis, Luitgarde“ als nächstes auf dem Programm

Das nächste Stück werde „Quo Vadis, Luitgarde“ sein, das bereits 2008 erstmals präsentiert wurde. Darin gehe es um die Hochstaplerin Luitgarde. Lediglich „Die bleiche Anna“ und der „Wittstocker Simplicissimus“ werden außen vor bleiben. Das liege vor allem an der Vielzahl der dafür benötigten Schauspieler. Für letzteres Stück würden 23 Leute benötigt. Wie schwierig es ist, schon die zwölf Mitwirkenden in „Der Kartoffelkrieg“ für Proben unter einen Hut zu bekommen, habe sich gerade erst gezeigt. Längst nicht bei allen Proben sei die Gruppe vollständig gewesen. Insgesamt 33 Mitwirkende hätten der Theatergruppe bislang angehört oder seien noch immer aktiv. „Einige davon waren schon bei den Erstaufführungen dabei.“ Sehr früh seien etwa Peter Krause, Arno Beck oder Reinhard Göhler eingestiegen. Andere seien inzwischen nicht mehr dabei. Alles in allem gebe es heute aber eine gute Besetzung.

Besonders am Herzen liegt Wolfgang Dost „Kunnerbanderers“ von 2003. Da gehe es um Schmuggler. „Über das Thema Land- und Binnenschmuggel ist heute so gut wie nichts bekannt“, sagt er.

Ein gelungenes Experiment

Ein Stück noch einmal auf dem Feld aufzuführen, sei zurzeit nicht vorgesehen. „Das müsste man mit den Grünhagens besprechen.“ Für Wolfgang Dost war „Der Kartoffelkrieg“ auf dem Acker zunächst einmal ein „gelungenes Experiment“.

Von Björn Wagener

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