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Heiligengrabe Unterricht am See
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiligengrabe Unterricht am See
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00:20 17.06.2018
Die Fünftklässler mit ihrem Klassenlehrer Frank Reese am Donnerstag an der Badestelle in Königsberg. Quelle: Björn Wagener
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Königsberg

Kinder zelten an der Badestelle in Königsberg – ja, sind denn schon Ferien? Ganz so weit ist es noch nicht. Aber in dem Camp ging es auch um viel mehr, als sich nur den ganzen Tag in die Sonne zu legen.

Frank Reese, Klassenlehrer der 5a der Wittstocker Waldring-Grundschule, setzte dort ein ganz besonderes Projekt um. Es heißt „Schule an einem anderen Ort“. Dieser „andere Ort“ war die Liegewiese am See. Das klingt erst mal nach Entspannung, aber dort fand Unterricht statt – Deutsch, Mathe, Englisch, Biologie, Kunst, Sport. Vier Tage lang wurde der Zeltplatz zu einer Art Klassenzimmer unter freiem Himmel. Jeden Morgen kamen die 19 Kinder der Klasse mit ihrem Lehrer zu einer Runde zusammen, in der der jeweilige Tagesplan festgeklopft wurde – Unterrichtsstunden oder etwa Unternehmungen mit dem Rad.

Das stärkt die Gemeinschaft

Das Konzept dahinter: Schüler und Lehrer sollen sich in einer anderen Umgebung besser kennenlernen, auch mal ganz privat. Frank Reese ist sich

Während der morgendlichen Runden wurde der Tagesplan festgelegt. Quelle: Bjöern Wagener

sicher: „Das schafft eine ganz andere Ebene. Man bespricht Dinge, die in der Schule nicht zur Sprache kommen würden. Das stärkt wiederum das Vertrauen und die Gemeinschaft. Das spüre ich dann auch im normalen Schulalltag.“ Nicht zuletzt sei das Ganze auch ein wenig „Urlaub von der Familie und den Eltern“.

Eltern sorgten für Frühstück und Abendbrot

Letztere waren bei dem Projekt mit im Boot. Sie stellten am vergangenen Sonntag die privaten Zelte auf, bevor die Klasse am Montag mit dem Fahrrad anreiste – immerhin um die 20 Kilometer. An den folgenden Tagen sorgten die Eltern jeweils für Frühstück und Abendbrot. „Es gab ein fürstliches Essen“, wie Reese sagt. Um das Mittagessen kümmerte sich Platzbetreiberin Lola Dannehl.

Kinderbücher statt Handys

Es galt ein striktes Handy- und Smartphone-Verbot. „Dafür haben wir Kinderbücher dabei“, sagt Frank Reese. Als er in die Runde fragt, ob jemand sein Handy vermisse, kommen zwar vereinzelte Ja-Rufe, „aber ich glaube nicht, dass es euch wirklich sehr fehlt.“

Schimpfwörter waren verboten

Die Kinder waren jedenfalls mit Begeisterung bei der Sache. „Man lernt hier auch, wie man ein Zelt aufstellt“, meinte ein Junge am Donnerstagvormittag, ein anderer legte Wert auf den Hinweis, dass Schimpfwörter oder eine allzu derbe Jugendsprache draußen bleiben müssten – und nennt als Beispiel „Alter“. Auch sollten die Kinder ihre schrecklichsten, aber auch schönsten Erlebnisse aufschreiben. „Das war sehr emotional. Da flossen auch mal Tränen“, so Reese. Während der Tage am See hätten sich neue Freundschaften und sogar kleine Liebschaften gebildet.

Am Donnerstagabend ging das Projekt „Schule an einem anderen Ort“ zu Ende. Gemeinsam mit den Eltern verbrachten die Kinder noch einmal ein paar gemütliche Stunden.

Zettel in der Flasche

Das besondere Camp wird ihnen sicher noch eine Zeit lang in besonderer Erinnerung bleiben. Und wenn diese dann doch einmal verblasst, so brauchen die heutigen Kinder Jahre später nur noch einmal an den See zurückzukehren, um ihre Erlebnisse wieder aufzufrischen. Denn am Donnerstag kam man in der Runde überein, dass jedes der Kinder ein paar Sätze mit Gedanken zu dem Camp auf einen Zettel schreibt. Die kleinen Schriftstücke sollten in eine Flasche gesteckt und vor Ort deponiert werden – auf dass sie in vielen Jahren wieder entdeckt werden.

Von Björn Wagener

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