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Heiligengraber mit Sicherheit Vorreiter im Land

Mitarbeiterschulung bei Krono Heiligengraber mit Sicherheit Vorreiter im Land

Bei 92 Prozent aller Arbeitsunfälle liegt die Ursache im Fehlverhalten der Mitarbeiter. Das sagt Thomas Seidel. Er ist seit 15 Jahren Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der Krono-Gruppe in Heiligengrabe. Dort wird zurzeit zwei Tage lang Arbeits- und Gesundheitsschutz mit Mitarbeitern trainiert. Im Jahr 2008 gab es den letzten tödlichen Arbeitsunfall.

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Ingo Lehnhoff, Diana Golze und Thomas Seidel (v.l.) beim Rundgang.

Quelle: fotos (6): christamaria Ruch

Heiligengrabe. Sichere Technik und trotzdem ein Unfall. „Die Gefahren liegen heutzutage im persönlichen und organisatorischen Bereich“, sagt Thomas Seidel. Er ist seit 15 Jahren Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der Krono-Gruppe in Heiligengrabe. Thomas Seidel berichtet: „Bei 92 Prozent aller Arbeitsunfälle liegt die Ursache im Fehlverhalten der Mitarbeiter.“

Die gesamte Palette des Arbeits- und Gesundheitsschutzes stand den Mitarbeitern der Kronogruppe am Dienstag und auch noch am Mittwoch erstmals für Übungen und Demonstrationen bereit. Damit betritt das Unternehmen Neuland und ist laut der Brandenburger Arbeits- und Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) zugleich Vorreiter. „Sie machen mehr als gesetzlich gefordert wird“, sagte sie zum Auftakt des zweitägigen Trainings.

Wenn der Gabelstapler kippt – das wird gerade simuliert

Wenn der Gabelstapler kippt – das wird gerade simuliert..

Quelle: Christamaria Ruch

„In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es keine vergleichbaren Sicherheitsschulungen in dieser Dimension“, so Thomas Seidel. Er bereitete seit April diese Veranstaltung vor. 19 Unternehmen präsentierten nun ihre Produkte und technischen Geräte. Vom schnittfesten Handschuh bis hin zu Übungen an verschiedenen Simulatoren oder mit der 22 Meter hohen Arbeitsbühne.

Ingo Lehnhoff, Krono-Geschäftsführer Produktion und Technik, und Thomas Seidel starteten im Beisein von Vertretern aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft zum Rundgang der Aussteller. Sichere Technik schafft noch lange keine vollständige Sicherheit der Mitarbeiter, lautete dabei immer wieder der Tenor.

„Im August 2008 gab es hier den letzten tödlichen Arbeitsunfall“, erinnert sich Thomas Seidel. Ein Jahr später führte das Unternehmen eine so genannte Gefährdungsbeurteilung ein. In diesem Zuge wurde für jeden Arbeitsplatz eine Gefahrenanalyse vorgenommen.

Schutzausrüstung für jeden Arbeitsbereich ist vorhanden

Schutzausrüstung für jeden Arbeitsbereich ist vorhanden.

Quelle: Christamaria Ruch

„Die Anzahl der jährlichen Arbeitsunfälle ist nicht bedeutsam, die eigentliche Kennzahl sind die dadurch bedingten Ausfalltage“, erklärte Seidel. Verzeichnete das Unternehmen 2012 noch 985 Ausfalltage durch Arbeitsunfälle, liegt diese Anzahl in diesem Jahr bislang bei 206. Alle Arbeitsunfälle waren persönlich verursacht. Schnitt- und Quetschverletzungen rangieren dabei an oberster Stelle.

Handschuhe schützen nicht generell vor Schnittverletzungen

Handschuhe schützen nicht generell vor Schnittverletzungen.

Quelle: Christamaria Ruch

„Der Rückgang dieser Ausfalltage ist Beweis, dass Industrie und Arbeitsschutz erfolgreich zusammen arbeiten können“, so Ingo Lehnhoff. Im gleichen Zuge wurden 128 Mitarbeiter zu Ersthelfern ausgebildet. Seit Frühjahr erfolgt für sie eine zusätzliche Schulung im Umgang mit Defibrillatoren.

Gut 100 000 Euro investiert die Kronogruppe jedes Jahr in Arbeitsschutzkleidung. Ralf Eisenberg von der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik demonstrierte auf dem Kippsimulator Gefahren von Gabelstaplern: „Seitlich offene Gabelstapler führen bei 50 Prozent aller Unfälle zum Tode. Wer angeschnallt ist, senkt diese Gefahr.“ Auch das Arbeiten auf einer 22 Meter hohen Hebebühne birgt Risiken. Wenn diese Bühne ein fünf Zentimeter hohes Hindernis überrollt, kann die Plattform in 22 Meter Höhe bis zu einem halben Meter ausschlagen. „Arbeitsschutz ist ein Wettbewerbsvorteil“, sagte Ministerin Diana Golze beim Rundgang.

Von Christamaria Ruch

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