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Heimatverein Sewekow als Keimzelle

Plattsprecher im Land vernetzt Heimatverein Sewekow als Keimzelle

Die Plattsprecher im Sewekower Heimatverein treten dem Brandenburger Verein für Niederdeutsch bei. Das wurde jetzt beschlossen. Der Schritt war längst überfällig.

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Der Sender RBB besucht die Kinnerschool Sewekow.

Quelle: Christamaria Ruch

Sewekow. Der Schritt gilt längst als überfällig. Die Mitglieder des Heimatvereins Sewekow beschlossen auf ihrer jüngsten Versammlung, dass sie als Institution dem Brandenburger Verein für Niederdeutsch beitreten. „Das ist ein Mehrheitsbeschluss“, sagt Vereinsvorsitzende Heidi Schäfer.

Gleichzeitig hofft sie damit auf eine Signalwirkung: „Vielleicht fühlen sich nun auch andere Vereine und Institutionen angesprochen, dort Mitglied zu werden.“ Im letzten Jahr gründete sich der Brandenburger Verein für Niederdeutsch. Damit stellten die Akteure gleichzeitig die Weichen für politische Akzeptanz auf Landesebene (die MAZ berichtete). Heidi Schäfer und Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann gehören bereits zum Vorstand des Brandenburger Vereins für Niederdeutsch.

Die Kinderschule für Plattsprecher in Sewekow ist einzigartig

Die Kinderschule für Plattsprecher in Sewekow ist einzigartig.

Quelle: Christamaria Ruch

Wenn Heidi Schäfer die vergangenen 20 Jahre mit Blick auf Plattdeutsch Revue passieren lässt, kommt sie zu einer grundsätzlichen Aussage: „Der Heimatverein Sewekow ist die Keimzelle im Land für alle Aktivitäten zum Schutz der niederdeutschen Sprache.“ Das kann in manchen Ohren als anmaßend klingen, doch Schäfer hält im Minutentakt Beispiele bereit, die diese Aussage rechtfertigen. Der Heimatverein Sewekow gründete sich vor 20 Jahren und von Beginn an widmeten sich die Mitglieder dort unterschiedlichen Themen. Dazu gehörte auch die Arbeitsgemeinschaft (AG) Freunde der niederdeutschen Sprache in Sewekow und Umgebung. Gut 20 Frauen und Männer reihten sich in dieser AG mit ein – mittlerweile haben sich dort aus Altersgründen die Reihen gelichtet. „Ursprünglich standen dabei der Sprachgebrauch und das Brauchtum im Vordergrund“, so Schäfer. Und: „Alles wurde aufgeschrieben und gesammelt.“ Auf diesen Fundus greifen auch jetzt noch die Vereinsmitglieder zurück. 1999 entstand die CD „Ditt un Datt Allns up Platt“. Dabei unterstützten die Mitglieder der AG Freunde der niederdeutschen Sprache Sechstklässler bei diesem ehrgeizigen Schulprojekt. Die Ausstellung in der Bauernstube in Sewekow ist seit Ende der 1990er Jahre zweisprachig gestaltet – hoch- und niederdeutsch.

Heidi Schäfer setzt sich vehement ein  für die Pflege des Niederdeutschen – als Vorsitzende des Heimatvereins und als Lehrerin

Heidi Schäfer setzt sich vehement ein für die Pflege des Niederdeutschen – als Vorsitzende des Heimatvereins und als Lehrerin.

Quelle: Christamaria Ruch

Das Jahr 2007 markiert einen Meilenstein. Denn Heidi Schäfer erhielt eine CD zur Situation der plattdeutschen Sprache im Land. „Das hatte Signalwirkung für mich.“ Denn sie erkannte, dass nicht allein nur über den Niedergang des Plattdeutschen gejammert werden darf. „Wir müssen etwas gegen das Vergessen unternehmen.“ Daraufhin gründete sie ein Jahr später die Kinnerschool in Sewekow und die Wittstocker Initiative zum Erhalt der niederdeutschen Sprache. Seit 2010 sitzt sie im Bundesrat für Niederdeutsch. Dann folgten mehrere Jahre mit Niederlagen auf Landesebene. „Unsere Initiative scheiterte 2011 mit einem Antrag in Potsdam.“ Dabei forderte die Initiative vom Land verlässliche Regelungen für den Schutz dieser Regionalsprache. Viele Zusammenkünfte, Gespräche, zwei parlamentarische Tische in Wittstock und weitere Veranstaltungen führten vergangenes Jahr zur Gründung des Brandenburger Vereins für Niederdeutsch. „Unser Wittstocker Modellprojekt Platt in der Pflege findet vielleicht schon bald Nachahmer in der Uckermark“, so Heidi Schäfer mit Blick nach vorn. Denn auch dort ist die niederdeutsche Sprache verwurzelt und soll womöglich im Pflegebereich stärker berücksichtigt werden.

Von Christamaria Ruch

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