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Heimatverein Sewekow organisierte Treffen

Niederdeutsche Sprache Heimatverein Sewekow organisierte Treffen

Der Satz „Mit den Sprechern stirbt die Sprache“ hatte bei Heidi Schäfer aus Sewekow vor Jahren Signalwirkung. Seitdem löste sie mit all ihren Mitstreitern viele Aktivitäten aus. Denn Jammern hilft nicht – nur wer aktiv ist, kann gegen den Untergang der niederdeutschen Sprache gewinnen.

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Heidi Schäfer wirbt unermüdlich für die niederdeutsche Sprache. Quelle: Christamaria Ruch

Sewekow. Helga Thederahn entlockt ihrem Akkordeon flotte Walzerklänge. 20 Frauen und Männer singen dazu im schönsten Prignitzer Platt die Heimathymne aus diesem Landstrich.

Doch so richtig finden Gesang und Instrument noch nicht zusammen – der Rhythmus fehlt. Dann unterbricht Heidi Schäfer den Vortrag und bittet um mehr Gleichklang. „So wie das Wasser der Elbe fließt, so schön im Schunkelrhythmus.“

Die Freunde der niederdeutschen Sprache fanden am Mittwochnachmittag im Bauerncafé Nöhmke in Sewekow wieder zusammen. Heidi Schäfer als Vorsitzende vom Heimatverein Sewekow setzt dabei auf ein bewährtes Konzept: plattdeutsch vertelln, singen und wat vörnähm.

„Wir möchten nun auch wieder die Arbeitsgruppe Niederdeutsch in Sewekow und Umgebung beleben, sie gehört ja zum Heimatverein“, sagt Heidi Schäfer. Regelmäßige Treffen bilden die Grundlage, um den Sprachfluss in Gang zu halten.

Neben Plattsprechern aus Saewkow, Berlinken, Wittstock und annerswo gesellten sich auch Mitglieder vom Volkshochschul-Stammtisch für Niederdeutsch zu dieser Kaffeerunde.

Dabei gibt Heidi Schäfer immer wieder das Tempo vor: „Bevor wir uns in den Gesprächen verlieren, reden wir erst mal miteinander.“ Unermüdlich wiederholt sie bei jeder Gelegenheit: „Wir waren und sind da.“ Damit meint sie, dass die Plattsprecher im Land eine Stimme und Daseinsberechtigung haben.

„Wir haben uns auch für die nahe Zukunft viel vorgenommen“, wirbt Heidi Schäfer unter den Plattsprechern.

Am Sonntag, 5. Juni, wird der 4. Tag der niederdeutschen Sprache im Wittstocker Rathaus gefeiert. Ab 14 Uhr wartet ein reichhaltiges Kulturprogramm auf die Gäste.

Eine Woche später, am 12. Juni, wird um 15 Uhr in der Kirche in Sewekow ein plattdeutscher Gottesdienst mit Pastorin Ute Eisenack aus Neuruppin gefeiert.

Außerdem regte Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann eine Fahrt zum Ohnsorg-Theater nach Hamburg an. Dort werden plattdeutsche Stücke aufgeführt. Und mit Blick auf die Landesgartenschau 2019 in Wittstock kann sich Heidi Schäfer eine Aktion mit den Einzelhändlern vorstellen. „Vielleicht schaffen wir es, dass Aufkleber an einzelnen Geschäften angebracht werden, auf denen steht, dass plattdeutsch mit den Kunden gesprochen wird.“ Vor allem mit Blick auf die Gäste aus Mecklenburg sieht sie darin eine Plattform, um für die niederdeutsche Sprachkultur zu werben.

Als Loblied auf die durchweg älteren Besucher am Mittwoch im Bauerncafé sagte Heidi Schäfer: „Die Alten tragen dazu bei, dass wir immer einen Fuß in der Tür haben und diese nicht zufällt.“ Denn jeder, der platt spricht, trägt diese Sprache weiter.

Niederdeutsch ist auch für Heidi Schäfer Teil des Erbgutes. Zum Beweis lasen dann Ruth Schurbaum, Karl-Friedrich Ahrend und andere Plattsprecher Gedichte und Geschichten vor.

Nebenbei rollte Heidi Schäfer das große Banner mit der Aufschrift „Platt is cool in Saewkow“ aus. Das kann durchaus als Kampfansage an die Politik gelten, seine Wurzeln nicht zu vergessen.

Von Christamaria Ruch

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