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Heimatverein sucht Paten für Grabpflege

Kyritz Heimatverein sucht Paten für Grabpflege

Das Grab des ehemals schönsten Kyritzers Kurt Lenz gleicht einer Wildnis. Alles ist zugewachsen. Der Tänzer, der seinerzeit Zuschauer in ganz Europa verzauberte, starb 1990. Der Heimatverein sucht nun Paten, die die Grabpflege übernehmen wollen.

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Das Lenz-Grab auf dem Friedhof ist verwildert. Friedhofsgärtner Raffael Eichmann fand es zufällig.

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. Der Heimatverein will die Hoffnung noch nicht aufgeben. Zwar kann er sich selbst nicht um das verwilderte Grab des gebürtigen Kyritzers Kurt Lenz auf dem Friedhof kümmern. Aber seine Mitglieder hoffen, dass sich ein Kyritzer, eine Kyritzerin oder vielleicht auch eine Gruppe findet, die die Pflege der Grabstelle übernimmt. Angela Städeke vom Heimatverein denkt, dass die Kosten etwa bei 100 Euro im Jahr liegen würden. „Es geht ja nur um Sauberkeit und Ordnung und die Hecke muss geschnitten werden“, so Angela Städeke. Es werde ansonsten nichts Besonderes erwartet.

Das Grab befindet sich auf dem so genannten alten Teil des Friedhofs. Dass der Heimatverein die Pflege übernimmt, davon sei nie die Rede gewesen, so Angela Städeke. Der Verein hatte deshalb eine Anfrage an die Stadt gestellt, ob sie das Grab ähnlich wie das des früheren Kyritzer Bürgermeisters Rünger in Pflege nehmen kann. Aus dem Rathaus kam dazu aber eine Absage. Die Stadt spielte den Ball zurück an den Verein.

Der Tänzer Kurt Lenz galt einst als schönster Mann von Kyritz

Kurt Lenz erblickte am 14. Februar 1909 in Kyritz das Licht der Welt. Er war der Sohn des Bäckermeisters Emil Lenz und dessen Ehefrau Alma. Kurt Lenz wuchs in der Stadt auf, absolvierte auf Wunsch des Vaters eine Bäckerlehre. Aber er wollte etwas anderes. Er wollte Tänzer werden, was ihm mit Unterstützung seiner Mutter gelang. Er wurde berühmt, tanzte unter anderem mit Lilian Harvey und Marika Rökk und wirkte in zahlreichen Filmen mit. Er gilt als der schönste Mann der Stadt. Sein Körper wird als einmalig schön beschrieben. Er selbst sei liebenswürdig, elegant und klug gewesen. Kurt Lenz bezauberte jahrzehntelang die Menschen in Europa mit seiner Tanzkunst.

Der Grabstein ist nicht mehr zu sehen

Sein Wunsch war es, in Kyritz begraben zu werden. Er starb am 6. Juni 1990. Sein Grab ist jedoch kaum zu finden. Der Grabstein ist nicht mehr zu sehen. Friedhofsgärtner Raffael Eichmann war vor einiger Zeit zufällig darauf gestoßen. Die Liegezeit ist abgelaufen. Die Kirche als Friedhofsträger wird das Grab, wenn sich kein Pate findet, einebnen.

Das Rünger-Grab war auch verwildert

Das Rünger-Grab war auch verwildert.

Quelle: Sandra Bels

Anders ist das bei der Grabstelle des früheren Kyritzer Bürgermeisters Wilhelm Rünger. Er kam mit 32 Jahren nach Kyritz, wo er aus 100 Bewerbern von den Stadtverordneten am 1. Juli 1898 gewählt wurde. Während Rüngers mehr als 30 Jahre währender Amtszeit wurde das Haus, in dem sich heute die Goethe-Grundschule befindet, erbaut. Er schuf ein gutes Schulsystem und war für die Entwicklung von Kyritz zu einer erfolgreichen Verwaltungsstadt verantwortlich. Rünger starb 1939 in Kyritz.

So sieht das Rünger-Grab aktuell aus

So sieht das Rünger-Grab aktuell aus.

Quelle: Sandra Bels

Weil der frühere Bürgermeister zu seiner Zeit einiges in Kyritz bewegt hat, erklärte sich die Stadt schließlich bereit, sich um die Grabstelle zu kümmern. Sie ist aktuell genau das Gegenteil vom Lenz-Grab. Derzeit steht nur der Stein. Blaue Aufkleber weisen darauf hin, dass er nicht standsicher ist. Die Stadt hatte nach Hinweisen darauf, dass die Rünger-Grabstelle zugewachsen ist, Ordnung schaffen lassen. Hecke und Umrandung wurden entfernt. Die Befestigung des Steins sei in Auftrag gegeben worden, informierte Bauamtsleiterin Katharina Iredi. Für die Gestaltung und Pflege des Grabes habe die Stadt mehrere Firmen angeschrieben, von denen sich aber keine zurückgemeldet hatte, so die Bauamtsleiterin. Nun soll der Bauhof die Gestaltung übernehmen.

Friedhofsgärtner Raffael Eichmann findet, dass es langsam Zeit dafür wird. Seitdem die Hecke weg ist, ist die Stelle als Grab nicht mehr zu erkennen. „Die Leute laufen darüber, weil sie direkt am Weg liegt“, hat er beobachtet.

Wer sich für die Pflege und den Erhalt des Lenz-Grabes interessiert, meldet sich beim Heimatverein unter Telefon 033971/46 93 33.

Von Sandra Bels

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