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Ostprignitz-Ruppin Heiße Sommer im Schlosspark Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiße Sommer im Schlosspark Rheinsberg
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00:33 21.08.2015
Eine gerade aufgeblühte Magnolie Quelle: Cornelia Felsch
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Rheinsberg

Das Gewitter hat sich verzogen, die Folgen der starken Regengüsse sind im Rheinsberger Schlosspark nicht zu übersehen. Die Deckschicht eines gerade erneuerten Weges am Heckenquartier ist förmlich weggespült. Tiefe Rillen sind sichtbar, die Abflussrinnen sind verstopft. Wege, die stärkere Höhenunterschiede überwinden müssen, sind von starken Regengüssen besonders betroffen. Mathias Gebauer, seit 2008 Gartenleiter in Rheinsberg und Schönhausen, schaut sich am Montag etwas bekümmert im Park um. Das Unwetter vom Wochenende hat rund um Rheinsberg Spuren hinterlassen.

Die Bäume im Park sind zum Glück nicht in Mitleidenschaft gezogen. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt zwischen dem grünen Laub kahle Äste von großen Eichen. „Ein Baum ist uns 2011 komplett eingegangen, jetzt haben wir zwei weitere Eichen, denen dasselbe blüht. Woran es liegt, wissen wir nicht“, sagt Mathias Gebauer. „Eichen werden sehr alt, können aber auch auf natürliche Weise nach 200 Jahren absterben.“ Es sei allerdings möglich, dass es die große Trockenheit 2009 war, die der alten Eiche aus Prinz Heinrichs Zeiten so zugesetzt hat. Heinrich lebte fast ein halbes Jahrhundert bis zu seinem Tod 1802 in Rheinsberg und gab Schloss und Park seine heutige Gestalt.

Stauden und Kübelpflanzen in der Gärtnerei Quelle: Cornelia Felsch

Zunehmende Trockenheit, Stürme und Starkregen – vermutlich die Auswirkungen des globalen Klimawandels sind auch in der Region Berlin-Brandenburg bereits heute spürbar. „Sehr warme trockene Sommer gab es auch in früheren Jahren“, sagt der Chef der Gärtnerei. „Neu sind vor allem die Frühjahrstrockenheit und die plötzlichen starken Regenfälle.“ Die Wetterextreme haben Folgen für den Erhalt und die Pflege von historischen Gärten. In welcher Weise die Gartendenkmalpflege darauf in Zukunft reagieren muss, beschäftigt nun die Wissenschaftler.

Eine abgestorbene Eiche aus Prinz Heinrichs Zeiten. Quelle: Cornelia Felsch

Im September vergangenen Jahres lud die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Kooperation mit der Unesco und dem internationalen Denkmalpflegerat Icomos zu einer Internationalen Fachtagung ein; gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt . Historische Gärten im Klimawandel“ lautete das Thema der Veranstaltung, an der auch renommierte Klimaforscher und Naturwissenschaftler teilnahmen.

„Wir können eine Eiche nicht durch eine Rotbuche ersetzen“, sagt Mathias Gebauer. „In unserem historischen Garten wollen wir das künstlerische Bild bewahren und den überlieferten Bestand so lange wie möglich erhalten. Das Bild soll so authentisch wie möglich sein.“ Hoffnungen werden deshalb auf optimale Baumsubstrate und neue Schnitttechniken gesetzt. Auch in heißen Sommermonaten werden die Blumenkörbe nur zweimal in der Woche gegossen. „Bei großer Hitze ist es wichtig, dass richtig gegossen wird. Die Erde muss sich vollsaugen“, sagt der Gartenfachmann. Das gilt auch für andere Bereiche. Während der heißen Tage wurde nur auf frisch angesäten Rasenflächen gesprengt und dort, wo in den vergangenen drei Jahren neu gepflanzt wurde. „Trotzdem waren wir 12 bis 24 Stunden mit dem Wässern beschäftigt.“ Etwas mehr Wasser bekamen die Rasenflächen im Orangerieparterre. Die Pumpanlage am Rhin macht’s möglich. Blumen und Rasenflächen bereiten dem Gartenchef weniger Kopfschmerzen. Er sorgt sich um den historischen Baumbestand, zu dem auch ein 230 Jahre alter Riesen-Wacholderbaum gehört. Für Besucher ist der wichtigste Baum des Rheinsberger Gartens kaum wahrnehmbar. Der Stamm ist lang und kahl und nur im oberen Kronenbereich sind die nadelförmigen Blätter sichtbar.

Wenig Sorgen muss sich Mathias Gebauer um die neu aus Sizilien angelieferten 68 Zitronen und Orangenbäumchen machen. Sie werden im kommenden Jahr im Orangerieparterre aufgestellt und dort auch heiße Tage überstehen. „Die Gärtner leiden mehr unter hohen Temperaturen“, sagt der 37-jährige Gartenchef. „Auf der Schlossinsel können sie an solchen Tagen ab Mittag nicht mehr arbeiten.“

Von Cornelia Felsch

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