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Ostprignitz-Ruppin Heizkosten deutlich gesenkt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heizkosten deutlich gesenkt
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10:27 15.08.2014
Mieter in Wittstocker GWV-Wohnungen können sich über geringere Heizkosten freuen. Quelle: dpa-Archiv
Wittstock

Vor einem Jahr, am 26. August 2013, hat Bürgermeister Jörg Gehrmann in einer spektakulären Aktion wieder die Wärmeversorgung für die kommunalen Häuser in Wittstock in die eigene Hand genommen. Ein seit 20 Jahren bestehender Liefervertrag mit einem zentralen Heizwärmelieferanten wurde endgültig aufgekündigt. Diese Aktion war Gehrmanns Notbremse, um eine weitere Monopolisierung und den damit verknüpften, andauernden Preisauftrieb bei der Heizwärmeversorgung für die Kommune zu Fall zu bringen. So wurde ein einseitiger Automatismus durchbrochen.

Bürgermeister Gehrmann bekam sofort Unterstützung von den Stadtverordneten. Die hatten sich ebenfalls für einen eigenen Weg zur Versorgungssicherheit aller kommunalen Häuser ausgesprochen. Dafür wurden Investitionen bewilligt. Das zahlt sich aus. Nach nur einem Jahr gibt es jetzt schon beachtliche Ersparnisse in den Betriebskosten durch die erledigte energetisch effiziente Modernisierung.

Mieter der Gebäude- und Wohnungsverwaltung in Wittstock, einer 100prozentigen Stadttochter, müssen gesenkte Betriebskosten zahlen. Statt fernbeheizt, wird Wärme und Warmwasser wohnungsnah erzeugt und auf kurzen Wegen zu jeder Wohnung geleitet.

Sogar mit Sendeanlagen am Schornstein hatten die Heizwerkbetreiber Gewinne gemacht, ihre Kunden hatten nichts davon. Quelle: Gerd-Peter Diederich

Noch günstiger ist es längst für die Stadt, weil schon vor der Vertragsaufkündigung diese Häuser von der Fernwärmeversorgung abgenabelt waren und alle kommunalen öffentlichen Gebäude mit energieeffizienten Erdgas-Thermen umgebaut wurden. In Rechtsstreitigkeiten, die dann vor Gericht gelandet sind, hat Gehrmann im Grundsatz Recht gesprochen bekommen, dass er so handeln durfte. Jetzt wird zwischen dem ursprünglichen Vertragspartner für Wärmelieferungen und der Stadt um Details weitergestritten. Dabei geht es um bares Geld für die Dossestadt.

Ohne Leitungsnetz kräftig eingespartn

  • Keinen Anschluss ans Fernwärmenetz haben das Rathaus auf dem Marktplatz, die Stadtverwaltung in der Heiligegeiststraße, die Kinderland-Kita am Kirchplatz, dieWittstocker Stadthalle an der Ringstraße und die Bibliothek im Kontor an der Kettenstraße in Wittstock sowie alle städtischen Schulen und Kita. Jedes Funktionsgebäude hat eigene Brennwert-Erdgasheizanlagen.
  • Bei der Sanierung und Rekonstruktion waren ehemals leerstehende alte Häuser schon vor der Aufkündigung des Fernwärme-Liefervertrages autark mit sparsamen Heizanlagen ausgestattet.
  • Durch Investitionen in effiziente Wärmeerzeugeranlagen in allen öffentlichen Gebäuden konnten ohne vorgeschalteten externen Wärmeversorger bereits jährliche Betriebskosten-Einsparungen im fünstelligen Eurobereich erreicht werden.

Die Heizwärmeversorgung ist davon nicht mehr berührt, die Stadt kann einen eigenen Weg gehen. Ihr Energie-Konzept ist durch die Stadtverordneten und die Fachausschüsse mit ausgearbeitet, diskutiert und beschlossen worden. Für Gehrmann steht fest, dass es kein Zurück zum alten Modell und in die Abhängigkeit eines Lieferanten und über lange Laufzeiten mehr geben wird.

Die Gebäude- und Wohnungsverwaltung in Wittstock hatte mit der Kappung von der Fernwärmeversorgung einen provisorischen Heizcontainer installieren lassen, der im vergangenen Winter die GWV-Miethäuser in der Röbeler Vorstadt beheizt hatte. Diese Lösung soll auch den nächsten Winter funktionieren und ist deshalb bereits störsicher nachgerüstet worden. Von der Landregierung gibt es für das Wohngebiet Unterstützung bei der Umsetzung eines ganzen Paketes von energieeffizienten Maßnahmen und in der Quartierssanierung mit Modellcharakter. Das Vorhaben wird den Stadtverordneten in der Sitzung am 28. August als kommunales Energieversorgungskonzept mit einer effizienten neuen Heizzentrale vorgestellt. Alle anderen GWV-Wohnblöcke sind ebenfalls mit Brennwert-Thermen modernisiert worden und kommen ohne Fernwärme aus.

Von Gerd-Peter Diederich

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