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Ostprignitz-Ruppin „Helikopter-Eltern“ sorgen für Verkehrschaos
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Helikopter-Eltern“ sorgen für Verkehrschaos
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00:22 29.06.2018
In Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz gibt es immer wieder Fälle, wo Eltern so nah wie möglich an die Schule heranfahren, um ihre Kinder abzusetzen. Häufig blockieren sie damit Feuerwehrzufahrten. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Übervorsichtige, sogenannte „Helikopter-Eltern“, sind auch an einigen Schulen und Kitas in der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin ein Problem. „Am ehesten begegnet man diese Eltern vor Grundschulen, aber auch vor Förderschulen“, sagt der Präsident des Brandenburgischen Pädagogenverbands, Hartmut Stäker. Die Eltern würden mit ihrem Auto, so dicht es geht, an das Schulgelände heranfahren und sogar Feuerwehrzufahrten zuparken. „In seltenen Fällen fahren sie auch bis auf den Schulhof, also so dicht an den Klassenraum, wie nur möglich“, berichtet er.

„Vor den Kitas und Schulen herrscht normalerweise zu den Stoßzeiten immer ein erhöhtes Aufkommen an Fahrzeugen“, berichtet Wittstocks Stadtsprecher, Jean Dibbert. Es gebe auch Fälle, wo Kinder direkt bis an den Platz im Klassenraum begleitet würden. Die Lehrkräfte seien aber angehalten, das zu unterbinden und nur in vereinzelten Ausnahmefällen zuzulassen. „Wenn Eltern auf das Schulgelände fahren, weil sie davor keinen Platz mehr finden, fordern wir sie auf, das Gelände zu verlassen“, sagt die Leiterin der Waldring-Grundschule, Ute Lehms.

Einige Kinder werden sogar bis in den Klassenraum begleitet. Quelle: dpa

In Kyritz beobachtet die Polizei besonders an der Goethe-Grundschule dieses Phänomen. „Es wäre wünschenswert, wenn die Eltern ihre Kinder nicht direkt vor dem Zaun der Schule abladen würden, sondern die dafür angelegten Kurzzeitparkplätze nutzten“, heißt es von der Polizei. Obwohl in einer nahen Seitenstraße genug Parkplätze frei wären, würden Eltern lieber in eine noch näher gelegene Sackgasse fahren. „Wir finden die Situation gefährlich, da die Fahrer nur rückwärts wieder raus kommen und von allen Seiten mit laufenden Kindern zu rechnen ist“, sagt ein Beamter.

In Neuruppin sind Stadtsprecherin Michaela Ott zufolge die Grundschule Rosa-Luxemburg und die Grundschule Karl-Liebknecht von Verkehrsproblemen betroffen. „Ein Lösungsansatz könnten Elternhaltestellen sein, welche in Abstimmung mit der Verkehrsbehörde erprobt werden sollen“, sagt sie.

Überbehütete Kinder sind potenzielle Mobbingopfer

Auch in Perleberg stehen Eltern häufig im Halteverbot oder vor Feuerwehrzufahrten, wie eine Stadtsprecherin berichtet. In den Eingangsbereichen der Einrichtungen würden Hinweise für angemessenes Parken hängen und es würden persönliche Gespräche geführt. Zudem führe der Sachbereich Ordnungsaufgaben in den betroffenen Bereichen in regelmäßigen Abständen Kontrollen durch.

An einigen Schulen im Land gibt es laut Hartmut Stäker schon Elternparkplätze. Zudem würden Einrichtungen, um das Begleiten der Schüler durch die Eltern bis in den Klassenraum zu vermeiden, an der Schuleingangstür Zettel aufhängen – mit der Aufschrift „Ab hier kann ich schon alleine gehen.“

Neben der Parksituation stellen Helikopter-Eltern aber auch ein Problem für die Kinder selbst und die Lehrer dar. So seien Kinder solcher Eltern häufiger Opfer von Mobbing, wie Hartmut Stäker erklärt. „Übervorsichtige Eltern erschweren die pädagogische Arbeit, da sie viele Anforderungen, die die Lehrer an die Schüler stellen, als zu hoch einschätzen“, betont er. Da würden manchmal die Hausaufgaben durch die Eltern statt durch den Schüler erledigt. Da werde Lehrern widersprochen, ihre pädagogischen Kompetenzen angezweifelt und manchmal sogar versucht, einen Schul- oder Kitaplatz oder eine Versetzung vor Gericht einzuklagen.

Von Christian Bark

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