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Hera Lind amüsierte in der Schlossbibliothek

Freyenstein Hera Lind amüsierte in der Schlossbibliothek

Einem breiten Publikum wurde Autorin Hera Lind in den 90er Jahren mit Romanen wie „Das Superweib“ bekannt. Zudem moderierte sie im Fernsehen – Anfang der 2000er kam dann der mediale Absturz. Über die Höhen und Tiefen in ihrem Leben – auch über ihre aktuelle zweite Karriere als Autorin sprach sie am Dienstagabend in der Schlossbibliothek Freyenstein.

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Hera Lind (r.) signierte gerne die Bücher ihrer Fans.

Quelle: Christian Bark

Freyenstein. Es war schon immer ein Traum von Wittstocks Bibliotheksleiterin Georgia Arndt, die Erfolgsautorin Hera Lind für eine Lesung zu gewinnen. Am Dienstagabend wurde er wahr – Hera Lind kam in die Schlossbibliothek nach Freyenstein. Wer aber glaubte, die Autorin würde etwas vorlesen, wurde überrascht.

Andrang beim Bücherverkauf

Andrang beim Bücherverkauf. Besonders Hera Linds Tatsachenromane waren begehrt. Die Autorin signierte auch

Quelle: Christian Bark

„Ich werde Ihnen auswendig aus meinen Erinnerungen berichten“, sagte die 60-Jährige. Ihr richtiger Name ist übrigens Herlind Wartenberg. Sie ist studierte Germanistin, Religionslehrerin und Sängerin. Als Sängerin hatte sie ihre Karriere auch in den 80er Jahren begonnen, bis sie in der ersten Schwangerschaft das Romanschreiben für sich entdeckte. Ihr Roman „Ein Mann für jede Tonart“ wurde 1989 zum großen Erfolg und später auch verfilmt. Ebenso wie „Das Superweib“, in dessen Verfilmung Veronica Ferres 1996 zu großer Berühmtheit gelangte.

Auf und Ab einer Karriere


als Herlind Wartenberg in Bielefeld geboren. Sie arbeitete zunächst als professionelle Sängerin, veröffentlichte Ende der 80er Jahre ihren ersten Erfolgsroman.

In den 90er Jahren wurden ihre Romane verfilmt. Sie moderierte eine Talkshow im ZDF sowie ab 1995 die Show „Herzblatt“ im ARD.


und medialen Schicksalsschlägen ist sie nun mit ihren „Tatsachenromane“ wieder erfolgreich.

Auf der Suche nach einem Künstlernamen erfüllte sich die Autorin ihrerseits einen Kindheitstraum. „Ich wollte nie Herlind heißen, wenn höchstens Frau Lind“, sagte sie. Daraus wurde Hera Lind und sie fortan mit „Frau Lind“ angesprochen, wogegen ihr Lebensgefährte nunmehr das „Herr Lind“ über sich ergehen lassen musste. Mit diesem hat sie vier Kinder – als die Beziehung auseinanderbrach und Hera Lind einen anderen Partner wählte, wurde sie, wie sie sagte, Opfer einer medialen Hetzkampagne.

Wieder mit Romanen erfolgreich

So wurde der zweite Teil der Lesung wesentlich nachdenklicher. Die Autorin sprach über ihren finanziellen Ruin vor elf Jahren, wie sie ihr Verlag fallen ließ und sie trotzdem wieder mit dem Schreiben anfing. Enttäuscht zeigte sie sich, dass Sänger Udo Jürgens sich nicht mit ihr bei der Show „Wetten dass ...“ sehen lassen wollte, als sie das Drehbuch zu seinem Erfolgsmusical „Ich war noch niemals in New York“ geschrieben hatte. Das sei bis heute kaum bekannt, die Autorin hatte Schweigepflicht, hält sich aber seit Udo Jürgens Tod nicht mehr daran.

Die Autorin gab sich betont locker und humorvoll, später dann auch nachdenklich

Die Autorin gab sich betont locker und humorvoll, später dann auch nachdenklich.

Quelle: Christian Bark

Eine zweite Karriere ist ihr seit einigen Jahren mit den „Tatsachenromanen“ beschieden. Zwölf mit teilweise höchst emotionalen Geschichten sind bereits erschienen, das ZDF will sie bald verfilmen. „Mein Mann, seine Frauen und Ich“, eine Geschichte über die Liebe einer Frau zu einem Muslimen gehört zu den Lieblingsbüchern von Karin Bienert aus Wittstock. „Ich bin Hera-Lind-Fan“, sagte sie. Am Dienstag nutzte sie wie viele der über 110 Zuhörer die Gelegenheit, ihre Bücher signieren zu lassen. Laut Georgia Arndt war die Veranstaltung restlos ausverkauft.

Die Autorin zeigte sich während der Lesung trotz aller Fehlschläge zufrieden mit ihrem Leben. „Sonst wäre ich heute womöglich irgendeine abgehobene oberflächliche Tussi“, sagte sie. Und dann hätten womöglich Veranstaltungen im ländlichen Raum wie in Freyenstein mit ihr nie stattgefunden.

Von Christian Bark

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