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Ostprignitz-Ruppin „Hertha“: Transport nach Berlin steht bevor
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Hertha“: Transport nach Berlin steht bevor
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00:19 24.07.2017
Noch liegt das Schiff auf der Slipanlage. Quelle: Wolfgang Hörmann
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Wusterhausen

Jetzt ist es soweit: Die „Hertha“, als Gründungsschiff des Fußball-Bundesligisten aus der Hauptstadt seit Wochen in den Schlagzeilen, nimmt Abschied von Wusterhausen. Der Verein hat das Schiff gekauft, um es pünktlich zum 125. Geburtstag in Berlin präsentieren zu können (MAZ berichtete).

Zuletzt sah es nicht danach aus, dass es damit pünktlich klappen würde. Die Schwierigkeit besteht im Transport. Erst am Donnerstag lagen alle Genehmigungen für die Fahrt auf der Straße von Wusterhausen bis Wustermark vor. So weit geht die „Landpartie“. Dann aber konnte Ingmar Pering, Mitglied des Präsidiums von Hertha BSC, auf Facebook als „Eilmeldung“ verkünden: Die „Hertha“ ist einen Tag vor dem Vereinsgeburtstag unterwegs nach Berlin. Kommenden Montagabend soll es vom Ufer des Klempowsees aus losgehen. Ein Partybus sei geordert. „Wir begleiten den Transport vom Anfang an bis etwa Mitternacht und schauen, was alles gemacht werden muss damit die alte Dame zu uns kommen kann“, so Pering.

Hunderte Stahl- und Aluminiumplatten wurden am Freitag ausgeladen. Sie bilden die nötige Unterlage, um ein Einsacken des Tiefladers mit der „Hertha“ zu verhindern. Quelle: Wolfgang Hörmann

Und das ist nicht wenig. Voraussetzung war zunächst, dass der fast 50 Tonnen schwere Schiffskörper aus dem Wasser geholt werden musste. Das übernahm Alt-Skipper Peter Dentler gemeinsam mit Sohn Jens-Peter und Enkel Oliver. Seit dem 3. Juli hat „Hertha“ nun kein Wasser mehr unterm Kiel. Sie liegt auf der Dentlerschen Slipanlage und soll am kommenden Montag von zwei 160-Tonnen-Kränen auf den Tieflader gehoben werden.

Eine Spezialfirma aus Nienhagen in Mecklenburg-Vorpommern, erprobt auch schon beim Transportieren von Teilen für Windkraftanlagen, steht dann vor einer besonderen logistischen Herausforderung. Auf etwa 50 Seiten ist vorgeschrieben, wie der Transport – größtenteils auf der Bundesstraße 5 – ablaufen kann, wo was geht und vor allem: wo was nicht. Mehrere Kreisverkehre, eine Brücke im Bau und andere Gegebenheiten, machen Umwege erforderlich.

Peter Dentler war 42 Jahre Kapitän auf der „Seebär“ bzw. „Hertha“ und weiteren Schiffen. Quelle: Wolfgang Hörmann

So sollte der Konvoi mit der 22 Meter langen und 4,80 Meter breiten Blau-Weißen von der Bundesstraße 5 in Richtung Nackel abbiegen. Die Eichenallee vor dem Ort lässt das aber nicht zu. Mit Hilfe von Peter Dentler wurde ein Ausweg gesucht – und gefunden. „Der Plattenweg zwischen Barsikow und Nackel eignet sich“, so Peter Dentler am Freitag.

Da liefen die unmittelbaren Vorbereitungen auf die erste Etappe. Sie führt über einen abgeernteten Getreideacker. Der muss mit hunderten von riesigen Stahl- und Aluminiumplatten befahrbar gemacht werden. Drei Sattelzüge hatten den Belag tags zuvor herangebracht. Sie wurden gestern abgeladen. Der Plan für den Ortswechsel von Wusterhausen nach Berlin sieht vor, dass der Landweg für das Traditionsschiff im Hafen Wustermark endet. „Hertha“ soll von hier aus wieder schwimmen - über den Oder-Havel-Kanal in Richtung Berlin.

Seit 2002 heißt das Schiff wieder Hertha

Walter Dentler kaufte das Schiff im September 1969. Nach umfangreichen Auf- und Umbauarbeiten gemeinsam mit Sohn Peter und weiteren Helfern hatte es am 15. Juli 1971 als „Seebär“ seine erste Fahrt auf dem Klempowsee.

Dass es sich um die alte „Hertha“ handelte, stellte der Schiffshistoriker Kurt Groggert 1976 fest. Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts suchten Verantwortliche von Hertha BSC Kontakt zum damaligen Eigentümer Peter Dentler. Zum 100. Geburtstag des Fußballvereins wurde die „Seebär für 180 Fans gechartert, der Schriftzug mit „Hertha“ überklebt. Seit dem 24. Juli 2002 heißt das Schiff offiziell wieder so.

Am längsten an Bord das Sagen hatte Peter Dentler – 42 Jahre. Kapitän blieb er bis 2012.

Von Wolfgang Hörmann

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