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Ostprignitz-Ruppin Hier tanzt keiner aus der Reihe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hier tanzt keiner aus der Reihe
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00:17 28.08.2016
Frauen in der Überzahl: Line-Dancer aus Dessow. Quelle: Wolfgang Hörmann
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Dessow

„Truck Stop“, die weißbärtigen Countrysänger mit den großen Hüten auf dem Kopf, haben 1980 eine Behauptung aufgestellt. Danach fängt der „wilde, wilde Westen“ gleich hinter Hamburg an. Das soll ungefähr bei Seevetal-Maschen liegen, jedenfalls dicht an der Autobahn.

Das Ganze ist natürlich eine Lüge – wenngleich musikalisch so gut verpackt, dass jeder trotz klar erkennbarer Flunkerei drauf pfeift. Oder mitsingt. Für einen Ohrwurm ist alles erlaubt. Tatsächlich kann das Country-Mekka, das die Nordlichter meinen, praktisch überall liegen. Man muss es nur finden.

Hier ein Tipp aus sicherer Quelle: 3. September, 14 Uhr, Sportplatz Dessow. Verfehlen kann man das Örtchen nicht. Es liegt an der Straße zwischen Wus­terhausen und Neuruppin. Die wird seit ein paar Wochen schon von zwei riesigen Strohpuppen bewacht. Wie „Truck Stop“ schützen sie sich gegen sengende Sonne und kalten Regen mit Kopfbedeckungen, wie sie einst die Cowboys trugen. Ein Banner ergänzt die geschmückten Strohballen. Es verkündet, dass am ersten September-Samstag ein Countryfest gefeiert wird. Ausrichter sind die „Flying Boots“ anlässlich ihres runden Geburtstages. Die Dessower Gruppe der Line-Dancer besteht seit zehn Jahren.

Übunng macht den Tanzmeister. Quelle: Wolfgang Hörmann

Angefangen hat alles schon 2004. Da wollte Birgit Mießner mit ihrer großen Leidenschaft Line Dance nicht mehr alleine bleiben. Ihre Tochter Julia, damals zwölf, ging in Neustadt zur Schule. Dorthin also war der Weg vorgezeichnet. Es schlug die Geburtsstunde de „Countrykids“. Die gibt es nach wechselnden Besetzungen immer noch. Sie sind schon ganz schön rumgekommen in der Welt. Seit zehn Jahren gibt es kein Treffen der Bewegung „Neustadt in Europa“ ohne Line Dance von der Dosse.

Julia ist freilich längst herausgewachsen aus der Truppe, tanzt aber weiter nicht aus der Reihe. Und das mit ihrer Mutter Birgit als Schrittzählerin. Die erklärt, was sie sich zum Beispiel bei einer Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer angeeignet hat und jetzt auch in Werder und Neuruppin lehrt. „Beim Line Dance tanzen Männer und Frauen in Reihen und Linien vor- und nebeneinander. Dazu braucht es natürlich die passende Choreografie. Meistens legen wir Countrymusik auf.“

In Dessow geschieht das also seit zehn Jahren. „Wir sind hier wie eine große Familie“, sagt Birgit Mießner. Den Stein ins Rollen brachte im ehemaligen Bierbrauerdorf allerdings Marlies Ziola, eines von sechs Gründungsmitgliedern der Gruppe, die bis heute zur Stange halten. An jedem Freitag treffen sie sich im Dessower Sporthaus zum Üben. Birgit Mießner ist ihre Vortänzerin. Sie erläutert, macht vor und jeden Tanz mit. Etwa 120 Varianten haben die Dessower mittlerweile in petto. Ihre Chefin traut sich sogar über 200 zu. Dabei gibt es mehr als 3000. Sie heißen „Tush-Push“ oder „Country Walking“, „Chattahoocki“, „Oh Susanna“ oder „Kleiner Feigling“. Beim Countryfest am 3. September zeigen die „Flying Boots“ nachmittags und abends, was sie drauf haben. Zum Programm gehört neben Spielstraße mit Strohhüpfburg, Hufeisenwerfen, Milchkannenweitwurf und Bullenreiten auch ein Line-Dance-Workshop.

Es gibt die passenden Getränke und Essen, das schon Westernhelden am Fuß der blauen Berge mochten, Spareribs zum Beispiel, Bohnen mit Speck - und selbstgebackenen Kuchen. Süßes für die rauen Kerle? Sachte, sachte. Erstens wollen ja die Gastgeber zu allererst möglichst viele Besucher bewirten. Und zweitens ist das starke Geschlecht mittlerweile eher schwach vertreten. Unter den rund 20 „Boots“ sind mit Udo Mießner sowie den Wusterhausener Brüdern Torsten und Volker Reiß ganze drei Männer. Es dürfen mehr werden. Vielleicht bekommt der eine oder andere Appetit beim Fest mit Countrymusik und Line Dance. Was heute schnell übersehen wird: Den Tanz haben einst Männer erfunden. Beim Goldschürfen und Viehtreiben oft abseits jeglicher Zivilisation fehlten schlichtweg die Frauen. Schön, dass die Zeiten sich geändert haben.

Von Wolfgang Hörmann

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